Weiter so? – Nein!

Wie unendlich herbeigesehnt diese Osterpause ist!

Kein Deko-Gedöns, keine Termine, nicht mal aufwändiges Essen. Einfach mal dezidiert nichts tun. Nur die freie Zeit genießen, nicht mal putzen, gerade mal 4 Mahlzeiten pro Tag ausstaffieren – fertig.

Arbeit …

… eine Mischung aus Festanstellung und Freelancer. Es schlaucht sehr und die Bilanz nach grob einem Jahr fällt durchwachsen aus. Sehr durchwachsen.

Durch die Pendelei kostet die Festanstellung viel Zeit. Sie garantiert aber ein Grundeinkommen und eine Krankenversicherung für die Familie. Das Gehalt reicht nicht zum Auskommen (für vier Personen), also muss an den anderen Tagen auch Geld verdient werden. (Unterhalt kommt nur ganz gelegentlich in unkalkulierbaren Bröckchen, was bedeutet: kalkulieren wie ohne Unterhalt.) ((Die Konditionen der Anstellung sind nicht verhandelbar, schon probiert. Entweder so oder nicht.))

Die Umstände ermöglichen nur schlecht bezahlte Aufträge, die immerhin mit der wenigen, verbleibenden Energie machbar sind, im Gegensatz zu tolleren, besser bezahlten Projekten. Und sie fressen ebenfalls viel Zeit. (In der Summe VZ Arbeit und mehr, aber ein unregelmäßiges und unbefriedigendes Einkommen.)

Während das Hamsterrad läuft, hier also seit Herbst bis jetzt durchgehend, kommt Mamamotzt überhaupt nicht zum effektiven Nachdenken. Irgendwas ist immer und man braucht einen echten Abstand zu den Dingen, die man mal aus einer anderen Perspektive betrachten muss/möchte.
Also die Gesamtsituation, die Arbeits- und Familiensituation in diesem Fall. Besonders, wenn man absolut alleine überlegen muss und maximal die eigenen Kinder als Gedanken-Sparringspartner hat.

Die Brillanten an sich kamen in diesem letzten Jahr viel zu kurz. Bei allem Lerneffekt, den es dabei auch gibt.
Es gibt hier nichts und niemanden, der Mamamotzt unterstützt, und wenn sie nicht die Hausaufgaben überwacht, tut es niemand. Wenn sie nicht für Arbeiten übt oder Vokabeln abfragt, macht es niemand. Das sieht man auf den Zeugnissen. Wenn sie nicht zeigt, wie XYZ funktioniert, dann tut es niemand. Alles, was Mamamotzt nicht tut, passiert nicht. Putzen, erziehen, zuhören, die Welt erklären.
(Im Freundeskreis der Brillanten gibt es bereits erschreckende Beispiele, was dadurch passieren kann!)

Mamamotzt ist leider keine Heldin sozialer Netze im real life, hat aber ein Händchen für falsche Charaktere. (Viel versprochen, schon gebrochen …)

Die Brillanten stellen keinen Unsinn an, wenn Mamamotzt nicht zu Hause ist, aber das ist auch schon alles. Sie hängen lethargisch herum und tun … nichts.
Trilliarden vertane Chancen!

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Blöd, dass ihr nicht mal ein Ziel klar ist. Will Mamamotzt mehr Zeit für die Brillanten, egal, was es kostet? Will sie gerne wieder anspruchsvolle Tätigkeiten ausführen und weg von den Hilfsjobs? Wäre sie bereit, sich von irgendwas oder irgendwem abhängig zu machen, um (Familien-)Zeit zu gewinnen? Welchen Schritt würde sie als erstes gehen? Wie wichtig ist ihr das komplett weggebrochene eigene Sozialleben? Ist es auf Dauer ok., abends nur noch ins Bett zu wollen und als einziges Ziel für freie Stunden zu haben, bloß Ruhe haben zu wollen, keinen Menschen sehen zu wollen und möglichst nichts zu machen?

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Eine gute Grundsatzfrage ist in Momenten, in denen im Leben irgendwas nicht richtig erscheint, oder falsch oder untragbar, folgende:

Kannst du dir vorstellen, noch ein/fünf / Jahr/e genauso zu leben? 

Antwort lautet: definitiv nicht!

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So! Es muss sich also etwas ändern.

Aber: wo anfangen?

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Ganz privat gibt es natürlich Faktoren, die selbst hier nicht thematisiert werden, die aber eine Rolle spielen. Wahrscheinlich nicht mal unerheblich. Die „zu beackern“ ist einzig Mamamotzts Aufgabe. Und ohne Kenntnis derer sind eigentlich alle möglicherweise eingehenden Ratschläge oder Hinweise vergeblich.
Also, ein Like unter dem Beitrag ist ok, aber alles andere kostet leider nur kostbare Leserlebenszeit. 😉
:-*

Dilemma

Seit ´ner Woche ist Mamamotzt jetzt ordentlich angeschlagen. Schnappt nach Luft, krächzt herum und klagt über „zu-e Ohren“, auf denen Druck ist. Verläuft irgendwie ganz anders, als sonst bei ihr bekannt, dieser Rotz. Die üblichen Maßnahmen brachten keine Linderung.

Inzwischen ist es anstrengend, die Laune sinkt, sie fühlt sich matt. Aber nicht richtig krank (Kopf noch nicht unterm Arm). Und wie alle Eltern wissen: solange der Rotz nicht frühlingsgrün schimmert, darf das Kind in den Kindergarten. Also darf vermutlich Mama auch zur Arbeit.

Sie hört oft (aber nicht immer) durch den Druck auf den Ohren schlecht. Doof in einem Job mit viel Kommunikation. Oft (aber nicht immer) ist die Stimme weg. Doof in einem Job mit viel Kommunikation.
Richtig gesund ist sie nicht. Aber krank irgendwie auch nicht. Kein Fieber.

Als ewig Selbständige ist es echt schwierig abzuschätzen, ob man zu gesund für krank ist, oder zu krank für gesund. Mit viel zusammenreißen kann sie ihre Aufgaben schaffen. Hm.

Sie hat jetzt gute fünf Monate in zwei Jobs durchgearbeitet, überwiegend auch an Wochenenden. Muss ja.
Heuer begannen Osterferien, nächste Woche hat sie Urlaub bekommen. Wissen die Kollegen doch.
Sieht das nicht nach Schwänzen aus, wenn sie sich krank meldet? Obwohl die Kollegen wissen, dass sie angeschlagen war?
Kann man die Kollegen überhaupt im Stich lassen, in der schmaler besetzten Ferienzeit? Da sind schon alle sehr pflichtbewusst und emsig, im guten Sinn.

Auf keinen Fall darf sie in Verdacht geraten zu hudern, auf keinen Fall will sie die Firma schädigen. Auf keinen Fall darf der Job in Gefahr geraten.

Die Alleinerziehende mit Selbständigkeitshintergrund wähnt sich in einem kleinen Dilemma.

Stimmung steigt

Nachdem der letzte Beitrag noch von Nikolausfrust geprägt war, kann Mamamotzt längst Linderung vermelden.

Weihnachten war superlustig, wenn auch irre schräg. Das bleiben Familieninterna. 😉
Auch Silvester war ruhig und gemütlich.

Mamamotzt hat komplett durchgearbeitet, während die Brillanten chillten, was das Zeug hielt.

Stressig wird es immer, wenn zum normalen Programm noch Kranke kommen, das war zwischenzeitlich auch der Fall, ein Kind laborierte eine Woche erheblich rum inklusive Krankenhaus. (Nisch so witzisch für Alleinerziehende ohne back up.) Dazu kam zeitgleich ein außergewöhnlich schwächelnder Pflegefall, den es zu versorgen galt. (Nisch so witzisch für Alleinerziehende ohne back up und mit kranken Kindern, fast drei Wochen schulfrei und VZ Arbeit.)
Und noch ein paar Beerdigungen. Darüber macht man keine Witze. Das ist einfach traurig. Wenn es irgend möglich ist, sollte man den Angehörigen und/oder dem Verstorbenen die letzten Ehre erweisen und der Beisetzung oder Trauerfeier beiwohnen. Das ist unermesslich trostspendend für die Hinterbliebenen und für einen selbst das allerletzte Mal, sich auf dieser Welt mit dem Verstorbenen „auseinanderzusetzen“. Danach kommt

nichts mehr. Nichts.

Gott sei Dank war wenigstens Ruhe von Seiten des Ex. Über Weihnachten und Neujahr kein Wort und kein Ton, kein Geschenk und kein Unterhalt.

So sieht das eben aus bei einem, dem nichts wichtiger ist, als die eigenen Kinder.

Inzwischen läuft wieder alles. Kind wieder gesund. Pflegefall wieder gesund. Die Toten zur Ruhe gebettet.

Mamamotzt lebt ein intensives LMAA (leck mich am Arsch), das entspannt. Viel Sport tut ihr gut.

Finanziell war der letzte Monat mit Jahresbeginn und allen Beiträgen etc. pp. natürlich too much für die Einnahmen, das muss jetzt wieder reingespart werden. Langfristig muss regelmäßig mehr Geld reinkommen. Die unregelmäßigen Einnahmen beinhalten den Nachteil der Unberechenbarkeit, z.B. der titulierte Mangelunterhalt, der irgendwann in beliebiger Höhe gezahlt wird.

Ja, auch 100 Euro Unterhalt für alle zusammen sind toll, aber fiktiv sind dreimal soviel tituliert für die drei Brillanten zusammen. Und tatsächlich soll sie nach Gesetzeslage in der Lage sein, trotz kompletten Alleinerziehens für vier Personen ausreichend Geld zu erwirtschaften, während ein Alleinstehender das nicht schafft?! Aus dem einzigen Grund, dass er leiderleiderleider nicht schafft?!

Kannze denken, watte willz, da is irgendwo n Fehler im System! #UVjetzt wäre daher wichtig!

Theoretisch hat Mamamotzt freie Wochenenden, weil sie sich den Status endlich erarbeitet hat. VZ Fünftagewoche, daber Wochenenden frei. Weil aber immer irgendwelche nicht zu delegierenden Dinge passieren, ist heuer doch mal wieder Wochenendschicht angesagt. Was irgendwie mit den privaten Terminen vereinbart wird. Das frustet irgendwie, denn Erholung kommt ja nicht vor.

Nach bald einer Dekade getrennten Lebens ist der Ex bis auf seine finanzielle Verantwortung, die er durch das Zeugen von Kindern übernommen hat, übrigens die Kinder betreffend kein Ansprechpartner für nichts mehr.

Jeder Gedanke an Entlastung durch ihn, weil er doch müsste, eigentlich sollte, es auch sein Job wäre: schwächt, ist überflüssig!

Die Brillanten sind endlich groß genug, dass es in weiten Teilen des Lebens ohne Hilfe von außen geht. Mamamotzt hat schon einen sehr weiten Weg geschafft.

 

LOVE YOU ALL, DEAR READER! HAPPY 2017!

Warum so eilig?

Der Ex kümmert sich ohne ein Lebenszeichen regelmäßig monatelang nicht um die Brillanten. Im besten Fall hören Mamamotzts ein: „Bin länger beschäftigt, melde mich, wenn ich wieder Zeit habe!“, meist aber gibt es keine Info vorher. Monatelang, das sind drei, vier, fünf, sechs, sieben Monate.

Nun auf einmal hat der Ex es besonders eilig. Er muss die Brillanten sehen, sein Recht bekommen. Er hat schon einen Termin via JA in Auftrag gegeben. Durch ein Versehen musste Mamamotzt diesen mit Ansage fünf Wochen vorher um ein paar Tage verschieben. (Hier sind insgesamt sieben Menschen zu managen mit diversen Aktivitäten, kann mal passieren, dass ein Termin mehrfach gebucht wird und dann nach Relevanz entschieden wird.)
Die Terminverlegung mit rechtzeitiger Ankündigung hat einen ernsten Hintergrund.

Aber zack, gibt es Druck vom Ex und vom Jugendamt. Das sei ja mal echt nicht schön, das kann doch wohl nicht sein usw. Der Ex will doch auch mit den Brillanten in den Ferien was unternehmen. Und, und, und.

Aaaaaaaah! Mamamotzt muss jetzt ganz.tief.und.lange.und.langsam atmen. Atmen. Aaaaatmeeeeen.

Der Ex wollte schon immer in den Ferien etwas mit den Brillanten unternehmen. Nie hat er einen konkreten Termin benannt. Und er ist in sieben Jahren à drei Monate Schulferien pro Jahr nicht einmal tatsächlich erschienen.

Immer erst danach, wenn überhaupt. Mamamotzts kamen sich, höflich ausgedrückt, veralbert vor. Wer ist sonst noch so treudoof und wartet zum Beispiel wirklich ganze sechs Wochen Sommerferien auf den Anruf: „Komme heute“, wenn es schon mehrfach nicht geklappt hat. Kreative Ausreden zu allem möglichen von Ex finden Sie hier oder hier oder in der Stichwortwolke links unter Ausreden, liebe Leser.
In den Ferien wird nun jedenfalls ganz sicher keine Rücksicht mehr auf die Wünsche und Bedürfnisse von irgendwelchen ´fremden Männern´ genommen.

Und Fragen an den Ex stellen ist ja nicht:

Zitat aus „Jetzt geht´s los“ vom 14. Juli 2015

Es ist also egal, dass wir nichts vom Ex wissen. Wenn meine Post an ihn zurückkommt und er seit vielen, vielen Monaten nicht auf die inzwischen vermutlich wöchentlichen Briefe der Beistandschaft (mehrere Kinder, mehrere Einzelverfahren) reagiert, dann spielt das also keine Rolle?!

Ja, ja, schon klar, Umgang und Unterhalt sind getrennte Themen.

Dass er sich an keine Abmachung hält, der er selbst zugestimmt hat und nicht erreichbar ist, ist auch egal?!

Er kann sich also Kinder bestellen wie bei Zalando, sobald er sie braucht, müssen sie antanzen? Und wenn er sie eben nicht braucht, dann bestellt er nichts?!

Mamamotzt soll sich jetzt mal dem Ex gegenüber entspannen. Da wird das Gespräch beim Jugendamt helfen.

Har, har.

Sie wird sich entspannen, sobald er a) 10 mal in Reihe Absprachen eingehalten hat und b) monatlich den Mindestunterhalt für alle überweist.

Bis dahin ist sie als arbeitende und total alleinerziehende Mutter ganz normal angespannt. Und das ist gut so!

Die eigentlich Frage ist: Warum hat der Ex es wirklich so eilig? Um welche Unterschrift handelt es sich, welchen Nachweis muss er erbringen und benötigt dafür die Kinder?
Er hat sie noch nie so dringend sehen wollen, wenn es nicht zweckgebunden war.

„Mama, wir haben so komische Kollegen von Ex getroffen, die haben gesagt: „Ach, das sind also Ihre Kinder, deswegen haben Sie immer keine Zeit, weil Sie mit den Süßen ja so viel um die Ohren haben.“ – Aber der Ex hat doch mit uns gar nichts „zu tun“, der holt uns doch gar nicht ab.“
Zitat nach einem früheren, dringenden Kontaktwunsch von Ex mit den Brillanten.

Ferienende

Es war der letzte Ferientag und die Erholung war bereits seit drei Tagen dahin.
Rückblick: Familie Mamamotzt hat es tatsächlich geschafft, sich für einige Tage loszueisen und war „weg“.
Es war so schön,  ein ganz einfaches Leben. Wind, Wellen, Meer, nicht mal Radioempfang, und nur ab und zu fand das Handy ein fremdes WLAN.
Einfach nur die Kinder und sie. Extraordinaire, um es wie ein Franzose zu sagen.
Doch am letzten Urlaubstag dann die gefürchtete Situation: Notfall bei den Pflegefällen, echt dumm gelaufen, überhastete Heimkehr statt geplantem, weiteren lazy Strandtag und dem ihnen wichtigen Familienzeitabschluss.
Am nächsten Morgen gleich weiteren Terminstress mit den Pflegefällen und die Brillanten mussten die Woche über weitgehend alleine klarkommen.
Vom Montag bis zum Sonntag war diese  Woche voll mit Verantwortung und Termindruck und anderen Unschönigkeiten.

Man will einfach zu viel und ist enttäuscht, wenn man es nicht bekommt. Und wenn es nur ein wenig Heiterkeit ist.

Urlaub

Es soll sein und es muss sein: Mamamotzt und die Brillanten nehmen sich irgendwann demnächst einige Tage frei und fahren in einen richtigen Urlaub. Keine Klappcouch bei Freunden, richtigrichtiger Urlaub!

Ziel ist ein Ort, an dem sie schon mal waren, vor fünf Jahren, und an dem sich damals wertvolle, wenn auch unschöne Erkenntnisse Bahn brachen.

Möglicherweise bildet dieser Urlaub dann einen Abschluss zu den damals gewonnenen Erkenntnissen und dem Nachfolgenden.
Hohe Erwartungen. Aber nicht unwahrscheinlich.
Auch wenn klassisch sieben Jahre für Lebensphasen angesetzt werden.
Die endgültige Ablösung vom Ex, und zwar die der Brillanten.

Ex fuhr nicht mit damals, es war ein Urlaub mit Freundin und Kindern bei Freunden. Ohne Männer.

Zum Urlaub kommentierte er nichts, wünschte nichts, fragte nicht nach der Adresse etc.

Heute wie damals wird die unendliche Ruhe des Urlaubsziels die Mamamotzts laben und erquicken. Auch wenn sie ohnehin als Landbewohner nicht dem Großstadttrubel ausgesetzt sind, die langen Tage mit vielen Aufgaben zehren.
Die ewige Existenzangst als Freiberuflerin hat Mamamotzt extrem zermürbt.
Ruhe und Rückbesinnung auf die „Keimzelle der Gesellschaft“ wird auch jetzt gut tun. 😉

Entweder kann sich das Quartett innerlich durch den Urlaub sogar vom Thema Ex lösen, oder es erholt sich einfach gut.
Beides gleich gut!

Chemo in den Sommerferien

Mamamotzt wollte nicht nur unangenehme Stories schreiben, denn natürlich gibt es auch sehr viel schönes im Leben.
Aber irgendwie ist manchmal der Wurm drin.

Dieser Post sollte lauten: „Wie wir spontan das erste Mal richtig Ferien machten“.

Leider war er noch nicht fertig, und nun wird er eben anders heißen. Mal wieder.

In den Jahren als Schulkinderfamilie hat die Mamamotztfamilie erst einmal richtig Sommerferien gemacht. Fast eine ganze Woche, so mit Urlaubsplanung und so.
In den den ersten Jahren liefen parallel noch Kiga und Krippe, die Zeiten muss man als Alleinerziehende zum Arbeiten nutzen. Also nur rund drei Wochen, in denen alle Kinder zu Hause waren im Sommer. Für diese Zeit hatte Ex jedes Jahr angekündigt, er wolle unbedingt die Kinder für länger holen und melde sich, sobald er zeitlich einen Überblick habe.
Daraus wurde bis heute: Einmal total gezwungene drei Tage. Und die auch noch 30 Stunden zu spät begonnen.

Man arrangierte sich, es war saublöd. Mit den Kindern fuhr sie spontan Freunde mit kleinen Kindern besuchen, nicht länger als ein paar Tage, weil man mit drei Steppkes die Gastgeber schon strapaziert. Oder den Patenonkel ohne Kinder und ohne Platz besuchen, aber mit Verständnis. Und ansonsten: Jedes Angebot öffentlicher Ferienbetreuung nutzen und durcharbeiten. Denn als Alleinerziehende, Selbständige schafft man in der Medienbranche quasi nur mit straffem Durcharbeiten, lebenswürdiges Einkommen zu generieren. Vollzeit ist aufgrund der ausbaufähigen Betreuungsangebots nicht möglich.
Der Pflegefall kam dazu, Mamamotzt konnte wieder nicht planen. Da man nie weiß, wie es dem Pflegefall in bsp. einem halben Jahr geht, ist es nicht ratsam, zu buchen/planen. Fremdpflege verweigert der Patient bis zum äußersten. Das ist nicht mehr zu ändern, es lässt sich also kein „Pflegeersatz“ beschaffen.

Heute, am letzten Schultag, wollte Mamamotzt nach dem traditionellen Feiertagswampevollschlagen nun nach Last-Minute- oder Urlaubseinspringer-gesucht-Annoncen schauen, da steht fest:
Der Pflegefall bekommt ab Montag die Ferien über Chemo.
Und da es nicht das erste Mal bei diesem Patienten ist, sind die bekannten, gravierenden Nebenwirkungen zu erwarten.

Ehrlich! Sie wollte in diesem Jahr mit den großen Ferien anfreunden und sie mal nicht als Last sondern als rekreative Zeit genießen, tatsächlich mal den Patienten einfach Patient sein lassen, natürlich top versorgt, und ihm einfach aus dem Urlaub eine Postkarte schicken.
Die Zeit mit den Kindern ge-nie-ßen! Und nicht als puren Orgastress erleben.

Aber während einer Chemo gilt es immer wieder, nicht absehbare Notfallentscheidungen zu fällen (multimorbider Patient, kein junger, fitter Mensch!). Da ist ein 100 Kilometer-Ausflug eigentlich schon zu viel.
Mamamotzt hat Vollmacht für alles und als einzige den Überblick über die kuriose Krankengeschichte, eine Verantwortung.

Man hofft jetzt bloß, dass das Wetter patientengerecht ist, damit nicht noch wetterbedingte Wehwehchen alles verkomplizieren.
Egal, ob das Schwimmbad oder sechs Wochen Monopoly mit dicken Pullis bedeutet.

Meh.

Mamamotzt ist aber nicht der Patient. Nur die Pflegerin. Zum Glück.