Jonathan

Jonathan ist ein sympathischer Kerl, sportlich, gutaussehend, gute Manieren. Die Frauen gucken ihm hinterher; um eine kennenzulernen, braucht er sich nicht anstrengen. – Er will allerdings keine kennenlernen, und er ist weder homosexuell noch vergeben.

Total verpeilt oder nur chaotisch?

Ein erfolgreiches Masterstudium an einer Exzellenz-Uni nennt er sein eigen, vielfältige Berufserfahrung, Auslandsaufenthalte, eigene Projekte.
Eigentlich ein toller Typ, dieser Jonathan. Aber er kommt nicht aus dem Quark. Hat sein Leben einfach nicht im Griff. Kein Selbstmanagement und schon gar keine funktionierenden Familienstrukturen.

Das Verhältnis mit der Ex hatte nicht gehalten, sie sind seit einigen Jahren getrennt. Seitdem kümmert er sich allein um die vier Kinder. Obwohl alle vier richtige Sonnenscheine sind und absolut pflegeleicht, kriegt Jonathan es nicht hin, den Haushalt in Schuss zu halten, geschweige denn einen einträglichen Job zu finden, mit dem er die Familie ernähren kann.

Eventuell sieht es in Bewerbungen nicht so gut aus, dass er zusätzlich noch einige Jahre seine dementen Großeltern bis zu deren Tod gepflegt hat. Oder vielleicht ist der Burn Out samt Vater-Kind-Kur an der Nordsee vor Jahren ein Killer-Kriterium in den Vorstellungs-Gesprächen, wenn er gefragt wird, wie er das denn alles so geschafft hat?

Mit der Ex hatte er allerdings auch einen echten Fehlgriff geschossen. Die hat ja schon immer nur rumgetusst und nichts für die Familie getan. Seit der Trennung macht sie erst recht auf armes Mäuschen und zahlt weder Unterhalt, noch kümmert sie sich um die Kinder. Umgang alle zwei Wochen? In den Ferien? – Allerhöchstens schickt sie mal nen flotten Spruch per SMS: Habe euch so lieb, ihr 4! Feiert schön Weihnachten, ja?! Bussi, Mama

Netzwerke bilden

Neulich erlebte er einen anderen Vater, als sie nach einer Gürtel-Prüfung ihre Kinder gleichzeitig abholten. Jonathans Sohn hatte als einziger aus der Clique die Prüfung bestanden. Der andere Vater sagte zu seinem deutlich durchgefallenen Sprößling: Kein Problem, ich kenne doch den Prüfer, mit dem quatsche ich einfach mal und dann klappt das doch!
Dafür ist Jonathan zu ehrlich und hätte seinem Sohn signalisiert: Durchgefallen heißt, entweder nicht genug vorbereitet oder irgendwie kein Talent, dann ist diese Geschichte hier für dich zu Ende! 

Schade! Eigentlich hätte sich Jonathan gerne etwas mit dem Vater unterhalten, aber irgendwie gab es da keine gemeinsame Wellenlänge. Es ist selten, dass Jonathan mal andere Väter trifft. Meistens holen Mütter die Kinder ab oder sind auf den zahlreichen Kinderterminen von Basar bis Elternabend.
Die Mütter teilen sich immer in zwei Gruppen: die eine findet ihn übergriffig, wenn er nett mit sprechen möchte und fühlen sich negativ angebaggert. Die andere baggert ihn an, ohne Rücksicht auf das Thema zu nehmen. Konstruktiv geht das jedenfalls nie aus. Das frustriert Jonathan schon.

Jobsuche mit vereinten Kräften

Als er mal von seinen beruflichen Ambitionen sprach, tat kürzlich eine andere Kindermutter aus der Klasse kund, sich ebenfalls neu orientieren zu wollen. Erste Ideen wurden in den Raum geworfen und ein gemeinsames Brainstorming in Ruhe vereinbart. Ohne Kinder.
Räumlich wäre Jonathans Wohnung der ideale Treffpunkt gewesen. Aber die Unordnung war ihm unangenehm. Liegt vielleicht im Auge des Betrachters, aber mit vier Kindern und einem Hund fliegt immer irgendwas rum, ist nicht alles blank geputzt und nach Jonathans Empfinden nicht empfangsfähig. Als er deshalb auf einem externen Treffpunkt bestand, sagte die Mutter last minute das Brainstorming ab. Hab echt viel zu tun, sei nicht böse! 
Klang in seinen Ohren wie eine fadenscheinige Ausrede. Seitdem hat sie auch nie wieder über ihre Veränderungswünsche gesprochen. Aber immer wieder sexuelle Anspielungen gemacht.

Zeit effizient nutzen

Ein echtes Problem von Jonathan ist, dass er seine Zeit nicht effizient nutzt und Klinken putzt. Statt für den Sohn die Hockey-Trikots zu waschen (wird sich schon irgendeine Mutter finden, die dann eben zweimal wäscht!), sollte er besser Bewerbungen schreiben, wenn er sich wirklich verändern will. Die kleine Tochter mit ihren never ending Kindergarten-Geschichten kann er doch auch der fußlahmen Nachbarin (mit dem beißenden Mundgeruch) rüberschicken. Die freut sich bestimmt.
Auf die vielen Elternabende (vier Kinder ..) sollte er besser verzichten, s.o., da sie netzwerktechnisch gar nichts bringen, sondern eher für private Unruhe sorgen.  Irgendwer kann ihm sicher eine Mitschrift schicken.
Und überhaupt sollte er sich mal von den Kindern lösen! Sie haben ja außer ihm niemanden, da verbringen sie doch genug Zeit mit ihm. Dann können sie auch öfter mal auf ihn verzichten. Sonst werden die nie unabhängig!

Neue Partnerin

Mit den Frauen hat Jonathan es natürlich schon mal versucht. Aber irgendwie gerät er immer an so gescheiterte Existenzen, die sofort bei ihm einziehen wollen, keine eigene Waschmaschine und auch sonst wenig besitzen und scheinbar nur einen rundum potenten Sugardaddy suchen.
Außerdem waren ihnen die Freizeitaktivitäten nicht spektaktulär genug. Beim Waldspaziergang werden sie dreckig, Streichelbauernhof geht wegen Allergie nicht, am See sind Mücken usw. Ausschließlich Aktionen, die kinderungeeignet sind, waren ihnen genehm.
Jonathan hat es aufgegeben. Und er hat auch aufgegeben, seiner auf Mallorca lebenden Mutter das erklären zu wollen. Denn die findet, er solle sich schnell eine neue Partnerin suchen, damit die ihn unterstützt.
Das war ja wohl höchstens früher so, in den 60ern!

 

 

Weiter so? – Nein!

Wie unendlich herbeigesehnt diese Osterpause ist!

Kein Deko-Gedöns, keine Termine, nicht mal aufwändiges Essen. Einfach mal dezidiert nichts tun. Nur die freie Zeit genießen, nicht mal putzen, gerade mal 4 Mahlzeiten pro Tag ausstaffieren – fertig.

Arbeit …

… eine Mischung aus Festanstellung und Freelancer. Es schlaucht sehr und die Bilanz nach grob einem Jahr fällt durchwachsen aus. Sehr durchwachsen.

Durch die Pendelei kostet die Festanstellung viel Zeit. Sie garantiert aber ein Grundeinkommen und eine Krankenversicherung für die Familie. Das Gehalt reicht nicht zum Auskommen (für vier Personen), also muss an den anderen Tagen auch Geld verdient werden. (Unterhalt kommt nur ganz gelegentlich in unkalkulierbaren Bröckchen, was bedeutet: kalkulieren wie ohne Unterhalt.) ((Die Konditionen der Anstellung sind nicht verhandelbar, schon probiert. Entweder so oder nicht.))

Die Umstände ermöglichen nur schlecht bezahlte Aufträge, die immerhin mit der wenigen, verbleibenden Energie machbar sind, im Gegensatz zu tolleren, besser bezahlten Projekten. Und sie fressen ebenfalls viel Zeit. (In der Summe VZ Arbeit und mehr, aber ein unregelmäßiges und unbefriedigendes Einkommen.)

Während das Hamsterrad läuft, hier also seit Herbst bis jetzt durchgehend, kommt Mamamotzt überhaupt nicht zum effektiven Nachdenken. Irgendwas ist immer und man braucht einen echten Abstand zu den Dingen, die man mal aus einer anderen Perspektive betrachten muss/möchte.
Also die Gesamtsituation, die Arbeits- und Familiensituation in diesem Fall. Besonders, wenn man absolut alleine überlegen muss und maximal die eigenen Kinder als Gedanken-Sparringspartner hat.

Die Brillanten an sich kamen in diesem letzten Jahr viel zu kurz. Bei allem Lerneffekt, den es dabei auch gibt.
Es gibt hier nichts und niemanden, der Mamamotzt unterstützt, und wenn sie nicht die Hausaufgaben überwacht, tut es niemand. Wenn sie nicht für Arbeiten übt oder Vokabeln abfragt, macht es niemand. Das sieht man auf den Zeugnissen. Wenn sie nicht zeigt, wie XYZ funktioniert, dann tut es niemand. Alles, was Mamamotzt nicht tut, passiert nicht. Putzen, erziehen, zuhören, die Welt erklären.
(Im Freundeskreis der Brillanten gibt es bereits erschreckende Beispiele, was dadurch passieren kann!)

Mamamotzt ist leider keine Heldin sozialer Netze im real life, hat aber ein Händchen für falsche Charaktere. (Viel versprochen, schon gebrochen …)

Die Brillanten stellen keinen Unsinn an, wenn Mamamotzt nicht zu Hause ist, aber das ist auch schon alles. Sie hängen lethargisch herum und tun … nichts.
Trilliarden vertane Chancen!

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Blöd, dass ihr nicht mal ein Ziel klar ist. Will Mamamotzt mehr Zeit für die Brillanten, egal, was es kostet? Will sie gerne wieder anspruchsvolle Tätigkeiten ausführen und weg von den Hilfsjobs? Wäre sie bereit, sich von irgendwas oder irgendwem abhängig zu machen, um (Familien-)Zeit zu gewinnen? Welchen Schritt würde sie als erstes gehen? Wie wichtig ist ihr das komplett weggebrochene eigene Sozialleben? Ist es auf Dauer ok., abends nur noch ins Bett zu wollen und als einziges Ziel für freie Stunden zu haben, bloß Ruhe haben zu wollen, keinen Menschen sehen zu wollen und möglichst nichts zu machen?

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Eine gute Grundsatzfrage ist in Momenten, in denen im Leben irgendwas nicht richtig erscheint, oder falsch oder untragbar, folgende:

Kannst du dir vorstellen, noch ein/fünf / Jahr/e genauso zu leben? 

Antwort lautet: definitiv nicht!

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So! Es muss sich also etwas ändern.

Aber: wo anfangen?

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Ganz privat gibt es natürlich Faktoren, die selbst hier nicht thematisiert werden, die aber eine Rolle spielen. Wahrscheinlich nicht mal unerheblich. Die „zu beackern“ ist einzig Mamamotzts Aufgabe. Und ohne Kenntnis derer sind eigentlich alle möglicherweise eingehenden Ratschläge oder Hinweise vergeblich.
Also, ein Like unter dem Beitrag ist ok, aber alles andere kostet leider nur kostbare Leserlebenszeit. 😉
:-*

Ein zufriedener Beitrag

Das Leben kann so schön sein. So schön smooth, so glatt.

Den Brillanten geht es gut, alle sind gesund, alles prima.

Die Tage werden länger, die Sonne schien jetzt einige Tage, man wohnt, man lebt, man freut sich. Weil man sich dessen bewusst ist.

Jemand sagt mit mitleidiger Stimme, in dem Alter der Brillanten seien die Jugendlichen ja auch schwierig.
Nö, hier nicht. Das können die sich gar nicht leisten. Mamamotzt ist zwar extrem lässig in vielen Dingen, aber da ist sie streng. Und kennt den Weg zur Haustür. Und würde ihn zur Not auch weisen.

Das liebe Geld

Aus Spaß hat sie eben noch einen Hartz IV-Rechner ausgefüllt, so, als ob sie nicht bienenfleißig erwerbstätig sei und über gar kein Einkommen verfügen würde. Eine einfache Version, ohne allzuviel Schnickschnack. 

Also entweder ist das viel Geld, der Rechner kaputt oder sie verdient ganz schön wenig. Der berühmte Satz: „Ohne Arbeit hätte ich mehr!“, er träfe mehr als zu. (Mit Hartz IV kann man ja auch Zuschussanträge für Klassenfahrten und Sportvereine stellen, wie geil wäre das denn?!) 

Trotzdem wird sie nicht hinrennen und den Rest beantragen, der der Familie vermutlich noch „zusteht“, im Gegenteil, es schüttelt sie alleine bei dem Gedanken. 
Und glücklicherweise ist sie in der Lage, ohne die bisherige Pflege schwerst Pflegebedürftiger „nebenbei“ sich um mehr freie Aufträge zu kümmern. Phasenweise mit Knochenjobs das monatliche Einkommen anzuheben. Und sie hat absolut keinen Nerv, dafür Quadratkilometer an Formularen auszufüllen, jeden Monat neu, weil sich das freie Einkommen ja verändert, und zu kontrollieren, wo ein „Groschen“ fehlt. 
Dafür aber noch einen Bewerbungsmarathon hinlegen zu müssen, um im Bezug zu bleiben. Nein, dann lieber manchmal verzichten und Suppe strecken. (Passiert nie, Suppe strecken. Verzicht ist wohl eher das Zauberwort.) 

Unabhängigkeit rulezzzz! 

Glücklicherweise sind die Brillanten groß genug, dass es einigermaßen hinhaut mit der vielen Arbeit = Abwesenheit, physisch und/oder psychisch. 

Erziehung nebenbei

Mamamotzt ist sicher nicht die erste Pädagogin ihrer Kinder, keine super Erzieherin oder ähnliches. Das extrem überhöhte Ideal, welches Eltern heute erfüllen wollen, ihre Kinder bis zum Erbrechen fördern oder maximal helikoptern (teils, ohne es zu wollen, ja, sogar ohne sich dessen bewusst zu sein), war eh nie ihres. Und sie kommt gepflegt nicht mal ihr eigenes, kleines Erziehungsideal heran.

Eine gewisse Menge Quantitätszeit mit dem Nachwuchs fällt zu oft unter den Tisch, weil Zeit und Nerven fehlen, noch ist bezahlter oder gar biologischer Ersatz zur Hand. Gemeinsame Mahlzeiten als fester Anker im Tag? Ha, ha, ha! Irgendwer ist immer nicht da, akut unterzuckert oder leider gerade satt. Schadeschadeschade, aber kaum zu ändern.

Die Brillanten wachsen auf, wie viele Milliarden Kinder vor und neben ihnen auf diesem Planeten: ohne Lob für jeden Schiss, einfach normal und nebenbei. Mittelstrukturiert und eilig geliebt, aber von Herzen!

Vieles, was sie können könnten, wird ihnen verwehrt bleiben, weil es nicht möglich ist. Das ist sehr bedauerlich. Bildungsbürgertum adé.
Aber vielleicht und hoffentlich haben sie Resilienzen gegen Unbill im Leben, weil sie erfahren haben: das Leben ist hart und ungerecht, aber mindestens ein Pfeiler ist unumstößlich. Mama. 

Ein ganz normaler Tag

Ein Kind bedankt sich für den schönen Tag heute (ein stinknormaler, aber es lief halt einfach mal alles so, wie man es für normal hält), ein Kind ist allmählich wieder gesund und für die Zeit seiner Krankheit konnte Mamamotzt bezahlt und versichert der Arbeit fernbleiben (ein einziger Fehltag, das Kind war natürlich länger krank, aber der Rest wurde anders abgefedert!), ein Kind wurde außerordentlich freundlicherweise von Bekannten zu einer kulturellen Veranstaltung mitgenommen, was sonst nicht möglich gewesen wäre.

Dankbar sein fällt eventuell viel leichter, wenn man materiell weniger hat. Dann fühlt man es besser.

Das Leben plätschert ruhig dahin

Das Leben plätschert derzeit ruhig dahin. Mehr hat sich Familie Mamamotzt lange nicht gewünscht. Ein Traum ist damit wahr geworden!

Einfach mal keine Katastrophen.
Vor allem einfach mal möglichst lange keine Entscheidungen als Laie über Leben und Tod mehr treffen müssen. Auch das Aus mit dem #Freund ist in der Nachbetrachtung eine Nachwehe dieses Traumas mit allen Folgewirkungen. Es ist wirklich ein Trauma, Pflege (zu Hause oder auch nicht zu Hause) kann einfach richtig scheiße sein und leider auch langanhaltende, unschöne Folgen ziehen.
Therapie? Nicht nötig. Manche Menschen machen sowas mit sich selbst aus, aber es braucht Zeit.

Die Familie ist stabil

Die Familie Mamaotzt ist derzeit stabil. So stabil wie lange nicht. Es fühlt sich einfach mal geschmeidig an.

Keine Dramen, weder beim Familienvorstand (Herzschmerz) noch bei den Brillanten (Freunde verursachen ja komischerweise häufig mehr Ärger als Freude …).

Möge es lange so bleiben.

THE END

 

 

P.S.: Eine fette Nachzahlung, die nicht mal verbrauchsabhängig ist (Grundsteuer B etc.) und ein häßliches Telefonat werden die positive und gechillte Stimmung jetzt auch nicht ändern!
Nimm das, Schicksal! Du kannst sie alle mal!

 

 

 

 

 

Stimmung steigt

Nachdem der letzte Beitrag noch von Nikolausfrust geprägt war, kann Mamamotzt längst Linderung vermelden.

Weihnachten war superlustig, wenn auch irre schräg. Das bleiben Familieninterna. 😉
Auch Silvester war ruhig und gemütlich.

Mamamotzt hat komplett durchgearbeitet, während die Brillanten chillten, was das Zeug hielt.

Stressig wird es immer, wenn zum normalen Programm noch Kranke kommen, das war zwischenzeitlich auch der Fall, ein Kind laborierte eine Woche erheblich rum inklusive Krankenhaus. (Nisch so witzisch für Alleinerziehende ohne back up.) Dazu kam zeitgleich ein außergewöhnlich schwächelnder Pflegefall, den es zu versorgen galt. (Nisch so witzisch für Alleinerziehende ohne back up und mit kranken Kindern, fast drei Wochen schulfrei und VZ Arbeit.)
Und noch ein paar Beerdigungen. Darüber macht man keine Witze. Das ist einfach traurig. Wenn es irgend möglich ist, sollte man den Angehörigen und/oder dem Verstorbenen die letzten Ehre erweisen und der Beisetzung oder Trauerfeier beiwohnen. Das ist unermesslich trostspendend für die Hinterbliebenen und für einen selbst das allerletzte Mal, sich auf dieser Welt mit dem Verstorbenen „auseinanderzusetzen“. Danach kommt

nichts mehr. Nichts.

Gott sei Dank war wenigstens Ruhe von Seiten des Ex. Über Weihnachten und Neujahr kein Wort und kein Ton, kein Geschenk und kein Unterhalt.

So sieht das eben aus bei einem, dem nichts wichtiger ist, als die eigenen Kinder.

Inzwischen läuft wieder alles. Kind wieder gesund. Pflegefall wieder gesund. Die Toten zur Ruhe gebettet.

Mamamotzt lebt ein intensives LMAA (leck mich am Arsch), das entspannt. Viel Sport tut ihr gut.

Finanziell war der letzte Monat mit Jahresbeginn und allen Beiträgen etc. pp. natürlich too much für die Einnahmen, das muss jetzt wieder reingespart werden. Langfristig muss regelmäßig mehr Geld reinkommen. Die unregelmäßigen Einnahmen beinhalten den Nachteil der Unberechenbarkeit, z.B. der titulierte Mangelunterhalt, der irgendwann in beliebiger Höhe gezahlt wird.

Ja, auch 100 Euro Unterhalt für alle zusammen sind toll, aber fiktiv sind dreimal soviel tituliert für die drei Brillanten zusammen. Und tatsächlich soll sie nach Gesetzeslage in der Lage sein, trotz kompletten Alleinerziehens für vier Personen ausreichend Geld zu erwirtschaften, während ein Alleinstehender das nicht schafft?! Aus dem einzigen Grund, dass er leiderleiderleider nicht schafft?!

Kannze denken, watte willz, da is irgendwo n Fehler im System! #UVjetzt wäre daher wichtig!

Theoretisch hat Mamamotzt freie Wochenenden, weil sie sich den Status endlich erarbeitet hat. VZ Fünftagewoche, daber Wochenenden frei. Weil aber immer irgendwelche nicht zu delegierenden Dinge passieren, ist heuer doch mal wieder Wochenendschicht angesagt. Was irgendwie mit den privaten Terminen vereinbart wird. Das frustet irgendwie, denn Erholung kommt ja nicht vor.

Nach bald einer Dekade getrennten Lebens ist der Ex bis auf seine finanzielle Verantwortung, die er durch das Zeugen von Kindern übernommen hat, übrigens die Kinder betreffend kein Ansprechpartner für nichts mehr.

Jeder Gedanke an Entlastung durch ihn, weil er doch müsste, eigentlich sollte, es auch sein Job wäre: schwächt, ist überflüssig!

Die Brillanten sind endlich groß genug, dass es in weiten Teilen des Lebens ohne Hilfe von außen geht. Mamamotzt hat schon einen sehr weiten Weg geschafft.

 

LOVE YOU ALL, DEAR READER! HAPPY 2017!

Riesenlanges Update

Es geht im Grunde kaum vorwärts, aber irgendwie doch. Die Zeit rast und manches kann man aufgrund der neuen Maßstäbe gar nicht fassen.

Die Arbeit

Seit einigen Wochen arbeitet Mamamotzt in einer festen TZ-Stelle. Fachfremd und natürlich unterqualifiziert, aber: es macht Spaß, es kam zum rechten Zeitpunkt (Konto leer) und es deckt so etwa den absoluten Grundbedarf der Familie. Obdachlosigkeit droht nicht mehr, Brot steht auf dem Tisch, mehr aber auch nicht.

Klingt schlimmer, als es ist, das Familieneinkommen setzt sich jetzt eben anders zusammen als bisher, und man wird erst mit der Zeit erkennen, was finanziell möglich ist und wo man dringend auf das Geld aus der weiterlaufenden Selbständigkeit angewiesen ist. Oder hoffentlich genug Familieneinkommen verfügt, um wenigstens Kinderzuschlag zu bekommen. Oder Wohngeld. Denn dafür reichte das Familieneinkommen zuletzt nicht mal. Die Wohngeldstelle hat sie weggeschickt, konnte nichts für die Familie tun.
– Egal, vorbei!

Am entspannensten ist auf jeden Fall die sichere Krankenversicherung, die jetzt definitiv in trockenen Tüchern ist, für alle vier!

Der neue Alltag

Alle müssen sich noch an die neuen Umstände gewöhnen, andere Alltagsstruktur, und vor allem ist gefühlt niemand mehr für irgendwas zuständig.

Mamamotzt wundert sich am meisten. Sie hatte vorher schon das Gefühl, nichts und niemandem Genüge zu tun. JETZT, wo sie durch Pendelei wirklich sehr lange außer Haus ist und überhaupt nicht „mal eben“ irgendwas tun kann, sieht man, WAS sie aber doch immer alles gemacht hat.
Es gab nie ein Angestelltenleben seit sie Mutter war, weil sie nie fest angestellt wurde, sondern im Textbereich üblich, nur als flexible Freelancerin gebucht wurde.

Jede Minikleinigkeit muss nun also besprochen, geplant und ggf. diskutiert werden. Und am besten doppelt abgesichert sein, denn wenn Mamamotzt nicht greifbar ist, um „mal schnell“ etwas umzuorganisieren, muss möglichst automatisch Lösung B greifen.

Die Mitnahmegelegenheit zum Sport hat spontan Klassenfahrt oder ist krank. Da gibt es noch Orga- und Absprachelücken.

Für ein anderes Kind fällt Training aus oder der Ort wird spontan eine Stunde vorher verschoben oder … xyz.

Von gewissen Vorfällen, die besonders in der Anfangszeit der aushäusigen Arbeit gehäuft vorkamen, mal gar nicht zu sprechen.

Und die Brillanten müssen selbstorganisiert aufstehen und das Haus verlassen, weil Mamamotzt dann schon zur Arbeit pendelt.

Das wiederum ist eigentlich richtig geil: aus dem Haus = für nichts mehr zuständig, weil man es eh nicht ändern kann.

Problem: niemand ist da, der ihren Part übernimmt, also stauen sich Ungereimtheiten nur auf, bis sie wieder zurück ist.
Hm.

Und sie versteht inzwischen die sich in der Ruhe der Arbeit versteckende Väter durchaus! Aber sowas von! Immerhin gibt es dort Kollegenanerkennung, einen finanziellen Bonus für die pure Anwesenheit und dafür keine Stunden später sowieso unlösbaren mega-unfairen Pausenhofschlägerei-Nacherzählungen.

Alle müssen mitziehen

Der Freund muss auch mitziehen und tut das auch. Was Mamamotzt erstaunlich findet, denn bisher machten die Männer immer eine Wende, sobald es Veränderungen bei Mamamotzt gab, die sie in irgendeiner Weise hätte mittragen müssen. (Einen Tag weniger Zeit „für ihn“, vor allem! Da laufen Männer sehr schnell sehr weit.)

Für das an Arbeitstagen liegengebliebene nun bleibt interessanterweise kaum genug Zeit, es an den arbeitsfreien Tagen aufzuarbeiten. Allerdings war der erste Monat auch gespickt mit Widrigkeiten, so dass es hoffentlich bald etwas ausgeglichener wird.
Facharzttermine der Kinder (Zahnspange etc.) in einer unerreichbaren Stadt, Schulanmeldung hier, Opa versorgen da, bisherige Ehrenämter dort, das alles muss an den „freien“ Tagen klappen, an denen eigentlich die selbständige Tätigkeit das kleine Grundgehalt abrunden soll.

Hilfe – 12 Wochen Ferien ohne Hort!

Und das größte Novum: die Ferien!
Bisher war der Vorteil der unfreiwilligen Selbständigkeit von Mamamotzt, dass wenigstens in den endlosen Schulferien eine große Flexibilität herrschte und sie oft mittags das Büro schließen konnte, um mit den Kindern ins Freibad zu gehen. NATÜRLICH MIT FINANZIELLEN EINBUSSEN. Aber es war eben möglich.

Das geht nun nicht mehr. Ihr bleiben für den Rest des Jahres praktisch noch zwei Wochen Ferien. (Nicht zu Jahresbeginn eingestiegen und einige Termine standen schon vor der Arbeitsaufnahme fix im Kalender, so dass das jetzt der – gefühlt mickrige – Rest ist.)
Und Weihnachten durcharbeiten, keine Betriebsferien, das ist … neu für die Familie.

Als Selbständige, zumal im Journalismus, steht immer zur Debatte, mal für ein, zwei, drei Wochen auf eine Recherchereise zu gehen.
Aus, vorbei. Diese Art der Flexibilität ist weg.
Eingetauscht gegen existenzielle Sicherheit.
Bestimmt ein guter Deal.

Momentan werden die Sommerferien geplant. Schwierig, denn für den für zwei Wochen abdeckenden käuflichen Hort sind die Brillanten zu alt. Zum Ex können sie nicht, andere Lösungen sind auch schwierig.
Sprich: drei verschiedene, individuelle Lösungen für sechs Wochen ausarbeiten, für jeden Tag. Samt Plan B, weil garantiert immer wieder etwas nicht klappen wird.
Sind übrigens nur 256 Pläne, die das bedeutet. Für die vor der Tür stehenden Sommerferien. Sollte gehen.

Ex glänzt wie immer

Was den Ex betrifft, hat sich nichts geändert. Er will die Kinder sehen. Wann es ihm passt. Und er will nicht wissen, was sie so im Alltag machen, wenn es Geld kostet. Er will aber die Zeugnisse sehen. Weil das sein Recht ist. Aber kostenpflichtige Unternehmungen interessieren ihn nicht. Bitte! Man verschone ihn damit! Schulbücher, Klassenfahrten, Zahnspange, Sportverein, Sonderausstattung, Geburtstage etc.
No interest, no pay, no excuses!

Es hackt wohl?!

Die Beistandschaft ..

.. hat sich nach einer Beschwerde entschuldigt, dass dort tatsächlich kräftig gepennt wird/wurde. Geld fließt ja immer noch nicht, obwohl Ex das zumindest großherzig angekündigt hatte. In diesem Monat wolle er Mamamotzt (wohlgemerkt: ihr! , nicht den Kindern!) entgegenkommen. Weil er so großzügig ist. Vermutlich plant er, eine Summe bis 50€ zu überweisen. Mit der Mamamotzt sich dann umgehend einen süßen Lebensabend auf den Malediven machen wird.
Oh Jesus! Wirklich!

Ansonsten ist interessant, dass Ex weder arbeitet (keine Eingänge bei der Rentenversicherung), noch ein Gewerbe angemeldet hat, noch Sozialhilfe bezieht noch sonst irgendwie seit Jahren über nachgewiesenes Einkommen verfügt.
Ist Mamamotzt die einzige, der das mehr als merkwürdig vorkommt?
Schwarzarbeit lässt sich ja naturgemäß schwer nachweisen, aber da der Ex eher nicht über größere Latifundien verfügt, von deren Zinseinkünften er leben könnte, muss es doch ziemlich sicher Schwarzarbeit sein.

Mamamotzt muss jetzt erstmal den erfolglosen Gerichtsvollzieher bezahlen. (Erster Kotzstrahl!)
Dann will die Beistandschaft (angeblich kostenlos!) die ermittelte Lebensversicherung des Ex pfänden wegen der aufgelaufenen Unterhaltsrückstände für ein Kind. Das ist ok. Kostet aber Mamamotzt aber auch wieder Geld, denn umsonst rückt die Versicherung das Geld nicht raus. Genaue Kostenangaben und Gewinnaussichten gibt es nicht, es kann also im Zweifel richtig ungünstig laufen. Minusgeschäft, eventuell.
(Zweiter Riesenkotzstrahl!)
Aber, dringende Anmerkung: der Ex hat natürlich zwingend zu wahrende und zu bedienende Rechte! Und zwar muss ihm dringend laufend Bericht erstattet werden. Das ist doch sein Recht. Und er hat ja auch schon eine Sorgevollmacht unterschrieben und ist doch mega-kooperativ. Mit Finanzthemen also bitte verschonen, aber Glanzthemen transportiere man ihm gerne zu.

Das ist doch total verrückt!

(Exkurs: neulich sprach eine Bekannte die Brillanten an, sie seien doch die Kinder vom Ex. Die Brillanten hatten noch nie(!) Kontakt zu der Dame. Sie kann sie maximal von Fotos kennen. Die der Vater natürlich eifrig knipst, wenn er die Kinder ab und zu überfallartig vor dem Haus abfängt. Und offenbar als liebevoller Vater dann überall stolz herumzeigt. Krass, irgendwie.
Ein anderer Verwandter aus der Ex-Familie wusste auch nach Jahren ohne Kontakt zur Mamamotztfamilie sehr gut über die aktuellen Verhältnisse Bescheid und verplapperte sich bei einer zufälligen Begegnung. Die öffentlich zugänglichen Daten im Netz werden also für eifrige Recherche genutzt. Mamamotzt sollte dort am besten mal Tacheles reden! Von wegen treusorgender Ex und so!)

Wenn Unterhalt fließen würde und man sich endlich absetzen könnte

Die Unterhaltsschulden beim Kind mit Titel belaufen sich allein in der verhältnismäßig kurzen Zeit schon auf eine fast fünfstellige Summe (10.000€)! Auch krass, was man hätte machen können, wenn man das Geld gehabt hätte.
Andererseits: wurscht egal. Man muss halt regelmäßig mahnen, damit der Anspruch gewahrt bleibt und das Kind in 30 Jahren noch das Geld einklagen kann. Jetzt kommt sowieso nichts.

Für eine Lebensversicherungpfändung von Ex soll Mamamotzt jetzt in Vorkasse gehen. Komische Rechnung: der Staat sagt, er hülfe bei nachlässigen Unterhaltsschuldnern und stünde Alleinerziehenden zur Seite. Kostenlos. -> Beistandschaft

Die Kinder haben noch keinen Pfennig gesehen. Aber Mamamotzt tritt immer wieder in Vorleistung und schmeißt dem Ex für selbstverständlichste Selbstverständlichkeiten Geld hinterher.
(Für die Vollmacht, damit sie nicht teuer und zeitaufwändig hinter seinen Unterschriften herhecheln muss. War wegen Anwalt richtig teuer! Für den Gerichtsvollzieher. Für die Auflassung der Lebensversicherung. Für das Gerichtsverfahren zur Erzwingung von Angaben zu seinem Lebensunterhalt und Einkommen, sowie für ein weiteres zur Berechnung des dann fälligen Unterhalts, für …)

Bekommen haben die Kinder dafür bis jetzt: gar nichts!

B.t.w.: die Beistandschaft vertritt die Kinder. Klagt ggf. vor Gericht im Namen der Kinder. Die kein Einkommen haben. Daher muss Mamamotzt blechen. Obwohl sie nichts zu melden hat, ja, sich nicht mal einmischen darf.
Komisch. Da stimmt doch auch irgendwas nicht.

Die üblichen Kommunikationsprobleme mit Ex

Nochmal zurück den anstehenden Sommerferien. Es wäre ja auch schön, wenn der Ex die Kinder mal wieder ein Wochenende nehmen könnte/würde/täte. Ein Kind war gute anderthalb Jahre ohne größeren Kontakt, maximal ein Hallo im Vorübergehen.
Mamamotzt bat um Absprache bezüglich der Sommerferien mit mehrtägiger Antwort-Frist.
Sie dürfte wieder die Zeit erwischt haben, in der Ex seine Nachrichten nicht empfangen konnte. Das macht sie ja jedesmal so, mit Absicht! Immer, wenn er gerade mal drei Wochen keine Post, keine Mails und sonstwas empfangen kann, schickt sie prompt irgendwas mit Frist.

Liebe Leser, Sie sehen: alles wie immer. Wieso sollte sich das auch je ändern?

Kopf ab

Man weiß es nicht, aber in Mamamotzt gärt es heute und sie kann ihrem Ex nur wünschen, ihr nicht zu nahe zu kommen. Sonst: Kopf ab! ´Schschwör!

ANMERKUNG: dies ist ein therapeutischer Ex-Motz-Blog, hier wird es selten um etwas anderes gehen. Für den Fall, dass jemand erwartet, dass sich das Thema mal erledigt. Eher so: nö!

Während die Welt im schönsten Frühlingsbunt versinkt und die Laune nach draußen ins Freie strebt, ruft der Kontostand an den Schreibtisch und sorgt für gekräuselte Stirn.

Und dann jammern noch so ein paar Väter über #regrettingfatherhood, versäumte Chancen und eingebeulte Karriere etzeterapepe.

Ja, spinnen die?!

Es ist doch gar nicht schlimm. Mann versäumt doch gar nichts, die Kinder bleiben einem doch. Sie sind zumindest ihren kinderlichen Pflichten verpflichtet, für den Alten aufzukommen, sobald er gebrechlich wird und sich nichts mehr leisten kann. Um mehr geht es doch den meisten vermutlich gar nicht. Am Lebensende dann noch ein genuscheltes „hätte gerne mehr Zeit mit meinen Kindern verbracht“, und alle denken, Mann bereut. In Butter!

Ach, gnah, wer weiß, warum es Mamamotzt ausgerechnet heute so anficht.

Vielleicht das erneute Abtauchen vom Ex. Außer, wenn er Umgang will und aus fadenscheinigen Gründen vor der Tür steht, macht er den toten Mann. Sorry, Alter, so sieht Vaterschaft nicht aus. Das reicht einfach nicht, dreimal einmal! im Jahr. Auch, wenn er das als regelmäßiges Kümmern bezeichnet.

Vielleicht, weil es einfach Kagge ist, wenn man Monat für Monat, Jahr für Jahr, MIT dem anderen Elternteil gemeinsam was tun soll, was der aber einfach nicht macht und man Monat für Monat dumme Ausreden hört und selbst dann alles wieder rausreißen muss.

Vielleicht, weil wieder Monatsende ist und die Honorare nicht so sprudeln, wie erhofft. (Änderung kommt aber jetzt ziemlich sicher, fester Teilzeit-Job in Aussicht.)

Vielleicht, weil demnächst wichtige Termine anstehen, deren genaue Terminierung im Raum schwebt, aber noch nicht gänzlich fix ist. Immer, wenn das väterfreundliche Jugendamt mit Drohungen auf Mamamotzts Anliegen bezüglich des Kindeswohls reagiert, ist das eher so … mittel.

Und vielleicht auch, weil es einfach nervt, dass man wieder eine ganze Ferieneinheit alleine verplanen musste und rumkriegen musste, während sich Papa-allmighty vermeintlich in Selbstmitleid suhlt und sich sohohohooo verlassen und vernachlässigt vorkommt. (Woher soll man genaueres wissen, auf die letzten ca. 20 Mails reagierte er ja nicht. Beim JA heult er sich aber wohl ab und an aus.)

Der Freund als Familienretter

Fetten Dank an dieser Stelle an den Freund, der Mamamotzt zeigt, wie lässig das Elterndasein sein kann, wenn ein zweiter Mensch auch nur ein klitzekleinwenig Verantwortung übernimmt. Ehrlich gesagt merkt man dann erst, wie wahnsinnig man sich alleine überschlägt, um den Kindern nichts zu nehmen. Um sie nicht total hinten an stehen zu lassen, weil sie gar nichts dafür können.

Einfach mal entspannt Abendessen machen, weil niemand noch irgendwo rumgefahren werden muss: ein Traum! Bisher unbekannt, ehrlich! Leider.

In Zukunft soll es hier auch mehr um die positiven Aspekte gehen, aber gefühlt muss mit dem Ex da noch eine Kleinigkeit (Sorgerecht) geregelt werden, damit das losgehen kann. Und dann wird es auch endlich zuversichtlicher hier.

Hope so!

Das macht Mama!

Am Morgen gleich über einen aussagekräftigen Mama-Text in der Twitter-TL stolpern. Na prima, Salz in die Wunde!

 

Gestern war Zeugnistag und Mamamotzt war vorbereitet, aber der eine oder andere Brillant offenbar nicht so. Die Abbildungen schulischer Leistungen sahen, so lässt es sich zusammenfassen, durchaus schon mal besser aus. Am kongruentesten arbeitete wohl der Brillant, der in allen Fächern (!) eine drei aufweist, außer halt in Sport. (Erstaunlich, ehrlich gesagt! Keine Ahnung, woher die hervorragenden Leistungen bei den Bundesjugendspielen, beim Schwimmen – kürzlich war es noch die Stufe „ertrinkt höchstwahrscheinlich diesmal“ – und auch beim benoteten Eislaufen, – im hohen Norden, wo niemand jemals Eislaufen braucht!!! – kommen.)

Der eine oder andere größere Brillant versprach geschockt, jetzt doch mal mehr zu üben und weniger am Handy zu daddeln o.ä. Nun, ein Zeugnis wiegt wohl schwerer als wohlmeinende Mamamotztworte. 😉

Doch natürlich kamen von außerhalb wohl gemeinte Tipps, dass bei so schlechten Leistungen Mamamotzt mal ihre Alltagsstruktur überdenken müsse. Da sei ja offenbar zu wenig Förderung der Kinder im Spiel. Und diese nutzlose Arbeiterei, die Selbständigkeit, völlig überflüssig.

Mamamotzt hat gerade ganz andere Pläne bezüglich der Alltagsstruktur. Btw.

Wenn das Geld nicht reicht, weil Mamamotzt sich als Selbstständige nach dem letztjährigem Totalausfall gerade wieder etabliert, ist die familiäre Haushaltslage natürlich auch allein ihr „Problem“.

Samt der daraus resultierenden Mangelrente später. Ist ja auch wirklich so, hätte sie doch einen besser bezahlten Job angenommen, oder wenigstens mehr gearbeitet, hat sie doch niemand dran gehindert. *Hüstel …

Ein Mann/ ein Ex wird gesellschaftlich nicht be- (ver-)urteilt

Dass ein Ex sich  zum Beispiel mal eben über ganz viele Monate tot stellt, noch nie einen Pfennig oder Cent für seinen Nachwuchs spendiert hat, noch nie eine Hausaufgabe nachgesehen hat, nie auch nur einmal zum Training fuhr geschweige denn einen Wettkampf betreute oder zuletzt auch nur ein Wort mit den Kindern wechselt, ist aber so. Kann ja mal passieren. Auch, wenn das mal schon sieben, acht Jahre dauert.
Da darf sich eine Mama nicht dran festbeißen.

Und das ist durchaus exemplarisch! Eine Alleinerziehende hat schon die Kinder, da kann sie sich in allem anderen zurücknehmen und muss vor allem dem Ex gegenüber bitte unterwürfig auftreten. Mehr dazu demnächst in der Besprechung von „Mama zwischen Sorge und Recht“ von Carola Fuchs. Es ist einfach zu verbreitet.

Eine Mama macht DAS dann halt eben alles alleine. Und ist immer Schuld.

Tafjora hat in ihrem oben verlinkten Beitrag aufgezeigt, wie in verschiedenen Ecken der BRD und dazu im Vergleich in Frankreich Mütter, Arbeit und Kinder ein gesellschaftliches Phänomen sind.

Hier in Mamamotzts Ecke der Republik sind Arbeit und Kinder konträre, sich gegenseitig ausschließende Faktoren. Das tangiert in erster Linie Mütter, weil die eine Vereinbarkeit dennoch versuchen. Und in zweiter Linie wird es in vielen Jahren vielleicht ad hoc doch noch die Politik interessieren. Weil dann noch viel gravierender deutlich wird, was fehlt. Nachwuchs. Und Leistungen kompetenter Frauen.
Obwohl, vielleicht gleicht die gerade begonnene Zuwanderungswelle einiges aus. Und bringt im Idealfall neue, kinder- und menschenfreundlichere Denke mit.

Ach was, zu viel Komplexität am Morgen in zu wenig Blogpost. Entschudijense die abgehetzte Mamamotzt.