Unvereinbar

Sie schläft, er wacht.

Überhaupt keine gemeinsame Basisstation.

Sie weckt die Kinder im noch Nachtdunkel und sie entschwinden im Dunkel in den Tag.

Wenn sie auf der Arbeit schon Fälle bearbeitet hat, krabbelt er mit Decke aus dem Bett Richtung Kaffeeautomat.

Nach 11, 12 Stunden außer Haus warten Hausaufgabenfragen auf sie. Hungrige Kinder, Elternabende, Termine und trotzdem Geldsorgen.

Er arbeitet am Wochenende, dafür muss man Verständnis haben.

Sie powert sich mit schlechtem Gewissen aus.

Drei Brillanten sind die schönste Lebensaufgabe.

Niemand hat gesagt, dass es einfach würde.

Das Leben ohne ihn ist grauer Nebel.

Aber mit ihm zu viel Unvereinbarkeit.

 

 

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40!

40 mal alleine organisiert, kleineren oder größeren Stress dabei bzw. dadurch gehabt. 40 mal am Ende kaputt aber glücklich.

Mal ein Gast auf dem Sofa, der stöhnend dazu kam und sich nur noch bedienen lassen konnte. Meist kein Gast und auch sonst nichts.

In den letzten Jahren immer weniger Anteilnahme.

Während dem Familiengericht noch vorgeheult worden war, dass man(n) unbedingt an den Geburtstagen dabei sein wolle und aus innerem Bestreben selbstverständlich müsse, erstarb dieses Interesse nach bereits einer Teilnahme. Die auch noch dauertelefonierend abgesessen wurde.

Inzwischen sind die Geburtstagskinder selbst Schuld, wenn sie auf nicht erhaltene SMS nicht antworten und werden auch nach mehrfacher Rückmeldung konsequent ignoriert. (Nee, natürlich ist in Posemuckel Stromausfall gewesen, eine Mücke hat gehustet und der Nachbarshund hat Post und Telefon gefressen. Niemals nie würden gute Eltern ihr Kind ignorieren. Dumme Zufälle des Universums. Murphy. Immer auf die gleichen.)

40.
Ungefähr die Hälfte eines guten Menschenlebens. Zeit, sich endgültig abzunabeln und auf eigenen Füßen zu stehen.

Gut, wenn das von beiden Seiten so gesehen wird und die Abnabelung unbewusst von einer und bewusster von der anderen Seite von statten geht.

Tschüß! Und danke für nichts.

 

 

Wahrscheinlich

Manchen Themen entwächst man, in manche Lebensthemen wächst man rein. Nach dem Schnuller kommt die Schultüte und dann der Führerschein.

Nachdem hier nichts aufregendes mehr passiert, könnte es sein, dass der Blog bald einschläft. We´ll see.

Es sind einfach keine Neuigkeiten mehr zu erwarten von Seiten des Ex. Umgang wird es nicht geben, maximal einen Zwangsbesuch im Jahr. Unterhalt gibt es weiterhin nur homöopathisch, dafür rettet das UHV Gesetz der Familie den Arsch. Danke, Merkel.

Und sonst: nichts, was nicht jede/r selbst aus dem Alltag kennt: Schul- und Arbeitszeit-Herausforderungen. Die Brillanten werden immer größer.
Und sie werden eventuell besser größer, wenn ihnen nicht die ganze Nation dabei zuschaut.

Das echte Leben findet immer noch draußen statt.

 

Nur mal so

Nie wird sie diese Szene vergessen:

Mr. Superwichtig: Herr Richter, Sie fragen MICH, welche Schule die Kinder besuchen?! Warum fragen Sie mich das?
DAS wollen Sie von MIR hören?!*

*typisches Abwehrgerede eines bestimmten Personenkreises

 

Seit dieser Szene und seitdem minimale Standards getrennter Eltern durchgesetzt werden konnten, seitdem vor allem ihre jahrelang über allem schwebende, von ihm lapidar dahingelogene Schuld revidiert wurde, schweigt alles wunderbar still.

 

 

 

Weiter so? – Nein!

Wie unendlich herbeigesehnt diese Osterpause ist!

Kein Deko-Gedöns, keine Termine, nicht mal aufwändiges Essen. Einfach mal dezidiert nichts tun. Nur die freie Zeit genießen, nicht mal putzen, gerade mal 4 Mahlzeiten pro Tag ausstaffieren – fertig.

Arbeit …

… eine Mischung aus Festanstellung und Freelancer. Es schlaucht sehr und die Bilanz nach grob einem Jahr fällt durchwachsen aus. Sehr durchwachsen.

Durch die Pendelei kostet die Festanstellung viel Zeit. Sie garantiert aber ein Grundeinkommen und eine Krankenversicherung für die Familie. Das Gehalt reicht nicht zum Auskommen (für vier Personen), also muss an den anderen Tagen auch Geld verdient werden. (Unterhalt kommt nur ganz gelegentlich in unkalkulierbaren Bröckchen, was bedeutet: kalkulieren wie ohne Unterhalt.) ((Die Konditionen der Anstellung sind nicht verhandelbar, schon probiert. Entweder so oder nicht.))

Die Umstände ermöglichen nur schlecht bezahlte Aufträge, die immerhin mit der wenigen, verbleibenden Energie machbar sind, im Gegensatz zu tolleren, besser bezahlten Projekten. Und sie fressen ebenfalls viel Zeit. (In der Summe VZ Arbeit und mehr, aber ein unregelmäßiges und unbefriedigendes Einkommen.)

Während das Hamsterrad läuft, hier also seit Herbst bis jetzt durchgehend, kommt Mamamotzt überhaupt nicht zum effektiven Nachdenken. Irgendwas ist immer und man braucht einen echten Abstand zu den Dingen, die man mal aus einer anderen Perspektive betrachten muss/möchte.
Also die Gesamtsituation, die Arbeits- und Familiensituation in diesem Fall. Besonders, wenn man absolut alleine überlegen muss und maximal die eigenen Kinder als Gedanken-Sparringspartner hat.

Die Brillanten an sich kamen in diesem letzten Jahr viel zu kurz. Bei allem Lerneffekt, den es dabei auch gibt.
Es gibt hier nichts und niemanden, der Mamamotzt unterstützt, und wenn sie nicht die Hausaufgaben überwacht, tut es niemand. Wenn sie nicht für Arbeiten übt oder Vokabeln abfragt, macht es niemand. Das sieht man auf den Zeugnissen. Wenn sie nicht zeigt, wie XYZ funktioniert, dann tut es niemand. Alles, was Mamamotzt nicht tut, passiert nicht. Putzen, erziehen, zuhören, die Welt erklären.
(Im Freundeskreis der Brillanten gibt es bereits erschreckende Beispiele, was dadurch passieren kann!)

Mamamotzt ist leider keine Heldin sozialer Netze im real life, hat aber ein Händchen für falsche Charaktere. (Viel versprochen, schon gebrochen …)

Die Brillanten stellen keinen Unsinn an, wenn Mamamotzt nicht zu Hause ist, aber das ist auch schon alles. Sie hängen lethargisch herum und tun … nichts.
Trilliarden vertane Chancen!

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Blöd, dass ihr nicht mal ein Ziel klar ist. Will Mamamotzt mehr Zeit für die Brillanten, egal, was es kostet? Will sie gerne wieder anspruchsvolle Tätigkeiten ausführen und weg von den Hilfsjobs? Wäre sie bereit, sich von irgendwas oder irgendwem abhängig zu machen, um (Familien-)Zeit zu gewinnen? Welchen Schritt würde sie als erstes gehen? Wie wichtig ist ihr das komplett weggebrochene eigene Sozialleben? Ist es auf Dauer ok., abends nur noch ins Bett zu wollen und als einziges Ziel für freie Stunden zu haben, bloß Ruhe haben zu wollen, keinen Menschen sehen zu wollen und möglichst nichts zu machen?

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Eine gute Grundsatzfrage ist in Momenten, in denen im Leben irgendwas nicht richtig erscheint, oder falsch oder untragbar, folgende:

Kannst du dir vorstellen, noch ein/fünf / Jahr/e genauso zu leben? 

Antwort lautet: definitiv nicht!

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So! Es muss sich also etwas ändern.

Aber: wo anfangen?

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Ganz privat gibt es natürlich Faktoren, die selbst hier nicht thematisiert werden, die aber eine Rolle spielen. Wahrscheinlich nicht mal unerheblich. Die „zu beackern“ ist einzig Mamamotzts Aufgabe. Und ohne Kenntnis derer sind eigentlich alle möglicherweise eingehenden Ratschläge oder Hinweise vergeblich.
Also, ein Like unter dem Beitrag ist ok, aber alles andere kostet leider nur kostbare Leserlebenszeit. 😉
:-*

Dilemma

Seit ´ner Woche ist Mamamotzt jetzt ordentlich angeschlagen. Schnappt nach Luft, krächzt herum und klagt über „zu-e Ohren“, auf denen Druck ist. Verläuft irgendwie ganz anders, als sonst bei ihr bekannt, dieser Rotz. Die üblichen Maßnahmen brachten keine Linderung.

Inzwischen ist es anstrengend, die Laune sinkt, sie fühlt sich matt. Aber nicht richtig krank (Kopf noch nicht unterm Arm). Und wie alle Eltern wissen: solange der Rotz nicht frühlingsgrün schimmert, darf das Kind in den Kindergarten. Also darf vermutlich Mama auch zur Arbeit.

Sie hört oft (aber nicht immer) durch den Druck auf den Ohren schlecht. Doof in einem Job mit viel Kommunikation. Oft (aber nicht immer) ist die Stimme weg. Doof in einem Job mit viel Kommunikation.
Richtig gesund ist sie nicht. Aber krank irgendwie auch nicht. Kein Fieber.

Als ewig Selbständige ist es echt schwierig abzuschätzen, ob man zu gesund für krank ist, oder zu krank für gesund. Mit viel zusammenreißen kann sie ihre Aufgaben schaffen. Hm.

Sie hat jetzt gute fünf Monate in zwei Jobs durchgearbeitet, überwiegend auch an Wochenenden. Muss ja.
Heuer begannen Osterferien, nächste Woche hat sie Urlaub bekommen. Wissen die Kollegen doch.
Sieht das nicht nach Schwänzen aus, wenn sie sich krank meldet? Obwohl die Kollegen wissen, dass sie angeschlagen war?
Kann man die Kollegen überhaupt im Stich lassen, in der schmaler besetzten Ferienzeit? Da sind schon alle sehr pflichtbewusst und emsig, im guten Sinn.

Auf keinen Fall darf sie in Verdacht geraten zu hudern, auf keinen Fall will sie die Firma schädigen. Auf keinen Fall darf der Job in Gefahr geraten.

Die Alleinerziehende mit Selbständigkeitshintergrund wähnt sich in einem kleinen Dilemma.

48 hours

Beitrag zu https://mutterseelesonnig.wordpress.com/2017/04/09/48-stunden-alleinerziehend/

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Tag 1:
5 Uhr aufstehen, fertig machen, 6.30 Uhr Kinder wecken und Haus verlassen, hoffen, dass bis 17.30/18 Uhr alles klappt (pendeln). Handy immer versteckt (verboten) am Arbeitsplatz falls Notfall. Schule endet 13.10 Uhr, ab 14 Uhr sind die Kinder alleine zu Hause.
Falls ich pünktlich 17.30 Uhr zu Hause erreiche: umziehen -> Kindertaxi, flott, flott. Wenn nicht: hat das Kind Pech gehabt und der Kurs ist umsonst bezahlt.
19.45 Uhr: nach Hause kommen, Essen machen, Tag austauschen, Hausaufgaben erklären, für Tests lernen, essen, Haushalt, Ehrenamt, chzzzz …
Mails checken: der Ex hat sich seit Herbst nicht gemeldet, will aber jetzt zu Ostern plötzlich sein Umgangsrecht.
Zu müde für eine angemessene Antwort.
Tag 2:
5 Uhr aufstehen, fertig machen, 6.30 Uhr Kinder wecken und Haus verlassen, hoffen, dass bis Feierabend alles klappt. Handy immer versteckt (verboten) am Arbeitsplatz falls Notfall. Heute ist Ganztag in der Schule (yeah, bis 15 Uhr plus eine Stunde Fahrzeit -> 16 Uhr Kinder daheim) und ich habe früh Feierabend. -> 16.30 Uhr zu Hause.
Sobald ich zu Hause erreiche: umziehen -> Kindertaxi, flott, flott. Augenarzttermin K1, Kieferorthopäde K2, Brille abholen K3. An 3 Orten, auf dem Land gibt es nicht alles überall. Hoffentlich ungeblitzt durchgekommen!
19.15 Uhr: wir sind noch unterwegs und der Pflegefall hat ein Problem. Es ist Freitagabend. Und das Problem ist dringend und gravierend.
Wir sind froh, dass das Wochenende jetzt nicht langweilig wird.

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Ich habe seit den Herbstferien durchgearbeitet und einmal spontan aus Erschöpfung zwei Tage Urlaub genommen, weil ich nach meinem Ermessen nicht krank genug war für den gelben Schein. Auf keinen Fall kann ich den mich unterfordernden Job riskieren, denn immerhin haben wir so eigenes Geld und sind unabhängig vom Gängelamt.
In der ergänzenden Selbständigkeit habe ich dazu noch bis vor kurzem sämtliche Wochenenden seit Herbst durchgearbeitet. Sonst kämen wir nicht über die Runden.

Niemand außer mir kümmert sich um die Kinder. Der Vater hat nur spontan Lust auf Umgang, und mit dem Unterhalt klappt es leider nicht.