Jugendamt befragt Kinder zum Umgang mit Vater

Da Mamamotzt sehr aufgeregt war und sich in schwärzestem Schwarz ausmalte, was passieren könnte mit den Ergebnissen einer Befragung der Kinder durch das Jugendamt, gibt es hier nun einen Entwarnungs-Sachbericht.

Die Fakten

Aus der Ehe gingen Kinder hervor, die Ehe ist seit einigen Jahren geschieden, der Umgang klappt nicht. Die Kinder leben bei der Mutter, der Vater empfindet das als finanzielle Belastung seiner Person, weil die Mutter durch das Kindergeld (nicht den Unterhalt!) reich wird.

Sämtliche Versuche, den Kontakt zwischen Kindern und Vater angenehm, irgendwie regelmäßig und verlässlich zu gestalten verliefen nicht zufriedenstellend in einem Zeitraum von insgesamt sieben Jahren. Mutter und Kinder gingen auf diverse Kontaktwünsche ein und machten ihrerseits Vorschläge, die vom Vater begeistert abgenickt wurden, aber niemals auch nur annähernd umgesetzt.

Das Jugendamt und das Gericht wurden über Jahre teils mehrfach bemüht, ohne nachhaltigen Erfolg. Die offiziellen Gespräche fanden zwischen den Erwachsenen statt, die Kinder wurden nur gelegentlich durch „Anfix-Gespräche“ des Vaters („Wenn ihr morgen (außerplanmäßig) kommt, machen wir was ganz tolles!“) involviert.

Nach einem guten halben Jahr Kontaktvermeidung durch den Vater wandte er sich an das Jugendamt und bat um Vermittlung (= wollte die Mutter einnorden lassen, weil sie angeblich die Kinder verweigerte). Weil insgesamt ein Kontakt zum Umgangselternteil wünschenswert ist, laut Fachliteratur und Expertenmeinungen, wurde die Mutter mit Nachdruck überredet, zu einem erneuten Vermittlungsgespräch beim Jugendamt zu erscheinen.

Es verlief weder konstruktiv noch erfreulich und endete mit einer Festsetzung zur Befragung der Kinder, weil beide Eltern absolut konträre Darstellungen der Sachlage lieferten.

Die Mutter, die immer wieder die Kinder nach ihrer Meinung gefragt hatte („wollen nicht mehr gerne zum Vater, weil der so unzuverlässig ist“), um exakt diese zu transportieren, hatte Sorge, die Kinder würden manipulativ befragt und würden nun das Gegenteil behaupten.

Gelesen hat man schon viel und nicht alle Experten im Familienstreit-Zirkus sind so neutral, wie sie sein sollten. Zudem zeigte sich das hiesige Jugendamt lange sehr väterfreundlich, was die Skepsis nährte. Der Vater versemmelte eine Vereinbarung nach der anderen und sollte immer wieder weitere Chancen bekommen. Das Kindeswohl stand scheinbar nicht im Mittelpunkt, sondern das Väterrecht.

Die Befragung

Irgendwo hatte die Mutter aufgeschnappt, dass die Kinder idealerweise zusammen befragt werden sollten, nicht getrennt. Und dass sie am besten den Raum von sich aus zügig verlassen solle. Kein Problem.

So weit kam es aber gar nicht, noch bevor die Begrüßung ausgesprochen und Platz angeboten werden konnte, wurde die Mutter samt der älteren Geschwister aus dem Wohnzimmer komplimentiert. Nanu?! Die Befragung dauerte gefühlt ewig und Mutter saß auf glühenden Kohlen. Plötzlich sollten die Kinder auch noch einzeln in ihren Zimmern befragt werden, was sie aber ablehnten. Noch mehr schlechtes Gefühl machte sich in der Mutter breit. Inquisition galore? Auch gleich mal Inspektion der Wohnsituation?
Weil ein Vater, der sich inzwischen seit einem Dreivierteljahr gar nicht gemuckst hat, der noch nie einen Cent Unterhalt oder als Beteiligung an was auch immer gegeben hat, der nur zu unerklärlichen Anlässen Kontakt zu den Kindern wünscht und dabei seine Vaterrechte in den Mittelpunkt stellt, beim Jugendamt auf eben diese, seine Rechte pocht?

Wann geht es endlich um das Kindeswohl? 

Nach einer Stunde wurde die Mutter zur Besprechung gebeten. Ein schwerer Moment. Hatten die Kinder in der Befragung das gleiche angegeben, wie ihr gegenüber? Was würde passieren, wenn sich stattdessen das Bild als umgangsverweigernde Mutter bestätigt hätte, welches der Vater immer zu zeichnen versucht?
Es wäre unendlich furchtbar, weil sie grundehrlich ist und trotz aller Diskrepanzen immer massiv den Kontakt zwischen Kindern und Vater gefördert hat.

Die Kinder sind bei ihrer Meinung geblieben.

Damit war offenbar nicht gerechnet worden, doch das Bild war einheitlich, wenn auch altersentsprechend individuell.

In den bis zu vierzigminütigen Befragungen der Kinder stellten alle heraus, dass sie grundsätzlich bereit sind, den Vater ab und an zu treffen, aber Übernachtungen lehnen sie ab. Ein Kind will aus Selbstschutz den Vater nicht mehr sehen. Und auch in diesem Jahr haben sie keine Eile mehr, ihn zu treffen.
Seine unglaubliche Unzuverlässigkeit ärgert die Kinder, zusammengefasst, und alle können sich absolut bessere Zeitvertreibe vorstellen, als in einer kleinen Stadtwohnung mit einem sich desinteressiert zeigenden Vater abzuhängen.

Die Lösung: spontaner Umgang

Nun steht endlich die Frage im Raum, warum der Vater immer mal plötzlich ganz dringend auf Kontakt zu den Kindern pocht und alles mögliche zusagt, dann aber schnell nicht mehr einhält. Und was das beste ist für die Kinder, die selbst kein Interesse mehr an diesen Spielchen haben.

Da es keine logische Erklärung für das Verhalten des Vaters gibt, wurde der Mutter sogar die Frage gestellt, ob Drogenmissbrauch im Spiel sein könnte.

Ein weiteres Elterngespräch lehnt die Mutter lehnt ab, weil die letzten Gespräche in Beschimpfungen ihrer Person endeten und nicht sachbezogen verliefen.

Der Vater wird sich nun melden können, wenn er Zeit hat für die Kinder, und sollten die Kinder dann auch Zeit und vor allem Lust haben, wird sich ein Kontakt ergeben. Das hat schon vor Jahren nicht geklappt, ist aber die einzige Möglichkeit, die bleibt.

Und es ist (nicht schriftlich fixiert bislang) weniger, als er bisher hatte. Es gab verbindliche Termine, die allmählich reduziert wurden von Standard (14-tägig) auf monatlich bis auf jetzt per Zufall.

Das Fazit

Für den Moment sind der große Druck und viel Angst wie weggeblasen. Das Jugendamt hat sich wirklich besonnen gezeigt und etwas Vertrauen zurück gewonnen.

Amtlich anerkannt brauchen sich Mutter und Kinder im Moment nicht weiter mit den fragwürdigen Kontaktwünschen des Vaters beschäftigen. Wenn die Kinder mögen und passt, dann ist der Kontakt in Ordnung, gezwungen werden sie nun nicht mehr.

Und damit verbrieft (noch nicht schriftlich, s.o.)  geht auch die letzte Chance auf sturmfreie Bude und kinderfreie Wochenenden oder wenigstens nur Nächte flöten. Oder anders: das muss jetzt teuer erkauft werden per Fremdbetreuung. (Edit: Das ist dann so. Dafür lassen sich in dieser gewonnenen Klarheit Lösungen finden.)

_ _ _

Nachtrag

Erstaunen rief hervor, dass einige Fakten sich exakt konträr zeigen zur Darstellung des Vaters. Beim Jugendamt wird Unterhalt und Umgang strikt getrennt, daher war die Umgangsstelle erstaunt, dass weder Unterhalt fließt noch je eine finanzielle Zuwendung kommt. Gar keine! Oder dass Ende August Weihnachtsgeschenke (letztjährige!) übergeben werden. Dass die offensichtliche Sorge vor Bitten um eine kleine Unterstützung zu Schulbüchern oder eben einer Konfirmation tatsächlich monatelanges Untertauchen provoziert.

Das merkwürdige Verhalten bezüglich der Unterschriften, zuletzt die Therapieanbahnung für eines der Kinder, bei dem nicht einfach unterschrieben wird, sondern jedesmal ein Riesenchaos entsteht, spreche dafür, das Sorgerecht für Teilbereiche alleine übertragen zu bekommen. Ob es vorstellbar sei, dass er das aus Gründen der Vereinfachung formlos übertragen würde, im Rahmen einer Vollmacht? Und wenn nicht, könnte man auch überlegen, das gerichtlich regeln zu lassen. Um den Alltag zu vereinfachen.

Es fühlt sich gut an, endlich gehört worden zu sein! In der eigenen Meinung und von den Taten her anerkannt zu werden und nicht weiterhin unter laut oder subtil geäußertem Verdacht zu stehen, nicht auch das allerletzte für die Kinder versucht zu haben. Was ausgerechnet ein Schaumschläger erster Güte behauptet.

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Last Friday

Mächtig viel Trubel für nur einen Tag

Letzter Freitag bei der alleinerziehenden Working-Mum Mamamotzt.

5.45 Uhr: Aufstehen und Frühstück für Fünf richten, ein Gast ist seit Tagen im Haus.

6.00 Uhr: Frühstück etappenweise mit den vier Kindern absolvieren. Lunchpakete haufenweise vorbereiten. (Kein Traumstart vor einem langen Tag. Aktuell aber Dauerzustand.)

6.15 Uhr: Den eigenen Kindern erklärten, dass ein spontaner Termin einen Tag außer Haus erfordert und beim Gast auf Verständnis hoffen. Was soll sie für die Party am Abend mit Mitbringbüffett vorbereiten?

6.30 Uhr: Müllsäcke an die Straße stellen, immer bis um 7 Uhr morgens und nicht über Nacht. Jaja. Soifz.

6.45 Uhr: Merken, dass das Kind, welches um 7 Uhr an der Bushaltestelle stehen muss, noch ein Geschenk für eine Geburtstagsfeier eingewickelt mitzunehmen hat, aber leider nicht wissen, wo das Geburtstagskind wohnt (gerade umgezogen in anderen Landkreis). Und eingewickelt ist das Geschenk auch noch nicht. Google Maps muss zackigst helfen. War eigentlich als entspannter, privater Mamataxi-Dienst inklusive Navi geplant. Mist: Mit Öffis ist das Haus so gut wie nicht zu erreichen. Absprachen mit anderen Eltern (Wer ist denn, verdammt noch eins, auch dort eingeladen?!) klappen so kurzfristig nicht mehr. Nach dem Verlassen des Hauses ist das betroffene Kind nicht mehr gut zu erreichen.
Das große Kind rettet die Situation und weiß einen Trick.
Hallelujah!

7.00 Uhr: Das letzte Kind wird geweckt und fertig gemacht.

7.30 Uhr: Unterlagen packen, Termin vorbereiten, aufhübschen. Feststellen, dass das jüngste Kind offenbar ein paar Stunden alleine bleiben muss und nichts von seiner Einsamkeit weiß. Shit!

8.30 Uhr: Zug verpasst. Gnah!
Zurück nach Hause, nochmal durchsaugen und Notiz für das jüngste Kind schreiben.
Und was kann man nun am Abend auf die Schnelle zur Party mitbringen?! Gewünscht wird Fingerfood. Hm.

8.40 Uhr: Feststellen, dass ein Netzwerktreffen, welches normalerweise am Monatsletzten stattfindet, vorgezogen wurde wegen Schulferien. Auf … tataa, natürlich den heutigen Abend. Schnell noch anmelden. Zwei Fahrten an einem Tag in die Großstadt. Teurer Spaß.

10.00 Uhr: Beim Termin eintreffen und 10 Euro für ein Tagesparkticket löhnen. Weil der nächste Zug hoffnungslos zu spät gefahren wäre. Vorteil: Enorm Zeit gespart!

10.10 Uhr: Beim Mailcheck auf dem Smartphone im Gehen lesen, dass eine Redaktion etwas möchte, aber keine Zeit haben für eine vernünftige Antwort. Lieber ausreichend durchdacht als zweimal korrigiert reagieren, lautet Mamamotzts Devise. Am Wochenende wird kein Verschnaufen möglich sein. Mist, muss das bis Montag liegen bleiben.

14.20 Uhr: Termin läuft. Kinderhandy läutet nicht. Hat das Geburstagsfeierkind alles gut gemeistert oder hat es keinen Empfang?

14.45 Uhr: Termin zufriedenstellend beenden. Allerdings war aufgrund eines Wechsels in der Betreuung der Senioren morgen und der noch anstehenden TOPs heute in der letzten halben Stunde ohnehin kein konzentriertes Teilnehmen möglich. Der Vortragende wird´s verkraften.

15.30 Uhr: Auf dem Heimweg Gebäckteilchen deftiger Art erstehen. Und gute Kekse für einen Ausflug mit noch mehr Gästen am nächsten Morgen.

16.10 Uhr: Ankunft an blinkendem Anrufbeantworter zu Hause. So viele Nachrichten waren noch nie drauf! Ist was passiert?! Zum Glück nicht. Aber aus der Party wurde aufgrund guten Wetters ein Grillabend. Bitte Fleisch bzw. gefälliges Grillgut mitbringen.
Definitiv zuviel Spontaneität für Mamamotzt. Naja, auf der Fahrt zur Party kann sie ja noch im Supermarkt ein Kräuterbaguette etc. …

16.15 Uhr: Anruf bei der Familie des Geburtstagskinds, ob man arrangieren könne, dass das eigene Kind eine Mitfahrgelegenheit am Abend (Ende: 20 Uhr!) bekommt. Das Netzwerktreffen … Eine schwer kranke Mutter haucht dort nur ein: „Ich kann nicht mehr, versuch´ es später noch mal!“ in den Hörer. :O Die Geburtstagsfeier würde aber laufen. ???
Ausrichten lassen reicht nicht, das Kind ist instruiert, nur auf persönliche Anweisung von Mamamotzt oder per Codewort mit anderen mitzufahren. Kind muss also später unbedingt persönlich ans Telefon kommen. Sein Handy ist leider ausgeschaltet oder der Akku leer.

16.25 Uhr: Mitfahrgelegenheit für die beiden Partykinder organisiert, denn da Mamamotzt zum Netzwerktreffen fährt, müssen die beiden irgendwie anders über Land zurück von der Party kutschiert werden. Klappt dank netter Bekannter!

16.45 Uhr: Restliche Anrufe beantwortet. War irgendwie alles dringend.

17.30 Uhr: Das jüngste Kind ist bespaßt, gefüttert und instruiert, wie es einige Stunden sicher alleine bleiben kann. Die morgige Tour geplant, den Party-Grillkorb vorbereitet, die Partykinder ins Auto verfrachtet und los zur Party via Supermarkt.

18.00 Uhr: Sehr versöhnliche Worte auf der Party bezüglich der Gästeunterbringung und -versorgung vernehmen. Gut unterhalten.

19.00 Uhr: Abflug.

19.15 Uhr: Feststellen, dass die neue Telefonnummer der Geburtstagsfamilie noch am Kühlschrank hängt. Hoffen, dass das jüngste Kind (alleine zu Hause) am Tablet ist und Nachrichten empfangen kann. Die Kinder sollen sich abends nicht um das Haustelefon scheren (weil der Ex da manchmal Dummzeug erzählte). Nachricht um Nachricht versendet sich. Scheinbar klappt das nicht. Doch zu Hause anrufen.
Jüngstes Kind geht ran, weil „Anruf von Mama“ im Display stand. Puh!

19.30 Uhr: Geburtstagsfamilie telefonisch erreichen, eigenes Kind sprechen und Situation erklären. Auf zum Netzwerktreffen!

20.00 Uhr: Let the networking begin!

20.35 Uhr: Nachricht vom Geburtstagsgast: Heile zu Hause. Puh! Situation zu Hause super! Noch mal Erleichterung!

21.30 Uhr: Noch nichts gehört von den beiden Partynudeln. Das kann gut oder schlecht sein.

22.00 Uhr: Aufbruch, irgendwie steckt allen Netzwerkerinnen (alles arbeitende Mütter!) die letzte Woche dieses Mal sehr in den Knochen.

Ankunft zu Hause: Alles in Ordnung, alle Kinder munter. Haus steht noch, Katze gibt es eh nicht. Uffz!

Was Mamamotzt erst am nächsten Tag erfuhr: Das Kind mit Geschenk erschien unangekündigt zwanzig Minuten zu früh bei der sehr kranken Mutter. Dieser #muttifail geht an Mamamotzt!
Die Party wurde besonders supertoll, seitdem Muttern verschwunden war. Es fehlt nur ein Teller aus dem Partykorb. Das Grillgut kam unangetastet zurück.
Das jüngste Kind hat stundenlang und pausenlos alle Filme von Lego Star Wars auf Youtube geschaut.

Und der Tag war irgendwie anstrengend. Selbst einigermaßen ausgeschlafen (bis 7 Uhr am Samstag) fiel ihr das nächste Aufstehen recht schwer.

Keine Zeit für Mama

„K3 war noch nie weg von dir!“

Bämm! – Das saß! K3 ist immerhin gute acht Jahre alt.
Der lapidar dahinsinnierte Satz von K1 skizziert eine ziemlich lange Episode ziemlich prägnant.
Ohne, dass Mamamotzt bislang und sicher auch demnächst nicht dieser Gedanke gekommen wäre.

Ganz korrekt ist es nicht, K3 war bestimmt schon 15 mal bei Ex, und davon oft 48 Stunden. In acht Jahren, denn von Zusammenleben war schon seit vor der Geburt keine Rede mehr.
Aber es bedeutet, dass Mamamotzt seit der Geburt von K3 offenbar keine geilen Projekte außer Haus gemacht hat. Weder für zwei Wochen noch für zwei Monate.
Schock der Erkenntnis!

Es war schwer, eine gemeinsame Betreuung für drei Brillanten zu finden. Die beiden Großen waren öfter bei den Großeltern gewesen, solange die fit genug gewesen waren. Aber dann drei Brillanten packten die engagierten Großeltern nicht mehr. Und alleine wollte keiner der drei je „verreisen“, – es gibt sie eigentlich nur im Trio. (Ausnahmen bestätigen …)
Und wie alle wissen: Ex als Betreuung fiel natürlich regelmäßig bei Anfragen aus! Natürlich wollte er total gerne, aber es ging beim ersten Mal nicht, weil .. Beim zweiten Mal hätte er wirklich gerne geholfen, aber .. Beim dritten Mal war er dann auf unbestimmte Zeit nicht zu erreichen, immerhin mit Ansage.
Und danach wurde er nie mehr gefragt.

Kein Wunder, dass Mamamotzt sich dermaßen „draußen“ fühlt. Sie ist es einfach. Punkt. Keine Messe, kein Projekt, keine Forschungsreise, kein Abenteuer, nichts. Nur noch Kleinkunden.

Die Jahre der Pflege zuletzt waren ohnehin so anstrengend, dass nur jeden Neujahrsmorgen eine weitere Kerbe in den Türstock geschnitzt wird, damit das Zählen nicht durcheinander kommt.
Berufliche Ambitionen können nicht bloß sterben, sie können anscheinend auch aussterben. Tot, töter, am mausetotesten.

Schockierend war sicher vor allem die Erkenntnis, dass es K3 schon so lange gibt, dass ein Leben ohne unvorstellbar ist. Kann es ein Leben ohne K3 (K2, K1) geben? NEIN!
So lang aber, d.h. unvorstellbar lang, kriecht sie ziellos dahin und badet aus, was täglich auszubaden ist. Und verfolgt für sich keine großen Dinge mehr.
Außerdem glaubt sie auch, dass ein Abend beim Sport oder bei/mit Freunden ohne Kinder bereits eine wahnsinnig lange, kinderfreie Zeit sei. Plus natürlich die kinderfreien Vormittage in den knapp neun Monaten Schule pro Jahr.
Da kommt ihr die ewige Anwesenheit gar nicht so ewig vor.
(Wer hat sich noch nie selbst beschummelt???)

K3 muss durch diese Erkenntnis nicht zwingend sofort auf mehrmonatige Weltreise gehen. Auch in den viertägigen Sommerurlaub zu Verwandten gehen traditionell nur die beiden Großen, und mehr als zwei können dort nicht unterkommen, auch das wird sich nicht ändern. (Alleine verreist wiederum K3 nicht.)

Die Erkenntnis, dass die Zeit im Nest nun lang genug ist, wird das ihrige tun und sich auswirken. Good things will come along the way.
Da muss Mamamotzt nichts forcieren. Nimmt sie einfach mal an.

Elternrat und Kommunalpolitik

Die drölfundtrigsigste Elternratsversammlung, formal sehr flüssig, inhaltlich … interessant … mit folgenden Denkwürdigkeiten.

Das fertige, neue Konzept der Schule in der Vollversion:
1) Thema (freiwillig, schulintern)
– Wie gehen wir das Thema an?
2) Thema (umständehalber zwingend)
– Wie gehen wir das Thema an?
3) Thema (EU Vorschrift seit Jahren)
– Wie gehen wir das Thema an?

Im Ernst! Die Anwesenden waren überwältigt von der detaillierten Ausarbeitung.

Mitteilung, die Ganztagsbetreuung sei zu teuer geworden, werde nicht ausreichend nachgefragt und laufe daher künftig nur noch bis 15 Uhr. Sollte mehr Bedarf bestehen, gebe es die Möglichkeit, sich mit mindestens zehn bis zwölf Schülern zusammen zu tun und eine Personalstunde bei der Kommune einzeln zu kaufen.
Die Anmerkung, dass unterschieden werden müsse zwischen dem wirklichen Bedarf und dem Zwang, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen, die nach 15 Uhr nicht mehr fahren und die Schüler sonst nicht nach Hause kommen, wurde abgebügelt. Kinder um 16 Uhr selbst abholen/mit dem Verkehrsträger sprechen/Stunde kaufen/egal.

Ja, eine Schulleitung interessiert so Verwaltungskram nicht. Hat mit Schule halt nichts zu tun.
Ja, der soziale Druck die armen Kinder nicht der elenden Ganztagsbetreuung an zumindest diesem Institut auszusetzen ist vor Ort da, was zu sinkenden Teilnehmerzahlen führt.
Ja, es werden sich noch viele Eltern wundern, wenn ihre großen, selbständigen Kinder nach der weiterführenden Schule auch direkt zum Mittagessen nach Hause kommen. Weil nur selten mehr als sechs Stunden Unterricht erteilt werden. Obwohl es pro forma alles Ganztagsschulen sind. Mit Aufenthaltskellerraum für die frei verfügbaren Stunden des Ganztags am Nachmittag.

Von allen wichtigen Ämtern konnte sich Mamamotzt erneut freihalten, einen Winkekasper hat sie gewonnen, zu verschmerzen.

Zur Zeit springen gewisse Möglichkeiten Mamamotzt einfach vor die Füße wie die Berberaffen auf Gibraltar den Touristen. Eine davon ist, mittels landesweitem Programm als Frau in die Kommunalpolitik zu schnuppern. Am Ende winkt die Kandidatur zur Kommunalwahl und in diesem speziellen Fall evtl. sogar ein Platz im Rat. (Btw: Nix ausgeschlossener als das!!!)
Aber das Schnuppern könnte stattfinden.
Bildet generell, vernetzt vor Ort noch besser bzw. wieder aktiver und birgt sicher auch einiges Fun.
Ist noch nicht fix, wird aber wahrscheinlicher.

In der Elternratssitzung begab es sich dann noch, btw, dass von allen neuen und alten Mitgliedern die ladefähigen Adressen vorhanden waren. Nur nicht von der renitenten Mamamotzt. Was für ein Zufall. Nach vielen Jahren in sämtlichen Ämtern.

Lokale Ganztagsbetreuung

Resümee der lokalen Ganztagsbetreuung, ein Drama.

Erzählt anhand dreier Kinder einer Familie und der Erfahrung aus einigen Jahren Elternvorstandsarbeit bis auf Regionsebene.

Die Krippe beherbergte K3 nur bis mittags. (Ganztagsplätze reserviert für Familien mit arbeitenden Vätern, keine Chance für die arbeitende Alleinerziehende. Ohne Worte!)
Der Kitaplatz für K2 zwei Dörfer weiter endete ebenfalls mittags. (Immerhin revolutionär: mit Mittagessen im Kiga!)
Die Grundschule lehnte vehement ab, Erstklässler K1 länger als bis zur vierten Stunde zu betreuen. – Offiziell offene Ganztagsschule (OGS) wurde vor Ort wurde mächtig Druck auf die Eltern ausgeübt, den Ganztag bloß nicht zu nutzen. –
Jahrzehnte einstudierte Strukturen und Rollenmuster lassen sich nicht in wenigen Jahren beiseite wischen. Besonders nicht bei älteren Pädagogen, offenbar.

In den letzten ca. zehn Jahren wurden aufgrund des gesellschaftlichen Drucks alle GS dieser Gemeinde in OGS umgewandelt. Der Durchbruch für arbeitende Eltern!?
Mitnichten!
Unstrukturierte und unqualifizierte Beaufsichtigung, keine Hausaufgabenbetreuung. Formell war die Umwandlung schnell erledigt, aber erforderliche Räumlichkeiten und vor allem Personal war nicht aus der Luft zu greifen. Bezüglich Personal sahen sich weder Land noch Gemeinde in der Pflicht, dafür aufzukommen. Freiwillige Mütter und ältere Hausfrauen wurden überredet, auszuhelfen. (Manche erlitt einen Nervenzusammenbruch, täglich dutzende Kinder konzeptlos zu betreuen ist kein Pappenstiel!)
Lehrer werden über das Land bezahlt, Schulräume stellt die Gemeinde. Nachmittagsbetreuung ist ein neugeborener Zwitter im Pinzettengriff, plumpst ständig runter, niemand hebt sie auf und mag sich kümmern.

Die Schüler erlebten tolle Nachmittage mit ihren Freunden in der OGS, mussten Hausaufgaben aber abends zu Hause erledigen.
-> „Haus-Aufgaben“ eben. (Ein Quell der Freude für vom Tagwerk müde Eltern und Kinder.)
Für Hobbies galt gleiches, abends noch an den langen Tag anhängen oder eben keine nebenschulische „Förderung“.

Transport nach dem Ganztag nach Hause: Auf dem Land ein Problem. Da Nachmittagsbetreuung nicht verpflichtend ist, kam es zu fulminanten Komplikationen mit Bus-Taxi-Eltern-Fahrten und Horden von stehen gelassenen Kindern.

Schnell korrigierte die erste der GS der Landgemeinde ihre Ganztagszeiten offiziell von 16 auf 15 Uhr zurück, obwohl etliche Kinder bis 16 Uhr den Ganztag nutzten – per kompliziertem „Stundenbuchungsmodell“ selbst bezahlt, von wegen kostenlos!
Das regionale Nahverkehrsunternehmen, teure Schulbusse gibt es nicht, passte prompt den Fahrplan an: Der letzte Bus fährt um 15 Uhr statt wie davor um 16 Uhr. Die Kinder kommen nicht mehr auf ihre Dörfer. Die Auslastung der Betreuung in der sogenannten Randstunde sank rapide.

Andere GS reduzierten kurz darauf ebenfalls ihre Ganztagsbetreuung auf 15.30 Uhr oder sogar 15 Uhr und bsp. freitags gar nicht. Weil die Honorarfrage für das Personal immer noch nicht geklärt ist bzw. nicht genug Geld vorhanden ist zur Verfügung gestellt wird.

Der Gemeinderat resümiert inzwischen: Ganztag wurde umfassend ausgebaut, wird aber offenbar nicht gesellschaftlich akzeptiert. Wird in dieser Gemeinde nicht weiter gefördert!

Dem Rechtsanspruch auf frühkindliche Betreuung begegnete man in dieser Gemeinde übrigens mit massiver Schulung von Tagesmüttern. Fast die Hälfte der Krippenkinder sind bei Tagesmüttern untergebracht. (Langzeitarbeitslose wurden mit dieser Maßnahme wunderbar in den Arbeitsmarkt integriert, Klagen wegen Rechtsanspruch ist damit ebenfalls zu 100% vorgebeugt. Wer bei einem Kettenraucher mit großen Hunden oder im 5. Stock den liebevollen Tageselternplatz ablehnt, hat es wohl nicht nötig. Been there, done that!)

Als Beteiligte in diversen Gremien und aufgrund der qualifiziert grunddämlichen Kommentare diverser männlicher Mitentscheider ploppt bei Mamamotzt manchmal Zweifel am Entwicklungsstand der Nation auf.

Der Wert von Kindererziehung ist gesellschaftlich offenbar nur durch wenig zu unterbieten und ist durch noch viel weniger auch nur ein Mü steigerbar.
(Der geneigte Leser möge beachten, dass er zu Mamamotzts Filterbubble gehört und das Thema anders betrachtet. Doch draußen in der realen Welt weht der Wind der Realität und kühlt enorm.)

Tagebuch der letzten Jahre

5.45 Uhr: Tagesbeginn
6.15 Uhr – 8.00 Uhr: Kinder je nach Einrichtungsbeginn wecken, befrühstücken und an drei Orten abliefern.
8:00 Uhr: Arbeitsbeginn (Nicht zu schaffen, das muss abends wieder reingeholt werden!)
10 Uhr – 12.30 Uhr: Notfall mit Pflegefall
13.00 Uhr: K1 kommt hungrig nach Hause (Tagespensum an Arbeit wird eeeeng! Abends muss es jetzt aber flutschen)
14.00 Uhr: K2 + K3 müssen abgeholt werden, auf dem Land keine Synergien möglich, nix Netzwerk
14.30 Uhr: Hausaufgaben überwachen
15 Uhr: Kind hat Hobby, Taxidienst
16 Uhr: Taxi, keine Synergien möglich, die beiden anderen jeweils im Schlepptau (Heiliger Bimbam, der Auftrag!)
17.00 Uhr: Kaffee #15, ein Problem mit Pflegefall, Hobby anderes Kind (Müde! Starker Espresso wird, MUSS! die Abendschicht am Schreibtisch richten.)
19.00 Uhr: Abendbrot (Gesicht im Wurstbrot, aber wenn jetzt der Espresso … klappt das noch am Schreibtisch.)
20.30 Uhr: Kinder im Bett. Mamamotzt fertig.
20.35 Uhr: NEIN! Der Elternabend (der Lehrerin, die Alleinerziehenden nichts zutraut, sie für chronisch überlastet hält und der Mamamotzt deshalb unbedingt das Gegenteil beweisen muss) ist heute!
Beginn war: 19.30 Uhr …