Weiter so? – Nein!

Wie unendlich herbeigesehnt diese Osterpause ist!

Kein Deko-Gedöns, keine Termine, nicht mal aufwändiges Essen. Einfach mal dezidiert nichts tun. Nur die freie Zeit genießen, nicht mal putzen, gerade mal 4 Mahlzeiten pro Tag ausstaffieren – fertig.

Arbeit …

… eine Mischung aus Festanstellung und Freelancer. Es schlaucht sehr und die Bilanz nach grob einem Jahr fällt durchwachsen aus. Sehr durchwachsen.

Durch die Pendelei kostet die Festanstellung viel Zeit. Sie garantiert aber ein Grundeinkommen und eine Krankenversicherung für die Familie. Das Gehalt reicht nicht zum Auskommen (für vier Personen), also muss an den anderen Tagen auch Geld verdient werden. (Unterhalt kommt nur ganz gelegentlich in unkalkulierbaren Bröckchen, was bedeutet: kalkulieren wie ohne Unterhalt.) ((Die Konditionen der Anstellung sind nicht verhandelbar, schon probiert. Entweder so oder nicht.))

Die Umstände ermöglichen nur schlecht bezahlte Aufträge, die immerhin mit der wenigen, verbleibenden Energie machbar sind, im Gegensatz zu tolleren, besser bezahlten Projekten. Und sie fressen ebenfalls viel Zeit. (In der Summe VZ Arbeit und mehr, aber ein unregelmäßiges und unbefriedigendes Einkommen.)

Während das Hamsterrad läuft, hier also seit Herbst bis jetzt durchgehend, kommt Mamamotzt überhaupt nicht zum effektiven Nachdenken. Irgendwas ist immer und man braucht einen echten Abstand zu den Dingen, die man mal aus einer anderen Perspektive betrachten muss/möchte.
Also die Gesamtsituation, die Arbeits- und Familiensituation in diesem Fall. Besonders, wenn man absolut alleine überlegen muss und maximal die eigenen Kinder als Gedanken-Sparringspartner hat.

Die Brillanten an sich kamen in diesem letzten Jahr viel zu kurz. Bei allem Lerneffekt, den es dabei auch gibt.
Es gibt hier nichts und niemanden, der Mamamotzt unterstützt, und wenn sie nicht die Hausaufgaben überwacht, tut es niemand. Wenn sie nicht für Arbeiten übt oder Vokabeln abfragt, macht es niemand. Das sieht man auf den Zeugnissen. Wenn sie nicht zeigt, wie XYZ funktioniert, dann tut es niemand. Alles, was Mamamotzt nicht tut, passiert nicht. Putzen, erziehen, zuhören, die Welt erklären.
(Im Freundeskreis der Brillanten gibt es bereits erschreckende Beispiele, was dadurch passieren kann!)

Mamamotzt ist leider keine Heldin sozialer Netze im real life, hat aber ein Händchen für falsche Charaktere. (Viel versprochen, schon gebrochen …)

Die Brillanten stellen keinen Unsinn an, wenn Mamamotzt nicht zu Hause ist, aber das ist auch schon alles. Sie hängen lethargisch herum und tun … nichts.
Trilliarden vertane Chancen!

_ _ _

Blöd, dass ihr nicht mal ein Ziel klar ist. Will Mamamotzt mehr Zeit für die Brillanten, egal, was es kostet? Will sie gerne wieder anspruchsvolle Tätigkeiten ausführen und weg von den Hilfsjobs? Wäre sie bereit, sich von irgendwas oder irgendwem abhängig zu machen, um (Familien-)Zeit zu gewinnen? Welchen Schritt würde sie als erstes gehen? Wie wichtig ist ihr das komplett weggebrochene eigene Sozialleben? Ist es auf Dauer ok., abends nur noch ins Bett zu wollen und als einziges Ziel für freie Stunden zu haben, bloß Ruhe haben zu wollen, keinen Menschen sehen zu wollen und möglichst nichts zu machen?

_ _ _

Eine gute Grundsatzfrage ist in Momenten, in denen im Leben irgendwas nicht richtig erscheint, oder falsch oder untragbar, folgende:

Kannst du dir vorstellen, noch ein/fünf / Jahr/e genauso zu leben? 

Antwort lautet: definitiv nicht!

_ _ _

So! Es muss sich also etwas ändern.

Aber: wo anfangen?

_ _ _

Ganz privat gibt es natürlich Faktoren, die selbst hier nicht thematisiert werden, die aber eine Rolle spielen. Wahrscheinlich nicht mal unerheblich. Die „zu beackern“ ist einzig Mamamotzts Aufgabe. Und ohne Kenntnis derer sind eigentlich alle möglicherweise eingehenden Ratschläge oder Hinweise vergeblich.
Also, ein Like unter dem Beitrag ist ok, aber alles andere kostet leider nur kostbare Leserlebenszeit. 😉
:-*

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Gedanken: BGH zum Wechselmodell

Der Bundesgerichtshof stärkt das Wechselmodell (WM). (Bitte selbst googeln, den Text der Süddeutschen Zeitung zum Thema ist hier verlinkt.)

Unter dieser Voraussetzung hätte es damals für die Brillanten ziemlich sicher so ausgesehen:

Trennungsgespräche wegen absoluter Uneinigkeit beider Eltern mit Hilfe der Berater vom Jugendamt. Dort wird ja immer nur beraten, ein Jugendamt kann ja per se nichts anordnen, lediglich vorschlagen!
Der arme Ex, der bereits ausgezogen ist und tatsächlich versucht, sich als Alleinerziehender darzustellen, um von Finanzboni an jedweder möglichen Stelle zu profitieren, klagt das (war so) auch dem Jugendamt.

Mamamotzt als Stärkere („Die Kinder leben bei Ihnen, damit sind Sie in der stärkeren Position, Frau Motzt!“) soll wider die Vernunft „dem armen Vater gegenüber“ nachgeben. Die Brillanten eine Woche bei ihr, eine Woche beim Ex.

Das erste, was Ex einfiel, tatsächlich und in jeder Unterhaltung: ab wann er nicht unterhaltspflichtig wäre und wann er von Mamamotzt Unterhalt bekäme.

In seinen Augen lebte er sogar das WM, versuchte teils sogar darzustellen, er betreue die Kinder wesentlich mehr als sie. Damals belief sich das auf maximal 10 Tage von 365 pro Jahr, und schon damals fand er Stellen, die ihm das eine Zeit lang glaubten und Mamamotzt kritisch anfragten.

Entfernung gering, aber …

Wenn auch damals schon galt, dass die Vergangenheit nicht zählt und nur nach vorne geschaut wird („Herr Ex verspricht hier und heute, dass das klappt! Das glauben wir ihm jetzt alle. Punkt!“), dürfte das bei Verhandlungen ums WM umso stärker ins Gewicht fallen.

Ex würde also versprechen, auch in seiner Woche die Kinder in die Schule zu schicken. Per Luftlinie ist nicht weit, 25 Kilometer vielleicht, aber es gibt einen Wechsel von Großstadt zu ländlicher Pampa. Keine gute Verkehsanbindung. Fahren konnte er sie damals nicht, kein Auto. Versprochen hätte er es aber. Genauso, wie er tägliche Hausaufgabenhilfe versprach (nicht einmal!), Organisation sämtlicher Hobbies (kennt er bis heute nicht) und Hilfe bei unbedingtem Unterstützungsbedarf (de facto gab er aus diversen Gründen nicht mal sein Einverständnis).

Was wäre dann? Der andere, der verantwortliche Elternteil, holt die Kohlen aus dem Feuer.

Zum Wohl der Kinder einig werden

Irgendwo müssen die Brillanten von Mamamotzt und überhaupt alle kleinen Brillanten dieser Welt ihre Ärzte und Vereine haben, ihre Freunde könnten auch an zwei Orten leben (doppelt so viele), die Schule, die Kirchengemeinde, whatsoever.

Ärzte stehen hier mal ganz oben, denn es ist ein Sechser im Lotto, wenn der Kieferorthopäde wie aktuell mal alle drei Kinder auf einen Termin legen kann und damit zwei weitere Nachmittage (oder gar Vormittage) entstresst.

Wer würde das Wohl der Kinder tatsächlich beim WM an höchste Stelle stellen? Über sein eigenes? Wer würde sie zu ihren Terminen begleiten?

Eltern müssten an einem Ort wohnen bleiben, optimalerweise in einem Viertel einer größeren Stadt. Sonst werden Schulbesuch und Arzttermine (3 Kinder: alleine 6x pro Jahr Zahnarztprophylaxe, auf dem Land jedes Mal ein Autotermin!) zum logistischen Dauerproblem. Termine nur in den Wochen eines Elternteils? Utopisch und ungerecht.

Was wäre dann? Der andere, der verantwortliche Elternteil, holt die Kohlen aus dem Feuer.

Das liebe Geld

Was wird aus den Kindern bei Ex, der jetzt schon kein Geld und keinen Unterhalt zahlt, obwohl er angeblich sehr viel arbeitet, wenn er dann weniger arbeiten kann, weil er wochenweise die Kinder betreuen muss? Ex wird natürlich Aufstocken via Amt, das ist sein Stil. Hat Mamamotzt auf der anderen Seite dann automatisch genug Finanzmittel, weil die Kinder ja immer eine Woche nicht da sind?

Es sind einfach höhere Gesamtkosten, denn beide Eltern brauchen wirklich eine lebenswert eingerichtete Wohnstatt, nicht nur ein schönes, aber flexibel nutzbares Gästezimmer für die Kinder.

Mamamotzt geht es übrigens nicht um Unterhalt, weshalb sie aus eigener Erfahrung das WM nicht präferieren würde. Sie hat nie welchen bekommen. Sorry, das Totschlagargument greift nicht.

Verantwortung

Wer zeichnet Zeugnisse und Tadel ab, nimmt Kenntnis vom Elternaben und besucht ihn auch? Wer kümmert sich um das ganze soziale Zeugs wie Geburtstage, eigene und die fremder Kinder, und wer hat die Größe, nicht mindestens 5x pro eigener Kinderwoche zu fluchen, dass irgendwas total in die Binsen gegangen ist, weil der/die Ex das verkackt hat?

Und das ist dann nicht so kindeswohlorientiert. Oder?

Aber ausprobieren muss man es erstmal

Wechselmodell. Damit beide Eltern ihr Recht auf Zeit mit den Kindern bekommen. Hm. Ehrlich gesagt waren schon die ganzen Versuche, regulären Umgang zu etablieren, damit der Ex zu seinem geforderten Recht kommt, welches er dann nicht wahrnahm und die Kinder damit in tiefe, emotionale Täler stieß, nachhaltig kräftezehrend. Für den kompromiss-eingehenden Teil der Trennungsfamilie.

Aber um der Gerechtigkeit Willen für beide Eltern und weil Kinder sich natürlich nach ihren beiden Eltern sehnen, wurden diverse Versuche gestartet und das Jugendamt wurde auch nicht müde, Chance um Chance für den Ex zu fordern.

Es dauerte allein beim Umgangsthema ca. fünf Jahre, bis die Gängelei der Kinder, dass sie müssen, was der Ex will, zum Ende kam. Und dieser Ex kämpft überhaupt nicht mit harten Bandagen, sondern maximal mit zitternder Stimme und Tränchen.

Es wäre in Fällen wie diesem völlig inpraktikabel und absolut schädlich, „erstmal“ das WM anzuordnen, um nach Eskalationen um Zahnspangen und Nachhilfe, unbezahlte Rechnungen, entweder Verwahrlosung oder Wohlstandszumüllung der Trennungskinder festzustellen, dass es in diesem Fall offenbar nicht möglich war, „beiden Eltern gerechte Zeit mit den Kindern zu ermöglichen“.

Wie groß und irreparabel muss der Schaden dabei wohl werden, um das im Falle eines Falles feststellen zu lassen? Ein Elternteil, der unwillige nämlich, ist ja ohnehin als Buhmann ins WM gestartet, weil es gegen seinen Willen war.

Werden seine Wünsche, Warnungen und Befürchtungen überhaupt ernst genommen, die des ewigen Verhinderers?

Ganz enge Parameter stecken

Die Parameter, wann überhaupt ein WM nur möglich ist, müssten extrem klar definiert werden:

– was ist zum Wohl des Kindes
– räumliche Nähe
– Finanzierung
– Aufteilung der Verantwortung
– Konsequenzen bei Nichtgelingen
– und viele, viele mehr

Leider fehlt gerade die Zeit, aber das Thema brennt.
Schön, dass sich insgesamt was tut an vielen Fronten im deutschen Familienrecht. Schade, dass es nicht immer praxisorientiert ist.

Ein zufriedener Beitrag

Das Leben kann so schön sein. So schön smooth, so glatt.

Den Brillanten geht es gut, alle sind gesund, alles prima.

Die Tage werden länger, die Sonne schien jetzt einige Tage, man wohnt, man lebt, man freut sich. Weil man sich dessen bewusst ist.

Jemand sagt mit mitleidiger Stimme, in dem Alter der Brillanten seien die Jugendlichen ja auch schwierig.
Nö, hier nicht. Das können die sich gar nicht leisten. Mamamotzt ist zwar extrem lässig in vielen Dingen, aber da ist sie streng. Und kennt den Weg zur Haustür. Und würde ihn zur Not auch weisen.

Das liebe Geld

Aus Spaß hat sie eben noch einen Hartz IV-Rechner ausgefüllt, so, als ob sie nicht bienenfleißig erwerbstätig sei und über gar kein Einkommen verfügen würde. Eine einfache Version, ohne allzuviel Schnickschnack. 

Also entweder ist das viel Geld, der Rechner kaputt oder sie verdient ganz schön wenig. Der berühmte Satz: „Ohne Arbeit hätte ich mehr!“, er träfe mehr als zu. (Mit Hartz IV kann man ja auch Zuschussanträge für Klassenfahrten und Sportvereine stellen, wie geil wäre das denn?!) 

Trotzdem wird sie nicht hinrennen und den Rest beantragen, der der Familie vermutlich noch „zusteht“, im Gegenteil, es schüttelt sie alleine bei dem Gedanken. 
Und glücklicherweise ist sie in der Lage, ohne die bisherige Pflege schwerst Pflegebedürftiger „nebenbei“ sich um mehr freie Aufträge zu kümmern. Phasenweise mit Knochenjobs das monatliche Einkommen anzuheben. Und sie hat absolut keinen Nerv, dafür Quadratkilometer an Formularen auszufüllen, jeden Monat neu, weil sich das freie Einkommen ja verändert, und zu kontrollieren, wo ein „Groschen“ fehlt. 
Dafür aber noch einen Bewerbungsmarathon hinlegen zu müssen, um im Bezug zu bleiben. Nein, dann lieber manchmal verzichten und Suppe strecken. (Passiert nie, Suppe strecken. Verzicht ist wohl eher das Zauberwort.) 

Unabhängigkeit rulezzzz! 

Glücklicherweise sind die Brillanten groß genug, dass es einigermaßen hinhaut mit der vielen Arbeit = Abwesenheit, physisch und/oder psychisch. 

Erziehung nebenbei

Mamamotzt ist sicher nicht die erste Pädagogin ihrer Kinder, keine super Erzieherin oder ähnliches. Das extrem überhöhte Ideal, welches Eltern heute erfüllen wollen, ihre Kinder bis zum Erbrechen fördern oder maximal helikoptern (teils, ohne es zu wollen, ja, sogar ohne sich dessen bewusst zu sein), war eh nie ihres. Und sie kommt gepflegt nicht mal ihr eigenes, kleines Erziehungsideal heran.

Eine gewisse Menge Quantitätszeit mit dem Nachwuchs fällt zu oft unter den Tisch, weil Zeit und Nerven fehlen, noch ist bezahlter oder gar biologischer Ersatz zur Hand. Gemeinsame Mahlzeiten als fester Anker im Tag? Ha, ha, ha! Irgendwer ist immer nicht da, akut unterzuckert oder leider gerade satt. Schadeschadeschade, aber kaum zu ändern.

Die Brillanten wachsen auf, wie viele Milliarden Kinder vor und neben ihnen auf diesem Planeten: ohne Lob für jeden Schiss, einfach normal und nebenbei. Mittelstrukturiert und eilig geliebt, aber von Herzen!

Vieles, was sie können könnten, wird ihnen verwehrt bleiben, weil es nicht möglich ist. Das ist sehr bedauerlich. Bildungsbürgertum adé.
Aber vielleicht und hoffentlich haben sie Resilienzen gegen Unbill im Leben, weil sie erfahren haben: das Leben ist hart und ungerecht, aber mindestens ein Pfeiler ist unumstößlich. Mama. 

Ein ganz normaler Tag

Ein Kind bedankt sich für den schönen Tag heute (ein stinknormaler, aber es lief halt einfach mal alles so, wie man es für normal hält), ein Kind ist allmählich wieder gesund und für die Zeit seiner Krankheit konnte Mamamotzt bezahlt und versichert der Arbeit fernbleiben (ein einziger Fehltag, das Kind war natürlich länger krank, aber der Rest wurde anders abgefedert!), ein Kind wurde außerordentlich freundlicherweise von Bekannten zu einer kulturellen Veranstaltung mitgenommen, was sonst nicht möglich gewesen wäre.

Dankbar sein fällt eventuell viel leichter, wenn man materiell weniger hat. Dann fühlt man es besser.

Das Leben plätschert ruhig dahin

Das Leben plätschert derzeit ruhig dahin. Mehr hat sich Familie Mamamotzt lange nicht gewünscht. Ein Traum ist damit wahr geworden!

Einfach mal keine Katastrophen.
Vor allem einfach mal möglichst lange keine Entscheidungen als Laie über Leben und Tod mehr treffen müssen. Auch das Aus mit dem #Freund ist in der Nachbetrachtung eine Nachwehe dieses Traumas mit allen Folgewirkungen. Es ist wirklich ein Trauma, Pflege (zu Hause oder auch nicht zu Hause) kann einfach richtig scheiße sein und leider auch langanhaltende, unschöne Folgen ziehen.
Therapie? Nicht nötig. Manche Menschen machen sowas mit sich selbst aus, aber es braucht Zeit.

Die Familie ist stabil

Die Familie Mamaotzt ist derzeit stabil. So stabil wie lange nicht. Es fühlt sich einfach mal geschmeidig an.

Keine Dramen, weder beim Familienvorstand (Herzschmerz) noch bei den Brillanten (Freunde verursachen ja komischerweise häufig mehr Ärger als Freude …).

Möge es lange so bleiben.

THE END

 

 

P.S.: Eine fette Nachzahlung, die nicht mal verbrauchsabhängig ist (Grundsteuer B etc.) und ein häßliches Telefonat werden die positive und gechillte Stimmung jetzt auch nicht ändern!
Nimm das, Schicksal! Du kannst sie alle mal!

 

 

 

 

 

Stimmung

Der letzte große Absturz kam im Sommer, bis dahin ging es eigentlich. Das Leben war seit einigen Monaten umgestellt und klappte eigentlich ganz ordentlich. Angestellt mit Pendelei bedeutet, deutlich weniger Zeit für die Kinder, aber eben auch Kontakte außerhalb der Familie.

Durch die Pflegesituation und erheblichen Stress, der aber nur vier Wochen dauerte, stellte sich schnell eine akute Depression oder ein ordentlicher Burnout ein. Egal, wie das Problem benannt wird, Mamamotzt war in einem Tief. Trennte sich vom Freund, regelte die Pflege und versuchte, sich aufzurappeln.

Aber es gelang nicht.

Sie ging sogar freiwillig zu Ärzten. Das bedeutet, dass es ihr wirklich beschissen ging. Und die Ärzte sagten, was sie immer sagen: „Ändern Sie Ihr Leben, einen schönen Tag noch, tschüß!“

Und die Ärzte haben ja auch Recht. Denn es ist nicht organisch, das wurde immerhin festgestellt. Ein Mensch sollte froh sein, wenn er so tiptop gesund ist, wie Mamamotzt.

Ja, das ist sie. Sehr, sehr, sehr! Die Gesundheit ist das einzige, was sie hat.

Und trotzdem ist da noch immer diese Bleiweste.

Vielleicht mehr Sport? – Also wieder mehr Sport.
Nicht schlecht, zumindest solange, wie sie aktiv ist. Kaum beruhigt sich der Puls wieder, tut es die Laune auch.

Achso, die Frauenärztin riet zu Mönchspfeffer-Produkten, die auch eifrig angewendet wurden. Doch nach mehreren Monaten Einnahme hat sich effektiv nichts getan. Die anfängliche Euphorie ist komplett verpufft. Kann sein, dass es bei anderen wirkt. Aber bei Mamamotzt wirkt es nicht, wie so vieles. Offenbar. Außer Rotwein, und das ist keine Lösung.

Dann doch vielleicht Kopf? – Ja, was anderes bleibt ja auch nicht mehr.
Immerhin hat sie in der Zwischenzeit gelernt, dass sie extreme Bindungsängste hat und sich u.a. besser nicht auf Beziehungen einlässt. Die Ängste verschwinden weder durch Aussitzen noch durch wegscheuchen.
Und was an schlauen Beratern, Coaches oder sonstnochwas rumläuft: die können sicher eine Menge, aber da es ihr nicht liegt, sich darauf einzulassen, ist das kein Weg.

 

Niemand ist zu happy-go-lucky verpflichtet. Zum Glück. Und das ist die erleichternste Botschaft.

An Tagen wie heute, wenn sie an den Kindern sieht, dass sich ihre Verzweiflung und Unsicherheit schon sehr auf die Kinder übertragen haben, ist aber auch das nicht schön.

Zusammenfassung: Einsatz getrennt lebender Elternteile

Vor vielen Wochen hatte Mamamotzt um Erfahrungen gebeten, was den Einsatz getrennt lebender Elternteile (in Hinblick auf gemeinsame Erziehung) betrifft.
Es gab erfreulich viele Antworten, dafür sehr, sehr herzlichen Dank! ❤

Ganz grob besagen die Antworten:

alles kommt vor!

Von „es klappt super und beide Elternteile teilen sich die Aufgabe mit regelmäßiger Abstimmung bis „der/die Expartner/in weiß nichts vom Kind und könnte nicht mal, wenn er/sie wollte, spontan zur Erziehung beitragen“ war alles dabei.

Das ist schön, weil es dem beliebten Verallgemeinerungsmodus vorbeugt, dem man allzugerne verfällt, angesichts der eigenen Filterblase und auch aktueller Statistiken.

Leserin Elli kommentierte sehr anschaulich und mutmachend: 

Bei uns ist es so, dass mein Verlobter drei Kinder hat, die bei ihrer Mutter leben.
Der neue Partner der Mutter hat selbst zwei Kinder in die Beziehung gebracht, die ebenfalls bei ihm leben. Gemeinsam haben sie nun ein weiteres Kind bekommen. Patchwork per excellence quasi😉
Die Mädels telefonieren fast täglich mit ihrem Papa und erzählen was es Neues gibt, wie es in der Schule läuft. Da ist Whatsapp auch eine große Hilfe, da werden Videos, Bilder und Sprachnachrichten geschickt.
Zudem sind sie alle zwei Wochenenden bei uns zu Hause und auch, sofern das möglich ist, in den Ferien auch schon mal länger.
Entscheidungen wie Schulwechsel oder ähnliches werden sowohl von Mutter als auch Vater zusammen getroffen und dann gemeinsam mit den Kindern besprochen.

Anfänglich war das Verhältnis zwischen Vater und Kindern etwas holprig, die Trennung der Eltern war leider unschön und die Kinder haben mehr mitbekommen, als sie sollten. (Das war vor meiner Zeit, aber zumindest habe ich es so erzählt bekommen)
Mittlerweile gibt es da allerdings keine Probleme mehr und die Kids fühlen sich sowohl bei der Mama mit Stiefvater, als auch beim Papa mit Stiefmutter in spe (das bin ich) sichtlich wohl und freuen sich jeweils die Parteien zu sehen.
Die Erwachsenen verstehen sich auch untereinander sehr gut, was den Umgang auch für die Kinder sicherlich wesentlich erleichtert.

Ich komme selbst aus einer Patchworkfamilie und habe meiner besseren Hälfte da wohl auch den ein oder andren Denkanstoß gegeben wie man sich eben als Kind fühlt in einer solchen Situation. Er meint, dass hätte ihm geholfen.

Die Kids kommen gut damit klar, wie sie gerade leben und welche Beteiligung die Eltern haben. Zumindest ist das mein Eindruck.

Es ist fast erstaunlich, dass es den Kindern nicht zu viel wird, aber es zeigt eben auch, dass Kinder sich in sicheren, gefestigten, wohlschätzenden Gruppen wohl fühlen, gleich, welche Konsistenz die Gruppe hat.  (Leibliche Kinder etc. …)

 

Das krasse Gegenteil erleben die Kinder und auch Leserin Blumenwiese selbst, nämlich gar keinen Kontakt mehr: 

Am Anfang:
Versprechen des nicht bei den Kinder lebenden Elternteil an die Kinder: ich werde mich bald wieder um euch kümmern….

Aktuell (quasi nach dem Brief, der schon vor Jahren kam):
Kein Kontakt zu den Kindern,
Immer noch kein Unterhalt, immer noch keine Kontaktaufnahme durch das Elternteil …sporadisch evtl. mal zu den Geburtstagen…aber nicht immer, nicht regelmäßig, …Mann ist beschäftigt!

Die Kinder sehen es aus Sicht der Astronomie – bald ist ein dehnbarer Begriff, der gut und gerne auch 4 Millionen Jahre dauern kann😉
und haben Verständnis dafür, das ehrenamtliche Tätigkeiten in verschiedenen Firmen auch Ihre Zeit in Anspruch nehmen – der Richter sieht das im Übrigen genauso….

Blumenwiese, der es mit ihren Brillanten sehr gut geht 😀
Wir sind eine tolle Familie🙂

In vielen getrennten Familien nicht unbekannt: vollmundige Versprechen mit unbestimmter Datierung. Am Ende wartet der Alltagselternteil (im Gegensatz zum Umgangselternteil) auf den St. Nimmerlein Tag.
Die negative Spitze davon ist die Rechtewahrung, die sich die getrennten Eltern selbst zugestehen. Einbeziehen in die Erziehung und den Alltag des Kindes umgehend, sonst droht ein Gerichtstermin. Und dort wird juristisches Recht gesprochen, nicht moralisches.

 

Leserin Meinminime und ihr Expartner probierten vorübergehend das Wechselmodell aus, also 50-50 der Erziehung für beide Eltern: 

Wir leben seit 9 Jahren getrennt. Das erste Jahr haben wir im Wechselmodell gelebt und die Kinder haben sehr darunter gelitten, weil sie durch das viele hin-und her keine Sicherheit mehr hatten und nicht zur Ruhe kamen. Dann wechselten wir zum klassischen Wochenendpapa -Modell und seitdem bringt sich der Papa im Alltag der Kinder überhaupt nicht ein. Seit sie Whats App haben, schickt er manchmal Bildchen, aber das wars. An den Wochenenden mit Ihnen ist er allerdings voll dabei, macht viele Ausflüge, kümmert sich gut und ist für sie da. Sie fahren auch regelmäßig miteinander in den Urlaub.

Ist es verständlich, dass der Vater als Wochenendpapa plötzlich zurückzieht? Er bekommt ja auch deutlich weniger vom Alltag der Kinder mit, als wenn sie die Hälfte der Zeit bei ihm sind/von ihm betreut werden.

 

Die Frau kleinegroßeLiebe darf sich maximal über gelegentliche Grüße des Vaters freuen, mehr Beteiligung ist nicht: 

Also bei uns läuft es schlecht bis sehr schlecht und gar nicht… Kindsvater (die Bezeichnung Papa verdient er nicht) kommt wie er Lust und Zeit hat. Also nie. Ein Mal im Vierteljahr! Wenn es gut läuft. Interesse ist nicht da. Kümmert sich allerdings sehr um sein weiteres Kind (auch getrennt). Warf mir in der Schwangerschaft vor, dass ich mit dieser sein Leben zerstört hätte. Das Kind war aber gewollt. Das sagt doch eigentlich alles. Die Kleine leidet aber unter dem fehlenden Papa und beobachtet immer traurig andere Kinder mit ihren Papa’s. Der Umstand ist unserem aber herzlich egal. Es sei meine Aufgabe und Pflicht als Frau und Mutter (hört hört), das aufzufangen. Naaaa klar. Kein Problem. Ich küsse auch gern noch den Boden unter seinen Füßen….

Haben also so richtig daneben gegriffen 😔

Das ist richtig blöd! Es gibt einen Vater/anderen Elternteil, das Kind kennt ihn, aber niemand kann Treffen orakeln. Vermutlich macht das am allermeisten in der getrennt lebenden Familie kaputt, zumindest, wenn sie sich nicht sehr schnell komplett unabhängig vom gelegentlichen Auftauchen macht. In der Erziehung nur ein Nervfaktor für den Alltagselternteil!

 

„Vaterschaft light“ (nur die angenehmen Termine“) praktiziert der Ex von Leserin Schmiddy: 

Nach 2 1/2 jähriger Abwesenheit hat sich der Kindsvater an seine Rechte erinnert (wohlgemerkt, nachdem ich einen Antrag auf Sorgerechtsvollmacht gestellt habe), und pocht jetzt lautstark auf dieselbigen! In gelebter Realität heisst das: 2h/einmal pro Woche und 3h jedes zweite und vierte Wochenende – das sollte, seiner Meinung nach, auch reichen (wird ja auch irgendwann anstrengend mit einem 3 – und einem 4jährigen). Fallen allerdings Termine wie Kindergeburtstag oder sonstige Events auf diese Tage, ist er raus…oder krank…oder…oder…oder (sind ja zwei Kinder, wie soll man die denn händeln, das geht ja gar nicht…eigentlich würde er sie ja lieber einzeln nehmen…Zitat Ende). Er ist der Partypapa mit viel Süßigkeiten, Fernsehen, ohne Pflichten, und schafft somit eine merkwürdige Exil-Paralellwelt, die nichts mit dem sonstigen Leben der Kinder zu tun hat. Für den anstrengenden Rest bin ich nach wie vor zuständig… aber auch für die wundervollen, inspirierenden und glücklich machenden Momente – schade für ihn!!! Achso, Unterhalt passt auch nicht so recht in sein System, schließlich kassiere ich ja einfach so Unmengen an Hartz4-Kohle – ohne zu arbeiten, stell sich das mal einer vor – ich Luder!!!

Ganz großes Kino: sich erst an die eigenen Kinder tatkräftig erinnern, sobald rechtliche, finanzielle, moralische o.ä. Einbußen drohen und dann noch „Vaterschaft light extreme“ rauspicken.
Es bleibt die Feststellung: Immerhin haben sie einen Vater und kennen ihn.
Der Alltagselternteil muss sich schnellst- und bestmöglich unabhängig machen. Keine falsch verstandene Rücksicht!

 

Noch komplizierter wird getrennt lebende Erziehung natürlich, wenn die Kinder in einem Haushalt nicht von den gleichen Eltern abstammen, der Austausch aber stattfindet und koordiniert werden muss, so wie bei Leserin Rona (Auszug): 

 … Hinzu kam, dass er Schwierigkeiten mit dem Wechsel hatte und irgendwann gar nicht mehr beim Vater übernachten wollte. Nachdem ich das lange übergangen bin, bin ich schließlich nach einer psychologischen Beratung (die der Vater leider nicht mit in Anspruch nehmen wollte, um die Situation zu verbessern) auf seinen Wunsch eingegangen. Er ist dann nur noch tagsüber bei seinem Vater gewesen. Mit der Schwangerschaft des zweiten Kindes sind wir weiter weggezogen. Seitdem ist der Kontakt zum Vater immer weiter eingeschlafen. Mir wurde anfangs vom Vater Kindesentzug unterstellt mit Jugendamt und allem drum und dran. Bei dem vom Jugendamt angesetzten Termin hatte er dann aber plötzlich keine Zeit mehr. Dabei habe ich immer versucht, den Kontakt weiter aufrechtzuerhalten. Nur das Übernachten wollte ich nicht mehr gegen den Willen des Kindes durchsetzen. Jetzt ist es so, dass – wenn überhaupt – die Initiative für Vaterkontakt von mir ausgeht und ich den Sohn auch in die Vaterstadt fahre und wieder abhole. Wenn ich nichts mehr machen würde, wäre wohl gar kein Kontakt mehr da. Nachdem wegen des angeblichen Kindesentzugs so ein Tamtam beim Jugendamt gemacht wurde, habe ich bei selbigem eine Beistandschaft eingerichtet für den Unterhalt, der bis zum 6. Lebensjahr nicht gezahlt wurde. O-Ton: Läuft Dein Büro nicht, oder was? (nachdem ich eine monatliche Regelung von 50,- EUR/Monat vorgeschlagen hatte, weil er angeblich so wenig Geld hat). Die Beistandschaft hat den Unterhalt und einen Unterhaltstitel nach Prüfung des gar nicht so geringen Einkommens konsequent durchgesetzt. Mir hat das immer Bauchweh gemacht, da der Vater noch zwei weitere Kinder bekommen hat. Trotzdem habe ich verstanden: das ist Geld für meinen Sohn. Das steht ihm zu. …

Es wirkt absurd, meistens sind es die Mütter, die Himmel und Erde in Bewegung versetzen, damit es dem Kind gut geht, die Väter aber sehen eine intrigierende, unzuverlässige Frau in genau dieser Person. Und kommen im Leben nicht mal mit Arschtritt und gerichtlicher Nachhilfe darauf, dass man sich einfach aus ganz altruistischen Gründen um seinen eigenen Nachwuchs kümmern könnte. Weil es mitnichten der Ex zu Gute kommt, sondern dem eigenen Kind.

 

Leserin Kultmama brachte den Gedanken auf, dass es vielleicht eine Rolle spielt, wie Eltern sich nach der Trennung verhalten, ob das Kind geplant war oder sich eher überraschend ankündigte. 

 

Trotzdem macht Leserin Sonique Erfahrungen aus der Rubrik „Elternschaft bitte nur, wenn´s überhaupt gar keine Umstände macht“: 

Hier war es ein gemeinsames Wunschkind – zumindest theoretisch. In der Praxis ist es so, dass der KV mich 3 Monate nach der Geburt unserer Tochter verlassen hat, weil ihm nicht bewusst war – Überraschung! – wie viel Verantwortung das Elternsein erfordert. Inzwischen ist meine Tochter 6 Jahre alt und der KV erübrigt pro Woche 3 Std. Zeit für sie (vorausgesetzt, es ist mit seinen sonstigen Plänen vereinbar). In der Zeit gibt es dann Süßigkeiten, TV und immer ist die neue Freundin als Rückendeckung dabei. Nächstes Jahr ziehen wir in eine andere Stadt. Zwar nur 60 km entfernt, aber ich gehe davon aus, dass sich der Kontakt zum Kind dann nur noch auf Ostern und Weihnachten beschränken wird. Auf eine 14-Tage-Wochenend-Regelung wird er sich nicht einlassen. Das ist aber auch nicht schlimm… zumindest jetzt nicht mehr. Ich habe mich lange genug um einen guten Vater-Kind-Kontakt bemüht und ihm sein Kind ‚hinterhergetragen‘, aber irgendwann ist’s auch mal gut…

Was ist der Unterschied zwischen Müttern und Vätern (weil es in der Mehrheit so vorkommt), dass ausgerechnet das vermeintlich starke Geschlecht sich der elterlichen Verantwortung nicht gewachsen fühlt?

Schlecht erzogen? Wahnsinnig negativer Einfluss der gesamten männlichen Peergroup? Mangelnde Vorbilder? Eine seit bald 50 Jahren andauernde (weltweite)  Verantwortungslosigkeits-Ära?

 

Fazit: getrennte Erziehung gemeinsam kann gelingen. Besonders günstig scheinen klar aufgeteilte Aufgabenbereiche zu sein und ein Mindestmaß an Verantwortungsbewusstsein muss bei beiden Elternteilen vorhanden sein.

Trotzdem gibt es, wie auch in jeder Zwei-Eltern-Familie Konflikte, wer für was zuständig ist und wie Dinge ausgeführt werden sollten. Hier muss man besonders aufpassen, sich nicht hochzuschaukeln.

Je ruhiger alle miteinander umgehen können, das gilt besonders für gehässige, leise Untertöne, die gar nicht mal so laut sind, desto weniger leiden die Kinder unter der (neuen) Konstellation.

Aber einer von zwei getrennten Elternteilen schafft es nur selten, den anderen, unwilligen, ins Erziehungs-Boot zu holen, wenn der mehr Hemmnisse empfindet, als den in der Regel vorübergehenden Trennungsschmerz.

 

 

Alleiniges Sorgerecht nach Scheidung bei schweigendem Ex

Bombiger Titel, bombiges Ansinnen:
Mamamotzt will das alleinige Sorgerecht (ASR) beantragen.
Nach der Scheidung liegt es automatisch bei beiden Eltern. Die Erfahrungen, die sie mit diesem geteilten Sorgerecht (UND -PFLICHT!!!!!!!) in den letzten Jahren machen musste, sind aber ausschließlich unerfreulich. Unerfreulich für die Kinder, aber auch unerfreulich für sie. Immer am Rande der Legalität, wenn sie versucht, Dinge ohne den Ex zu regeln, weil der eben nicht zu fassen ist. Und am Ende der Nerven, weil noch nie, wirklich noch nie!, irgendetwas funktioniert hat, bei dem er einbezogen wurde/werden musste.

Alles lang und breit hier im Blog dokumentiert.

Ein Jahr lang gab es keinen Umgang, davor nur selten pro Jahr, nie verlässlich, keine Absagen, keine Informationen. Alles schwabbelig und schwammig, was der Ex an Informationen preis gibt. Es gibt überhaupt erstmal „den schweigenden Ex“. Nie eine Antwort auf eine Frage. Selten überhaupt eine Reaktion auf eine Anfrage. Keine Reaktkion auf brandeilige Anliegen.
Ein „schweigender Ex“ halt.

Schadet doch nicht

Lange war Mamamotzt überzeugt, der „schweigende Ex“ schadet nicht. Wird einem ja auch so eingeredet: „Er geht ja nicht gegen irgendwas an, also gefährdet er das Kindeswohl nicht!“

Naaaajaaaa.

Wenn Therapien nicht stattfinden können, weil er weder zur Diagnose zustimmt mangels Erreichbarkeit noch später dem Kostenplan (damit er nicht zahlen muss), sich aus allen (kostenpflichtigen) Alltagsfragen und auch Angelegenheiten von erheblicher Bedeutung raushält (von Zahnspange bis Konfirmation), jedesmal zur Zeit der Schulbuchanschaffung monatelang nicht erreichbar ist und überhaupt zur Unterhaltsberechnung sämtliche Mitarbeit verweigert, dann ist das definitiv nicht gut für das Kindeswohl!

Allein die superentnervte Mutter der betroffenen Kinder: jahrein, jahraus immer wieder warten, genervt sein, keine Antworten, leere Versprechungen, Unerreichbarkeit.

Besser wird es nicht

Der Ex war vielleicht selbst überzeugt, dass sich gewisse Dinge in seinem Leben ändern und dann „alles anders, alles besser wird“. Aber was auch immer sich änderte, er änderte sein Verhalten nicht.

Nicht erreichbar, unzuverlässig bis zum Mond, maximal desinteressiert.
(Der Mann, der den Richter von der Mamamotzts Schlechtigkeit überzeugen wollte und den überengagierten Vater jedes Jahr für 5 Minuten auf irgendeinem Amt mimt.)

Reicht. Danke. Ende

Reicht. Danke. Ende.

In der Sache verändert das ASR wenig, denn tatsächlich macht und entscheidet Mamamotzt schon alles alleine, seit vielen Jahren. Aber eben oft entweder „mit einem Bein im Gefängnis“ oder schwer verzögert durch den unerreichbaren Vater.

Nothing more to say.

 

Therapie ja-nein?!

Das Blog, um Gedanken zu sortieren. Weil kein Vertrauter/r da ist, mitzusortieren. Auf, auf!

Ein Brillant hat eine LRS und könnte Therapie gebrauchen. Die Diagnose kam in den Sommerferien und für Mamamotzt überraschend. Das Kind hat eigentlich doch psychische Problem, ist meganiedergeschlagen. Es liest und schreibt flüssig, und dass die Generation „Schreiben nach Gehör“ da etwas hinkt, hat doch bis jetzt niemanden gestört.

Die Ärztin wirft seelische Behinderung und einen §35A (KJHG) in den Raum. Ja, das passt! Komplettblockaden, Verweigerungshaltung bis zum Maximum etc. In der Schule. Außerhalb immer seltener. In der Freizeit fast gar nicht mehr (Aufräumen zu Hause etc., das kennen doch bestimmt viele).

Da will man natürlich fördern, oder soll das Kind weiterhin den Leidensdruck verspüren? Also: Therapie!
Am besten einen Antrag stellen auf Kostenübernahme, denn eine Einheit ist dammisch teuer. Mindestens 50 Euro! Und in etwa kann man mit 50 Sitzungen rechnen. Wochentakt. Das sind rund 2500 Euro im Jahr. Heißa hoppsa!

Ahnungslos stellt Mamamotzt den Antrag auf Kostenübernahme und muss nach weiteren Wochen des Wartens in einer stundenlangen Sitzung erfahren, dass:

  • hier auch nochmal viele Anträge gestellt werden müssen.
  • unbedingt der Ex alles absegnen muss (Himmel, bloß nicht! Gibt nur Stress und Gerenne und sein Wichtigkeits-Getue, eine Unterschrift aber eher nicht oder erst seeehr spät.).
  • sehr enge Zusammenarbeit gefordert wird mit dem Elternhaus (sprich: dass Mamamotzt zu x Terminen antanzen muss, Buch führen muss, usw. Ex ist natürlich entschuldigt).
  • es mindestens ein Jahr dauert, bis über den Antrag entschieden wird, Unterbesetzung, UND viele weitere Untersuchungen im Vorfeld stattfinden. Die vorher schon in ebenfalls monatelanger Wartezeit für die Diagnose durchgeführt wurden. WTF?!
    Zeit verplempern ohne Ende!

Per Antragsstellung ist man zudem drin in der Überwachungsmaschinerie des überregionalen Jugendamts. Abgestempelt als: „unfähig“. Vielleicht ist es nicht so oder man sollte es nicht so sehen. In Mamamotzts Ohren klingt es aber so.
Allein ihre Nachfrage bezüglich der gemeinsamen Unterschriften wurde so barsch abgewiegelt, dass sie sich bereits als Querulantin wahrgenommen fühlt.
Danke, Ex!
Begründung für gemeinsame Unterschrift: Ex könnte ja nicht einverstanden sein.
SUPER! Tut nichts, macht nichts, kümmert sich nicht, aber so eine Einverständnisabsage (wie heißt das?!) ist dann mal wichtig?! *bückenddenKotzstrahlwegwisch

Beschleunigen

Es geht auch schneller, nämlich für Selbstzahler. Dann dauert der Therapiebeginn nur wenige Monate, bis irgendwo ein Platz frei wird.

Und vielleicht genügt ja der Nachteilsausgleich in der Schule, der zu gewähren ist. Allerdings: wenn die Schule findet, dass das nicht nötig ist, dann gibt es eben keinen. Entscheidungshoheit liegt bei der Schule.
Warum gibt es dann die Gesetze? Eine Schulleitung, die keinerlei Nachteile anerkennt, hat Mamamotzt schon erlebt. Der starke Autist solle sich halt mal zusammenreißen, hat da gehießen. Seine Eltern ließen nicht locker, am Ende gab es einen Ausgleich und eine Begleitung.

Gut informiert

Immerhin hat Mamamotzt jetzt wieder Neues gelernt, es war ein Eintauchen in eine völlig neue Sphäre, die Kinder- und Jugendförderung.

Ob das so gut ist, wie es ist, will sich ihr gerade nicht erschließen. Riesenapparat an Menschen und Gesetzen, Abläufen und Vorschriften, um einem Kind letztlich pro Woche eine Stunde an Qualitätszeit zukommen zu lassen, die sich positiv auf die weitere Entwicklung auswirken soll.

 Das Problem liegt woanders

Nette Sätze aus dem Lern-Förder-Kreisel sind:
„Akzeptieren Sie als Eltern, dass nicht jedes Kind ein späterer Nobelpreisträger wird.“
„Nicht jede unterdurchschnittliche Note ist krankhaft, manche Menschen haben einfach kein Talent für die Schule, was sie nicht daran hindert, ein erfülltes Leben zu führen.“
„Beschäftigen Sie sich mit Ihrem Kind!“
„Zuviel TV schadet einigen Kindern mehr als anderen.“
„Alle Kinder können Mathe, wenn sie denken können. Sie lernen aber nicht alle mit den gleichen Regeln gleich gut.“

Diese Sätze sind kunterbunt aus der Erinnerung geschrieben.

Aber das Lernproblem steht nach Mamamotzts Erachten nicht im Vordergrund. Das Kind ist nicht depressiv, weil es schlechte Noten schreibt, sondern aus anderen Gründen, UND es schreibt deswegen oder vielleicht auch noch dazu schlechte Noten.
Ihr Ansatz ist nach wie das Selbstwertgefühl dieses Kindes. Das schon fast immer auffallend gering ist, aber sich bereits sehr gut gefestigt hat. Durch Mutterpower. Rückhalt. Förderung. Ohne es laut als Problem samt Förderung zu benennen. („Tscheisson kann dies nicht und das nicht, nicht wahr, Tscheisson? Und dann hat er diese Therapie und jene Therapie und dann noch den Termin, nicht Tscheisson, aber es hilft alles nichts. Denn, Sie sehen ja, Tscheisson spricht ja nicht, wenn andere dabei sind, nicht, Tscheisson?!“ 1 zu 1 erlebt, nur das Kind heißt anders.)

Die Einordnung in eine seelische Behinderung und Therapieanträge etc. wurden auf einer von einer Kopie einer Kopie kopierten Kopie übergeben. Massendiagnose, offenbar.
Verlegenheitsdiagnose?
Kann ja nicht schaden?

Offene Fragen

Es bleiben in der ersten Panik, was für eine riesige Maschinerie angeschmissen wird für ein paar „Nachhilfestunden“, konfuse offene Fragen.

Was passiert, wenn Mamamotzt sich gegen Therapie entscheidet, auf Nachteilsausgleich in der Schule baut und sich (momentan wider Erwarten) die Probleme doch verschlimmern?

Muss sie dann als „nachlässige“ Mutter Sanktionen fürchten?

Ist es möglich, das Kind anders als mit der nicht passend zu scheinenden Lerntherapie zu unterstützen?

Kämpft sie nicht genug, wenn sie gleich bei so kleinen Anforderungen aufsteckt bzw. sich die Konsequenzen mehrfach überlegt? (Andere Familien meistern offenbar reihenweise die Anträge und bekommen die Kosten erstattet.)

Tendenz: nicht machen

Der Tenor dieser geschriebenen, öffentlichen Gedanken ist offenbar: erstmal keine Therapie anstreben. Denn eine kurzfristige Hilfe ist die für das Kind ohnehin nicht. Es würde sich derzeit vor Ort rund 9 Monate ziehen, bis es losgeht. Zeit, die das Kind hemmt, weil es denkt, ihm fehle etwas. Sonst bekäme man ja nicht einen Termin nach dem anderen für diverse Untersuchungen, Tests und Gespräche in einer besonderen Einrichtung.

Für das betroffene Kind passt irgendwie nicht. Mutterinstinkt.

Beim Sprechen darüber äußerten zwei Familien, sie hätten die Therapie abgebrochen, v.a. weil die Kinder nicht mitmachen, bei einer Familie hat es gut geklappt. Komplett verschiedene Settings, verschiedene Bundesländer.

Ach, liebes Internetz, danke für deinen Platz zum Gedanken sortieren!