Gedanken: BGH zum Wechselmodell

Der Bundesgerichtshof stärkt das Wechselmodell (WM). (Bitte selbst googeln, den Text der Süddeutschen Zeitung zum Thema ist hier verlinkt.)

Unter dieser Voraussetzung hätte es damals für die Brillanten ziemlich sicher so ausgesehen:

Trennungsgespräche wegen absoluter Uneinigkeit beider Eltern mit Hilfe der Berater vom Jugendamt. Dort wird ja immer nur beraten, ein Jugendamt kann ja per se nichts anordnen, lediglich vorschlagen!
Der arme Ex, der bereits ausgezogen ist und tatsächlich versucht, sich als Alleinerziehender darzustellen, um von Finanzboni an jedweder möglichen Stelle zu profitieren, klagt das (war so) auch dem Jugendamt.

Mamamotzt als Stärkere („Die Kinder leben bei Ihnen, damit sind Sie in der stärkeren Position, Frau Motzt!“) soll wider die Vernunft „dem armen Vater gegenüber“ nachgeben. Die Brillanten eine Woche bei ihr, eine Woche beim Ex.

Das erste, was Ex einfiel, tatsächlich und in jeder Unterhaltung: ab wann er nicht unterhaltspflichtig wäre und wann er von Mamamotzt Unterhalt bekäme.

In seinen Augen lebte er sogar das WM, versuchte teils sogar darzustellen, er betreue die Kinder wesentlich mehr als sie. Damals belief sich das auf maximal 10 Tage von 365 pro Jahr, und schon damals fand er Stellen, die ihm das eine Zeit lang glaubten und Mamamotzt kritisch anfragten.

Entfernung gering, aber …

Wenn auch damals schon galt, dass die Vergangenheit nicht zählt und nur nach vorne geschaut wird („Herr Ex verspricht hier und heute, dass das klappt! Das glauben wir ihm jetzt alle. Punkt!“), dürfte das bei Verhandlungen ums WM umso stärker ins Gewicht fallen.

Ex würde also versprechen, auch in seiner Woche die Kinder in die Schule zu schicken. Per Luftlinie ist nicht weit, 25 Kilometer vielleicht, aber es gibt einen Wechsel von Großstadt zu ländlicher Pampa. Keine gute Verkehsanbindung. Fahren konnte er sie damals nicht, kein Auto. Versprochen hätte er es aber. Genauso, wie er tägliche Hausaufgabenhilfe versprach (nicht einmal!), Organisation sämtlicher Hobbies (kennt er bis heute nicht) und Hilfe bei unbedingtem Unterstützungsbedarf (de facto gab er aus diversen Gründen nicht mal sein Einverständnis).

Was wäre dann? Der andere, der verantwortliche Elternteil, holt die Kohlen aus dem Feuer.

Zum Wohl der Kinder einig werden

Irgendwo müssen die Brillanten von Mamamotzt und überhaupt alle kleinen Brillanten dieser Welt ihre Ärzte und Vereine haben, ihre Freunde könnten auch an zwei Orten leben (doppelt so viele), die Schule, die Kirchengemeinde, whatsoever.

Ärzte stehen hier mal ganz oben, denn es ist ein Sechser im Lotto, wenn der Kieferorthopäde wie aktuell mal alle drei Kinder auf einen Termin legen kann und damit zwei weitere Nachmittage (oder gar Vormittage) entstresst.

Wer würde das Wohl der Kinder tatsächlich beim WM an höchste Stelle stellen? Über sein eigenes? Wer würde sie zu ihren Terminen begleiten?

Eltern müssten an einem Ort wohnen bleiben, optimalerweise in einem Viertel einer größeren Stadt. Sonst werden Schulbesuch und Arzttermine (3 Kinder: alleine 6x pro Jahr Zahnarztprophylaxe, auf dem Land jedes Mal ein Autotermin!) zum logistischen Dauerproblem. Termine nur in den Wochen eines Elternteils? Utopisch und ungerecht.

Was wäre dann? Der andere, der verantwortliche Elternteil, holt die Kohlen aus dem Feuer.

Das liebe Geld

Was wird aus den Kindern bei Ex, der jetzt schon kein Geld und keinen Unterhalt zahlt, obwohl er angeblich sehr viel arbeitet, wenn er dann weniger arbeiten kann, weil er wochenweise die Kinder betreuen muss? Ex wird natürlich Aufstocken via Amt, das ist sein Stil. Hat Mamamotzt auf der anderen Seite dann automatisch genug Finanzmittel, weil die Kinder ja immer eine Woche nicht da sind?

Es sind einfach höhere Gesamtkosten, denn beide Eltern brauchen wirklich eine lebenswert eingerichtete Wohnstatt, nicht nur ein schönes, aber flexibel nutzbares Gästezimmer für die Kinder.

Mamamotzt geht es übrigens nicht um Unterhalt, weshalb sie aus eigener Erfahrung das WM nicht präferieren würde. Sie hat nie welchen bekommen. Sorry, das Totschlagargument greift nicht.

Verantwortung

Wer zeichnet Zeugnisse und Tadel ab, nimmt Kenntnis vom Elternaben und besucht ihn auch? Wer kümmert sich um das ganze soziale Zeugs wie Geburtstage, eigene und die fremder Kinder, und wer hat die Größe, nicht mindestens 5x pro eigener Kinderwoche zu fluchen, dass irgendwas total in die Binsen gegangen ist, weil der/die Ex das verkackt hat?

Und das ist dann nicht so kindeswohlorientiert. Oder?

Aber ausprobieren muss man es erstmal

Wechselmodell. Damit beide Eltern ihr Recht auf Zeit mit den Kindern bekommen. Hm. Ehrlich gesagt waren schon die ganzen Versuche, regulären Umgang zu etablieren, damit der Ex zu seinem geforderten Recht kommt, welches er dann nicht wahrnahm und die Kinder damit in tiefe, emotionale Täler stieß, nachhaltig kräftezehrend. Für den kompromiss-eingehenden Teil der Trennungsfamilie.

Aber um der Gerechtigkeit Willen für beide Eltern und weil Kinder sich natürlich nach ihren beiden Eltern sehnen, wurden diverse Versuche gestartet und das Jugendamt wurde auch nicht müde, Chance um Chance für den Ex zu fordern.

Es dauerte allein beim Umgangsthema ca. fünf Jahre, bis die Gängelei der Kinder, dass sie müssen, was der Ex will, zum Ende kam. Und dieser Ex kämpft überhaupt nicht mit harten Bandagen, sondern maximal mit zitternder Stimme und Tränchen.

Es wäre in Fällen wie diesem völlig inpraktikabel und absolut schädlich, „erstmal“ das WM anzuordnen, um nach Eskalationen um Zahnspangen und Nachhilfe, unbezahlte Rechnungen, entweder Verwahrlosung oder Wohlstandszumüllung der Trennungskinder festzustellen, dass es in diesem Fall offenbar nicht möglich war, „beiden Eltern gerechte Zeit mit den Kindern zu ermöglichen“.

Wie groß und irreparabel muss der Schaden dabei wohl werden, um das im Falle eines Falles feststellen zu lassen? Ein Elternteil, der unwillige nämlich, ist ja ohnehin als Buhmann ins WM gestartet, weil es gegen seinen Willen war.

Werden seine Wünsche, Warnungen und Befürchtungen überhaupt ernst genommen, die des ewigen Verhinderers?

Ganz enge Parameter stecken

Die Parameter, wann überhaupt ein WM nur möglich ist, müssten extrem klar definiert werden:

– was ist zum Wohl des Kindes
– räumliche Nähe
– Finanzierung
– Aufteilung der Verantwortung
– Konsequenzen bei Nichtgelingen
– und viele, viele mehr

Leider fehlt gerade die Zeit, aber das Thema brennt.
Schön, dass sich insgesamt was tut an vielen Fronten im deutschen Familienrecht. Schade, dass es nicht immer praxisorientiert ist.

Heldenbesuch

Der Ex kam „zufällig“ vorbei. Er wollte sein Gerümpel abholen, welches er vor acht Jahren heimlich in Mamamotzts Keller geschmuggelt hatte.

Vor Jahren schon packte Mamamotzt das Zeug aber in einen Schuppen, wo es seitdem vor sich hingammelt.

Das wusste Ex. Aber leider hatte er es, die Nähe ihres Hauses erreichend, spontan vergessen. Also klingelte er einfach mal bei Mamamotzt, um spontan die Kinder zu sehen.
Weil, Umgangspläne sind scheiße, spontan nach seinem Willen ist gut und richtig.
Und sehen reicht auch. Kostet nämlich gar nichts. Nicht mal ne Pommes.

Dann verlangte er, dass die Kinder ihm helfen sollten. Das Jüngste war noch hoffnungsvoll genug und sprang.

Vom vergammelten Zeug nahm Ex einen Teil mit, drückte dem Kind einen Zehner in die Hand und verschwand.

Ex ist auch stolz, übrigens, dass ein Kind mit besonderen Leistungen öffentlich erwähnt wurde. SEIN Kind! Leute, kommt und seht alle, wie erfolgreich SEIN Kind ist! Das Kind ist so toll, weil er so ein super Vater ist. Sieht man ja am Erfolg. (Zu dem von ihm kein Schnürsenkel am Turnschuh oder ein erfrischendes Glas Wasser finanziert wurde, noch eine einzige Trainingsfahrt übernommen wurde. Die meisten Menschen würden sich schämen, statt stolz damit zu wedeln.)

Den großen Kindern dämmert bei jedem Kontakt mit dem Typ mehr und mehr, wie dreist und doof sein Verhalten ist.

Eine Viertelstunde heititei, und schon ist Papa the big spender, während Mamamotzt Jahr ein, Jahr aus im burnout-Modus durchs Leben kriecht. Dank seinen Knüppeln zwischen den Beinen wie Unterhaltsverweigerung oder Umgangsboykott mit gleichzeitigem Kinderentzugs-Geheule.
Die Großen sehen den Zusammenhang.

Mamamotzt sollte sich vielleicht nicht drüber ärgern. Aber komischerweise ist es immer noch ein ohnmächtiges Gefühl, allein gelassen mit der Verantwortung und abhängig von seinem finanziellen Wohlwollen (vergleiche dazu den Blogbeitrag von PhoenixFrauen über finanzielle Gewalt in und nach der Partnerschaft) zu sein. Und es ist ok., so zu fühlen. Solange sie das braucht.

Reinhauen

Man möchte solchen Vätern am liebsten mal den ganzen Frust, den Ärger und die Wut, die sie verursachen mit einem fetten Fausthieb zur Kenntnis geben. Oh ja!

Weil … man solchen Vätern noch nicht mal die Meinung sagen darf. Dann rennen diese Väter sofort zum Jugendamt oder gleich zum Gericht und jammern und es wird ihnen zu oft geglaubt.

Wehe, man (Mutter!) lässt sich gehen und kritisiert den holden Erzeuger. Egal, wie konstruktiv, egal wie berechtigt.

DAS GEHT NATÜRLICH NICHT!

Nur Lobhudeleien sind erlaubt: 

Prima, dass du in den letzten acht Jahren einmal 10 € Unterhalt gezahlt hast!

Die Kinder freuen sich total, dass sie einmal von 12 mal zum Umgang abgeholt wurden und dann ohne dich eine alte Tante in einer dunklen Stube kennenlernen durften.  

Es macht auch gar nichts, dass dich nicht interessiert, wie die Kinder sich schulisch entwickeln. Du bekommst natürlich die Zeugnisse, auch wenn du dir nicht mal anguckst, auf welche Schule sie überhaupt gehen. (Steht übrigens immer im Zeugniskopf …!)

Super, dass du das Kind im Fußballverein anmelden wolltest, weil das dein Hobby ist. Es spielt inzwischen und sämtliche Kosten und Gebühren trage ich alleine. Vielleicht möchtest du es ja wenigstens ein einziges mal zu einem Spiel fahren und an einem eisigen Wintersonntagmorgen anfeuern? 

Wie schön, dass du dich etwa ein, zwei mal pro Jahr meldest und sofort die Kinder zu Besuch haben willst. Natürlich ist das dein Recht. Da haben die Kinder natürlich nichts gegen einzuwenden und sagen gerne Partys, Punktspiele und Konfafreizeiten ab.

Die Kinder freuen sich immer, wenn du sie haben willst (sic). Immerhin bist du ihr Erzeuger und sie sind dumme kleine Kackbratzen, denen es am Arsch vorbeigeht, ob du AN IHNEN INTERESSE hast oder nur an deiner glanzvollen Vaterrolle für die Länge eines Spaziergangs durch die Weihnachtsstadt. 

Im Hinblick auf die Verantwortung ihren Kindern gegenüber sind Ex-Schatzis ganz große Ärsche. Unter der Sonne.

Nie und nimmer wird jemals ein Wort geschrieben werden, welches auch nur einen Hauch Anlass zur Beschwerde über die Mutter geben könnte.

Pöbelt ruhig weiter gegen die Mutter, unterstellt ihr Umgangsverweigerung und Raffgier etc. Droht ihr. Beschimpft sie.

DAS KOMMT ALLES ZURÜCK.

KARMA.

(Nachtrag: Es geht um die Kinder, um die Kinder, um die Kinder. Und nicht darum, wer wem was wegnimmt mimimi. Böse Mama, böser Papa.)

Alltag

Heute hatte Mamamotzt wieder einen langen Tag. Außer Haus 12 Stunden. Vor den Kindern das Haus verlassen, Frühstück gerichtet, hoffend, dass alles klappt.

Es war ein normaler Tag. Anstrengend in der Summe.

Das oberste Lebensziel ist, das Geld zu verdienen, das eine vierköpfige Familie braucht. Keine Reichtümer, keine Urlaube, aber wenigstens im Wintern passende warme Schuhe und Jacken. Der Winter mit seinen Heizkosten und den Klamotten ist Mamamotzt seit jeher ein Graus! Wegen der gesteigerten Ausgaben.

Wäsche muss gegebenenfalls im uralten Trockner getrocknet werden. Im Sommer ist sie in einer Stunde Balkonhitze auch noch abends fertig. Neue Schuhe und Jacken etc. Und die Heizung. Obwohl es eigentlich schon so kalt in der Wohnung ist, dass die Gefahr besteht, dass es stockt und schimmelt.

Tja.

Aber die Wäsche muss auch im Winter schnell trocknen, weil nicht so viel da ist, dass man tagelang drauf verzichten könnte, weil noch was im Schrank ist. Nö. Da ist nichts.
Vielleicht müffeln deshalb auch manche Menschen so unangenehm? Wasch- und Trockungsproblem im Winter?!

Wahrscheinlich. Ist Mamamotzt extrem langsam, oder zumindest langsamer als andere, oder in vielen Bereichen weniger talentiert. Keine Ahnung.
Ihr sind die Tage viel zu kurz.
Stimmt das Einkommen einigermaßen, fehlt Zeit für Hausaufgaben, Arztbesuche und Pflege.

Es ist das pure Funktionieren. Krank werden ist nicht. Schlimmste Gesundheitsgeschichten, eher Krankenstories, aus dem Umfeld beunruhigen und machen nervös. Es DARF hier gar nichts passieren.

Emotional ist es keine Frage derzeit für sie, aber generell und vom Verstand her fragt sie sich, wie man in so einem perpetuum mobile Zeit für einen Partner finden könnte.
Drei bis vier Abende pro Woche sind fix verplant. Das sind Kindertermine. Sie kauft ein oder sportelt im Idealfall. (Selten!)
Meistens sind es mehr dank Elternversammlungen hier und dort, Ehrenamt und netzwerken. Am Wochenende sind Punktspiele, Konfatermine etc., die auf dem Land ohne Elterntaxi nicht laufen.

Lauter Gedankenwirrwarr.

Jede/r gibt im Leben dem Alltag soviel, wie sie/er kann.

Die Familie ist gesund, das ist die Hauptsache. Und es ist trotz der Anstrengung ok.

Aber wie machen andere es scheinbar müheloser? WIE?


Eine Frage ist noch, wie der Ex ab und zu drauf kommt, JETZT die Brillanten sehen zu wollen. Sie hat ihn mehrfach gefragt, weil es einfach komisch ist, wenn man das ganze Jahr über keinen Kontakt hält, dann mit einem Mal sofort die Kinder haben zu wollen.

Natürlich gab es keine Antwort. Ihr wurde lediglich Umgangsverweigerung vorgehalten. Gähn!

Es ist absolut keine Kommunikation mit ihm möglich. Er antwortet auf gar nichts, es gibt keinerlei Unterhaltung mit ihm, weil er sie verweigert. (Durch Ausweichen, Herumreden, Antworten verweigern oder vermeiden u.ä.)

Er will offenbar nur seine Rechte durchsetzen, das Befinden der Kinder ist ihm offenbar egal. Wenn schon eine kleine Frage zum Erlöschen des Wunsches führt.
Die Brillanten wissen alles. Seine Frage, die Reaktion von Mamamotzt und auch das hilflose Herumgerede.
Er benimmt sich armseelig.

Gemeint, wie gesagt: Gott sei es gedankt, dass er zu faul ist, einen Rechtsanwalt oder das Gericht direkt zu bemühen! Es erspart viel Nervenkrieg und Arbeit, dass er meist nur persönlich einen auf beleidigte Leberwurst macht, aber keine Maßnahmen ergreift.

So kommen nämlich die Brillanten, und das sind sie wirklich!, ziemlich glimpflich davon und werden nicht in sinnlosen Rechthaber-Kriegen zwischen Erwachsenen zerrieben.

Das ist dem Ex zu Gute zu halten! Ein absolut positiver Aspekt in all dem Pief. Danke für seine Schluderigkeit!

Gute Nacht! Ihr seid toll. #systemkrank

Zusammenfassung: Einsatz getrennt lebender Elternteile

Vor vielen Wochen hatte Mamamotzt um Erfahrungen gebeten, was den Einsatz getrennt lebender Elternteile (in Hinblick auf gemeinsame Erziehung) betrifft.
Es gab erfreulich viele Antworten, dafür sehr, sehr herzlichen Dank! ❤

Ganz grob besagen die Antworten:

alles kommt vor!

Von „es klappt super und beide Elternteile teilen sich die Aufgabe mit regelmäßiger Abstimmung bis „der/die Expartner/in weiß nichts vom Kind und könnte nicht mal, wenn er/sie wollte, spontan zur Erziehung beitragen“ war alles dabei.

Das ist schön, weil es dem beliebten Verallgemeinerungsmodus vorbeugt, dem man allzugerne verfällt, angesichts der eigenen Filterblase und auch aktueller Statistiken.

Leserin Elli kommentierte sehr anschaulich und mutmachend: 

Bei uns ist es so, dass mein Verlobter drei Kinder hat, die bei ihrer Mutter leben.
Der neue Partner der Mutter hat selbst zwei Kinder in die Beziehung gebracht, die ebenfalls bei ihm leben. Gemeinsam haben sie nun ein weiteres Kind bekommen. Patchwork per excellence quasi😉
Die Mädels telefonieren fast täglich mit ihrem Papa und erzählen was es Neues gibt, wie es in der Schule läuft. Da ist Whatsapp auch eine große Hilfe, da werden Videos, Bilder und Sprachnachrichten geschickt.
Zudem sind sie alle zwei Wochenenden bei uns zu Hause und auch, sofern das möglich ist, in den Ferien auch schon mal länger.
Entscheidungen wie Schulwechsel oder ähnliches werden sowohl von Mutter als auch Vater zusammen getroffen und dann gemeinsam mit den Kindern besprochen.

Anfänglich war das Verhältnis zwischen Vater und Kindern etwas holprig, die Trennung der Eltern war leider unschön und die Kinder haben mehr mitbekommen, als sie sollten. (Das war vor meiner Zeit, aber zumindest habe ich es so erzählt bekommen)
Mittlerweile gibt es da allerdings keine Probleme mehr und die Kids fühlen sich sowohl bei der Mama mit Stiefvater, als auch beim Papa mit Stiefmutter in spe (das bin ich) sichtlich wohl und freuen sich jeweils die Parteien zu sehen.
Die Erwachsenen verstehen sich auch untereinander sehr gut, was den Umgang auch für die Kinder sicherlich wesentlich erleichtert.

Ich komme selbst aus einer Patchworkfamilie und habe meiner besseren Hälfte da wohl auch den ein oder andren Denkanstoß gegeben wie man sich eben als Kind fühlt in einer solchen Situation. Er meint, dass hätte ihm geholfen.

Die Kids kommen gut damit klar, wie sie gerade leben und welche Beteiligung die Eltern haben. Zumindest ist das mein Eindruck.

Es ist fast erstaunlich, dass es den Kindern nicht zu viel wird, aber es zeigt eben auch, dass Kinder sich in sicheren, gefestigten, wohlschätzenden Gruppen wohl fühlen, gleich, welche Konsistenz die Gruppe hat.  (Leibliche Kinder etc. …)

 

Das krasse Gegenteil erleben die Kinder und auch Leserin Blumenwiese selbst, nämlich gar keinen Kontakt mehr: 

Am Anfang:
Versprechen des nicht bei den Kinder lebenden Elternteil an die Kinder: ich werde mich bald wieder um euch kümmern….

Aktuell (quasi nach dem Brief, der schon vor Jahren kam):
Kein Kontakt zu den Kindern,
Immer noch kein Unterhalt, immer noch keine Kontaktaufnahme durch das Elternteil …sporadisch evtl. mal zu den Geburtstagen…aber nicht immer, nicht regelmäßig, …Mann ist beschäftigt!

Die Kinder sehen es aus Sicht der Astronomie – bald ist ein dehnbarer Begriff, der gut und gerne auch 4 Millionen Jahre dauern kann😉
und haben Verständnis dafür, das ehrenamtliche Tätigkeiten in verschiedenen Firmen auch Ihre Zeit in Anspruch nehmen – der Richter sieht das im Übrigen genauso….

Blumenwiese, der es mit ihren Brillanten sehr gut geht 😀
Wir sind eine tolle Familie🙂

In vielen getrennten Familien nicht unbekannt: vollmundige Versprechen mit unbestimmter Datierung. Am Ende wartet der Alltagselternteil (im Gegensatz zum Umgangselternteil) auf den St. Nimmerlein Tag.
Die negative Spitze davon ist die Rechtewahrung, die sich die getrennten Eltern selbst zugestehen. Einbeziehen in die Erziehung und den Alltag des Kindes umgehend, sonst droht ein Gerichtstermin. Und dort wird juristisches Recht gesprochen, nicht moralisches.

 

Leserin Meinminime und ihr Expartner probierten vorübergehend das Wechselmodell aus, also 50-50 der Erziehung für beide Eltern: 

Wir leben seit 9 Jahren getrennt. Das erste Jahr haben wir im Wechselmodell gelebt und die Kinder haben sehr darunter gelitten, weil sie durch das viele hin-und her keine Sicherheit mehr hatten und nicht zur Ruhe kamen. Dann wechselten wir zum klassischen Wochenendpapa -Modell und seitdem bringt sich der Papa im Alltag der Kinder überhaupt nicht ein. Seit sie Whats App haben, schickt er manchmal Bildchen, aber das wars. An den Wochenenden mit Ihnen ist er allerdings voll dabei, macht viele Ausflüge, kümmert sich gut und ist für sie da. Sie fahren auch regelmäßig miteinander in den Urlaub.

Ist es verständlich, dass der Vater als Wochenendpapa plötzlich zurückzieht? Er bekommt ja auch deutlich weniger vom Alltag der Kinder mit, als wenn sie die Hälfte der Zeit bei ihm sind/von ihm betreut werden.

 

Die Frau kleinegroßeLiebe darf sich maximal über gelegentliche Grüße des Vaters freuen, mehr Beteiligung ist nicht: 

Also bei uns läuft es schlecht bis sehr schlecht und gar nicht… Kindsvater (die Bezeichnung Papa verdient er nicht) kommt wie er Lust und Zeit hat. Also nie. Ein Mal im Vierteljahr! Wenn es gut läuft. Interesse ist nicht da. Kümmert sich allerdings sehr um sein weiteres Kind (auch getrennt). Warf mir in der Schwangerschaft vor, dass ich mit dieser sein Leben zerstört hätte. Das Kind war aber gewollt. Das sagt doch eigentlich alles. Die Kleine leidet aber unter dem fehlenden Papa und beobachtet immer traurig andere Kinder mit ihren Papa’s. Der Umstand ist unserem aber herzlich egal. Es sei meine Aufgabe und Pflicht als Frau und Mutter (hört hört), das aufzufangen. Naaaa klar. Kein Problem. Ich küsse auch gern noch den Boden unter seinen Füßen….

Haben also so richtig daneben gegriffen 😔

Das ist richtig blöd! Es gibt einen Vater/anderen Elternteil, das Kind kennt ihn, aber niemand kann Treffen orakeln. Vermutlich macht das am allermeisten in der getrennt lebenden Familie kaputt, zumindest, wenn sie sich nicht sehr schnell komplett unabhängig vom gelegentlichen Auftauchen macht. In der Erziehung nur ein Nervfaktor für den Alltagselternteil!

 

„Vaterschaft light“ (nur die angenehmen Termine“) praktiziert der Ex von Leserin Schmiddy: 

Nach 2 1/2 jähriger Abwesenheit hat sich der Kindsvater an seine Rechte erinnert (wohlgemerkt, nachdem ich einen Antrag auf Sorgerechtsvollmacht gestellt habe), und pocht jetzt lautstark auf dieselbigen! In gelebter Realität heisst das: 2h/einmal pro Woche und 3h jedes zweite und vierte Wochenende – das sollte, seiner Meinung nach, auch reichen (wird ja auch irgendwann anstrengend mit einem 3 – und einem 4jährigen). Fallen allerdings Termine wie Kindergeburtstag oder sonstige Events auf diese Tage, ist er raus…oder krank…oder…oder…oder (sind ja zwei Kinder, wie soll man die denn händeln, das geht ja gar nicht…eigentlich würde er sie ja lieber einzeln nehmen…Zitat Ende). Er ist der Partypapa mit viel Süßigkeiten, Fernsehen, ohne Pflichten, und schafft somit eine merkwürdige Exil-Paralellwelt, die nichts mit dem sonstigen Leben der Kinder zu tun hat. Für den anstrengenden Rest bin ich nach wie vor zuständig… aber auch für die wundervollen, inspirierenden und glücklich machenden Momente – schade für ihn!!! Achso, Unterhalt passt auch nicht so recht in sein System, schließlich kassiere ich ja einfach so Unmengen an Hartz4-Kohle – ohne zu arbeiten, stell sich das mal einer vor – ich Luder!!!

Ganz großes Kino: sich erst an die eigenen Kinder tatkräftig erinnern, sobald rechtliche, finanzielle, moralische o.ä. Einbußen drohen und dann noch „Vaterschaft light extreme“ rauspicken.
Es bleibt die Feststellung: Immerhin haben sie einen Vater und kennen ihn.
Der Alltagselternteil muss sich schnellst- und bestmöglich unabhängig machen. Keine falsch verstandene Rücksicht!

 

Noch komplizierter wird getrennt lebende Erziehung natürlich, wenn die Kinder in einem Haushalt nicht von den gleichen Eltern abstammen, der Austausch aber stattfindet und koordiniert werden muss, so wie bei Leserin Rona (Auszug): 

 … Hinzu kam, dass er Schwierigkeiten mit dem Wechsel hatte und irgendwann gar nicht mehr beim Vater übernachten wollte. Nachdem ich das lange übergangen bin, bin ich schließlich nach einer psychologischen Beratung (die der Vater leider nicht mit in Anspruch nehmen wollte, um die Situation zu verbessern) auf seinen Wunsch eingegangen. Er ist dann nur noch tagsüber bei seinem Vater gewesen. Mit der Schwangerschaft des zweiten Kindes sind wir weiter weggezogen. Seitdem ist der Kontakt zum Vater immer weiter eingeschlafen. Mir wurde anfangs vom Vater Kindesentzug unterstellt mit Jugendamt und allem drum und dran. Bei dem vom Jugendamt angesetzten Termin hatte er dann aber plötzlich keine Zeit mehr. Dabei habe ich immer versucht, den Kontakt weiter aufrechtzuerhalten. Nur das Übernachten wollte ich nicht mehr gegen den Willen des Kindes durchsetzen. Jetzt ist es so, dass – wenn überhaupt – die Initiative für Vaterkontakt von mir ausgeht und ich den Sohn auch in die Vaterstadt fahre und wieder abhole. Wenn ich nichts mehr machen würde, wäre wohl gar kein Kontakt mehr da. Nachdem wegen des angeblichen Kindesentzugs so ein Tamtam beim Jugendamt gemacht wurde, habe ich bei selbigem eine Beistandschaft eingerichtet für den Unterhalt, der bis zum 6. Lebensjahr nicht gezahlt wurde. O-Ton: Läuft Dein Büro nicht, oder was? (nachdem ich eine monatliche Regelung von 50,- EUR/Monat vorgeschlagen hatte, weil er angeblich so wenig Geld hat). Die Beistandschaft hat den Unterhalt und einen Unterhaltstitel nach Prüfung des gar nicht so geringen Einkommens konsequent durchgesetzt. Mir hat das immer Bauchweh gemacht, da der Vater noch zwei weitere Kinder bekommen hat. Trotzdem habe ich verstanden: das ist Geld für meinen Sohn. Das steht ihm zu. …

Es wirkt absurd, meistens sind es die Mütter, die Himmel und Erde in Bewegung versetzen, damit es dem Kind gut geht, die Väter aber sehen eine intrigierende, unzuverlässige Frau in genau dieser Person. Und kommen im Leben nicht mal mit Arschtritt und gerichtlicher Nachhilfe darauf, dass man sich einfach aus ganz altruistischen Gründen um seinen eigenen Nachwuchs kümmern könnte. Weil es mitnichten der Ex zu Gute kommt, sondern dem eigenen Kind.

 

Leserin Kultmama brachte den Gedanken auf, dass es vielleicht eine Rolle spielt, wie Eltern sich nach der Trennung verhalten, ob das Kind geplant war oder sich eher überraschend ankündigte. 

 

Trotzdem macht Leserin Sonique Erfahrungen aus der Rubrik „Elternschaft bitte nur, wenn´s überhaupt gar keine Umstände macht“: 

Hier war es ein gemeinsames Wunschkind – zumindest theoretisch. In der Praxis ist es so, dass der KV mich 3 Monate nach der Geburt unserer Tochter verlassen hat, weil ihm nicht bewusst war – Überraschung! – wie viel Verantwortung das Elternsein erfordert. Inzwischen ist meine Tochter 6 Jahre alt und der KV erübrigt pro Woche 3 Std. Zeit für sie (vorausgesetzt, es ist mit seinen sonstigen Plänen vereinbar). In der Zeit gibt es dann Süßigkeiten, TV und immer ist die neue Freundin als Rückendeckung dabei. Nächstes Jahr ziehen wir in eine andere Stadt. Zwar nur 60 km entfernt, aber ich gehe davon aus, dass sich der Kontakt zum Kind dann nur noch auf Ostern und Weihnachten beschränken wird. Auf eine 14-Tage-Wochenend-Regelung wird er sich nicht einlassen. Das ist aber auch nicht schlimm… zumindest jetzt nicht mehr. Ich habe mich lange genug um einen guten Vater-Kind-Kontakt bemüht und ihm sein Kind ‚hinterhergetragen‘, aber irgendwann ist’s auch mal gut…

Was ist der Unterschied zwischen Müttern und Vätern (weil es in der Mehrheit so vorkommt), dass ausgerechnet das vermeintlich starke Geschlecht sich der elterlichen Verantwortung nicht gewachsen fühlt?

Schlecht erzogen? Wahnsinnig negativer Einfluss der gesamten männlichen Peergroup? Mangelnde Vorbilder? Eine seit bald 50 Jahren andauernde (weltweite)  Verantwortungslosigkeits-Ära?

 

Fazit: getrennte Erziehung gemeinsam kann gelingen. Besonders günstig scheinen klar aufgeteilte Aufgabenbereiche zu sein und ein Mindestmaß an Verantwortungsbewusstsein muss bei beiden Elternteilen vorhanden sein.

Trotzdem gibt es, wie auch in jeder Zwei-Eltern-Familie Konflikte, wer für was zuständig ist und wie Dinge ausgeführt werden sollten. Hier muss man besonders aufpassen, sich nicht hochzuschaukeln.

Je ruhiger alle miteinander umgehen können, das gilt besonders für gehässige, leise Untertöne, die gar nicht mal so laut sind, desto weniger leiden die Kinder unter der (neuen) Konstellation.

Aber einer von zwei getrennten Elternteilen schafft es nur selten, den anderen, unwilligen, ins Erziehungs-Boot zu holen, wenn der mehr Hemmnisse empfindet, als den in der Regel vorübergehenden Trennungsschmerz.

 

 

Riesenlanges Update

Es geht im Grunde kaum vorwärts, aber irgendwie doch. Die Zeit rast und manches kann man aufgrund der neuen Maßstäbe gar nicht fassen.

Die Arbeit

Seit einigen Wochen arbeitet Mamamotzt in einer festen TZ-Stelle. Fachfremd und natürlich unterqualifiziert, aber: es macht Spaß, es kam zum rechten Zeitpunkt (Konto leer) und es deckt so etwa den absoluten Grundbedarf der Familie. Obdachlosigkeit droht nicht mehr, Brot steht auf dem Tisch, mehr aber auch nicht.

Klingt schlimmer, als es ist, das Familieneinkommen setzt sich jetzt eben anders zusammen als bisher, und man wird erst mit der Zeit erkennen, was finanziell möglich ist und wo man dringend auf das Geld aus der weiterlaufenden Selbständigkeit angewiesen ist. Oder hoffentlich genug Familieneinkommen verfügt, um wenigstens Kinderzuschlag zu bekommen. Oder Wohngeld. Denn dafür reichte das Familieneinkommen zuletzt nicht mal. Die Wohngeldstelle hat sie weggeschickt, konnte nichts für die Familie tun.
– Egal, vorbei!

Am entspannensten ist auf jeden Fall die sichere Krankenversicherung, die jetzt definitiv in trockenen Tüchern ist, für alle vier!

Der neue Alltag

Alle müssen sich noch an die neuen Umstände gewöhnen, andere Alltagsstruktur, und vor allem ist gefühlt niemand mehr für irgendwas zuständig.

Mamamotzt wundert sich am meisten. Sie hatte vorher schon das Gefühl, nichts und niemandem Genüge zu tun. JETZT, wo sie durch Pendelei wirklich sehr lange außer Haus ist und überhaupt nicht „mal eben“ irgendwas tun kann, sieht man, WAS sie aber doch immer alles gemacht hat.
Es gab nie ein Angestelltenleben seit sie Mutter war, weil sie nie fest angestellt wurde, sondern im Textbereich üblich, nur als flexible Freelancerin gebucht wurde.

Jede Minikleinigkeit muss nun also besprochen, geplant und ggf. diskutiert werden. Und am besten doppelt abgesichert sein, denn wenn Mamamotzt nicht greifbar ist, um „mal schnell“ etwas umzuorganisieren, muss möglichst automatisch Lösung B greifen.

Die Mitnahmegelegenheit zum Sport hat spontan Klassenfahrt oder ist krank. Da gibt es noch Orga- und Absprachelücken.

Für ein anderes Kind fällt Training aus oder der Ort wird spontan eine Stunde vorher verschoben oder … xyz.

Von gewissen Vorfällen, die besonders in der Anfangszeit der aushäusigen Arbeit gehäuft vorkamen, mal gar nicht zu sprechen.

Und die Brillanten müssen selbstorganisiert aufstehen und das Haus verlassen, weil Mamamotzt dann schon zur Arbeit pendelt.

Das wiederum ist eigentlich richtig geil: aus dem Haus = für nichts mehr zuständig, weil man es eh nicht ändern kann.

Problem: niemand ist da, der ihren Part übernimmt, also stauen sich Ungereimtheiten nur auf, bis sie wieder zurück ist.
Hm.

Und sie versteht inzwischen die sich in der Ruhe der Arbeit versteckende Väter durchaus! Aber sowas von! Immerhin gibt es dort Kollegenanerkennung, einen finanziellen Bonus für die pure Anwesenheit und dafür keine Stunden später sowieso unlösbaren mega-unfairen Pausenhofschlägerei-Nacherzählungen.

Alle müssen mitziehen

Der Freund muss auch mitziehen und tut das auch. Was Mamamotzt erstaunlich findet, denn bisher machten die Männer immer eine Wende, sobald es Veränderungen bei Mamamotzt gab, die sie in irgendeiner Weise hätte mittragen müssen. (Einen Tag weniger Zeit „für ihn“, vor allem! Da laufen Männer sehr schnell sehr weit.)

Für das an Arbeitstagen liegengebliebene nun bleibt interessanterweise kaum genug Zeit, es an den arbeitsfreien Tagen aufzuarbeiten. Allerdings war der erste Monat auch gespickt mit Widrigkeiten, so dass es hoffentlich bald etwas ausgeglichener wird.
Facharzttermine der Kinder (Zahnspange etc.) in einer unerreichbaren Stadt, Schulanmeldung hier, Opa versorgen da, bisherige Ehrenämter dort, das alles muss an den „freien“ Tagen klappen, an denen eigentlich die selbständige Tätigkeit das kleine Grundgehalt abrunden soll.

Hilfe – 12 Wochen Ferien ohne Hort!

Und das größte Novum: die Ferien!
Bisher war der Vorteil der unfreiwilligen Selbständigkeit von Mamamotzt, dass wenigstens in den endlosen Schulferien eine große Flexibilität herrschte und sie oft mittags das Büro schließen konnte, um mit den Kindern ins Freibad zu gehen. NATÜRLICH MIT FINANZIELLEN EINBUSSEN. Aber es war eben möglich.

Das geht nun nicht mehr. Ihr bleiben für den Rest des Jahres praktisch noch zwei Wochen Ferien. (Nicht zu Jahresbeginn eingestiegen und einige Termine standen schon vor der Arbeitsaufnahme fix im Kalender, so dass das jetzt der – gefühlt mickrige – Rest ist.)
Und Weihnachten durcharbeiten, keine Betriebsferien, das ist … neu für die Familie.

Als Selbständige, zumal im Journalismus, steht immer zur Debatte, mal für ein, zwei, drei Wochen auf eine Recherchereise zu gehen.
Aus, vorbei. Diese Art der Flexibilität ist weg.
Eingetauscht gegen existenzielle Sicherheit.
Bestimmt ein guter Deal.

Momentan werden die Sommerferien geplant. Schwierig, denn für den für zwei Wochen abdeckenden käuflichen Hort sind die Brillanten zu alt. Zum Ex können sie nicht, andere Lösungen sind auch schwierig.
Sprich: drei verschiedene, individuelle Lösungen für sechs Wochen ausarbeiten, für jeden Tag. Samt Plan B, weil garantiert immer wieder etwas nicht klappen wird.
Sind übrigens nur 256 Pläne, die das bedeutet. Für die vor der Tür stehenden Sommerferien. Sollte gehen.

Ex glänzt wie immer

Was den Ex betrifft, hat sich nichts geändert. Er will die Kinder sehen. Wann es ihm passt. Und er will nicht wissen, was sie so im Alltag machen, wenn es Geld kostet. Er will aber die Zeugnisse sehen. Weil das sein Recht ist. Aber kostenpflichtige Unternehmungen interessieren ihn nicht. Bitte! Man verschone ihn damit! Schulbücher, Klassenfahrten, Zahnspange, Sportverein, Sonderausstattung, Geburtstage etc.
No interest, no pay, no excuses!

Es hackt wohl?!

Die Beistandschaft ..

.. hat sich nach einer Beschwerde entschuldigt, dass dort tatsächlich kräftig gepennt wird/wurde. Geld fließt ja immer noch nicht, obwohl Ex das zumindest großherzig angekündigt hatte. In diesem Monat wolle er Mamamotzt (wohlgemerkt: ihr! , nicht den Kindern!) entgegenkommen. Weil er so großzügig ist. Vermutlich plant er, eine Summe bis 50€ zu überweisen. Mit der Mamamotzt sich dann umgehend einen süßen Lebensabend auf den Malediven machen wird.
Oh Jesus! Wirklich!

Ansonsten ist interessant, dass Ex weder arbeitet (keine Eingänge bei der Rentenversicherung), noch ein Gewerbe angemeldet hat, noch Sozialhilfe bezieht noch sonst irgendwie seit Jahren über nachgewiesenes Einkommen verfügt.
Ist Mamamotzt die einzige, der das mehr als merkwürdig vorkommt?
Schwarzarbeit lässt sich ja naturgemäß schwer nachweisen, aber da der Ex eher nicht über größere Latifundien verfügt, von deren Zinseinkünften er leben könnte, muss es doch ziemlich sicher Schwarzarbeit sein.

Mamamotzt muss jetzt erstmal den erfolglosen Gerichtsvollzieher bezahlen. (Erster Kotzstrahl!)
Dann will die Beistandschaft (angeblich kostenlos!) die ermittelte Lebensversicherung des Ex pfänden wegen der aufgelaufenen Unterhaltsrückstände für ein Kind. Das ist ok. Kostet aber Mamamotzt aber auch wieder Geld, denn umsonst rückt die Versicherung das Geld nicht raus. Genaue Kostenangaben und Gewinnaussichten gibt es nicht, es kann also im Zweifel richtig ungünstig laufen. Minusgeschäft, eventuell.
(Zweiter Riesenkotzstrahl!)
Aber, dringende Anmerkung: der Ex hat natürlich zwingend zu wahrende und zu bedienende Rechte! Und zwar muss ihm dringend laufend Bericht erstattet werden. Das ist doch sein Recht. Und er hat ja auch schon eine Sorgevollmacht unterschrieben und ist doch mega-kooperativ. Mit Finanzthemen also bitte verschonen, aber Glanzthemen transportiere man ihm gerne zu.

Das ist doch total verrückt!

(Exkurs: neulich sprach eine Bekannte die Brillanten an, sie seien doch die Kinder vom Ex. Die Brillanten hatten noch nie(!) Kontakt zu der Dame. Sie kann sie maximal von Fotos kennen. Die der Vater natürlich eifrig knipst, wenn er die Kinder ab und zu überfallartig vor dem Haus abfängt. Und offenbar als liebevoller Vater dann überall stolz herumzeigt. Krass, irgendwie.
Ein anderer Verwandter aus der Ex-Familie wusste auch nach Jahren ohne Kontakt zur Mamamotztfamilie sehr gut über die aktuellen Verhältnisse Bescheid und verplapperte sich bei einer zufälligen Begegnung. Die öffentlich zugänglichen Daten im Netz werden also für eifrige Recherche genutzt. Mamamotzt sollte dort am besten mal Tacheles reden! Von wegen treusorgender Ex und so!)

Wenn Unterhalt fließen würde und man sich endlich absetzen könnte

Die Unterhaltsschulden beim Kind mit Titel belaufen sich allein in der verhältnismäßig kurzen Zeit schon auf eine fast fünfstellige Summe (10.000€)! Auch krass, was man hätte machen können, wenn man das Geld gehabt hätte.
Andererseits: wurscht egal. Man muss halt regelmäßig mahnen, damit der Anspruch gewahrt bleibt und das Kind in 30 Jahren noch das Geld einklagen kann. Jetzt kommt sowieso nichts.

Für eine Lebensversicherungpfändung von Ex soll Mamamotzt jetzt in Vorkasse gehen. Komische Rechnung: der Staat sagt, er hülfe bei nachlässigen Unterhaltsschuldnern und stünde Alleinerziehenden zur Seite. Kostenlos. -> Beistandschaft

Die Kinder haben noch keinen Pfennig gesehen. Aber Mamamotzt tritt immer wieder in Vorleistung und schmeißt dem Ex für selbstverständlichste Selbstverständlichkeiten Geld hinterher.
(Für die Vollmacht, damit sie nicht teuer und zeitaufwändig hinter seinen Unterschriften herhecheln muss. War wegen Anwalt richtig teuer! Für den Gerichtsvollzieher. Für die Auflassung der Lebensversicherung. Für das Gerichtsverfahren zur Erzwingung von Angaben zu seinem Lebensunterhalt und Einkommen, sowie für ein weiteres zur Berechnung des dann fälligen Unterhalts, für …)

Bekommen haben die Kinder dafür bis jetzt: gar nichts!

B.t.w.: die Beistandschaft vertritt die Kinder. Klagt ggf. vor Gericht im Namen der Kinder. Die kein Einkommen haben. Daher muss Mamamotzt blechen. Obwohl sie nichts zu melden hat, ja, sich nicht mal einmischen darf.
Komisch. Da stimmt doch auch irgendwas nicht.

Die üblichen Kommunikationsprobleme mit Ex

Nochmal zurück den anstehenden Sommerferien. Es wäre ja auch schön, wenn der Ex die Kinder mal wieder ein Wochenende nehmen könnte/würde/täte. Ein Kind war gute anderthalb Jahre ohne größeren Kontakt, maximal ein Hallo im Vorübergehen.
Mamamotzt bat um Absprache bezüglich der Sommerferien mit mehrtägiger Antwort-Frist.
Sie dürfte wieder die Zeit erwischt haben, in der Ex seine Nachrichten nicht empfangen konnte. Das macht sie ja jedesmal so, mit Absicht! Immer, wenn er gerade mal drei Wochen keine Post, keine Mails und sonstwas empfangen kann, schickt sie prompt irgendwas mit Frist.

Liebe Leser, Sie sehen: alles wie immer. Wieso sollte sich das auch je ändern?

Elternebene in der Nähe? – Noch nicht ganz

Elternebene mit Ex.

Mamamotzt ist nah dran. Zuletzt erreichten sie drei Mails, 1,5 Zeilen ca. lang, binnen 10 Tagen. Eine davon betraf sogar die Kinder. Die anderen gingen um die Schlechtigkeit von Mamamotzt.
Soviel gab´s jahrelang nicht an Kommunikation.

Ex will Umgang und hat das für seine Verhältnisse langfristig angekündigt, nämlich eine Woche vorher. Leider war die Familienfeier, zu der die Familie aufbrach, schon Monate vorher angekündigt. Also kein Umgang möglich.

Dann gingen zwei zeitnahe Mails an Ex raus (binnen 10 Minuten), eine Umgangsalternative, mit Frist das zu bestätigen, sowie eine Mail mit Berichten über die Kinder. Weil, das muss Mamamotzt ja.

Auf die Mail mit den Berichten über die Kinder gab es prompt eine Reaktion: „Erzähl mir bloß nichts mehr, was du für die Kinder tust!“ (Sprich: Sag nichts über kostspielige Klassenfahrten, Schüleraustausch, Jugenzimmermöbel, Vereinskram, Klamotten oder sonstige Extrakosten. Zeugnisse und Urkunden genügen, die gibt es schließlich „kostenlos“.)

Generös wurde zudem angedeutet, dass Ex Mamamotzt demnächst finanziell entgegenkommen wird.

Aha, noch einer, der denkt, die Frau macht sich ein schönes Leben mit den gefühlt überwiesenen Millionen.
Wenn da überhaupt was kommen wird, sind es 10 – 20 Euro pro Kind/mtl., das deckt kaum den Vereinsbeitrag. Oder das Mensaessen. Oder die Fahrkarte. Usw. Aber es reicht dicke für öffentliches Jammern, wie kostspielig die Ex ist. (Die NIE auch nur einen Pfennig/Cent vom Ex bekommen hat. Noch nichtmal zu Ehezeiten!)
Die dezenten Hinweise durch mehrere Zwangsvollstreckungen und diverse Gerichtsverfahren, die summasummarum darauf drängen, zu überlegen, dass man auch als Trennungselternteil noch Verantwortung trägt für seine Kinder, fruchten also offenbar. War das einfach!
#Dankbarkeit

Auf die parallele Mail mit der Terminverschiebung gab es zunächst keine Ansage.
Um dann umso empörter zu spät zu krakeelen, dass Ex seine Mails ja nicht ständig öffnen könne und Mamamotzt das ja auch gewusst habe und sie deshalb die Frist zur Zusage reingeschrieben habe. Damit er die Kinder nicht sieht.

 

Gott sei es an diesem Pfingstfest zutiefst gedankt, dass sich diese eklatante Logik- und Denkschwäche scheinbar nicht vererbt hat.

Hallelujah!