Kleine Fußballjungs

Ein rumpeliger Haufen kleiner Jungs, die als Gruppe dezent orientierungslos wirken und unsicher sind. Alleine versuchen einzelne der Elf- oder Zwölfjährigen auch mal cool oder vorlaut zu sein. In der Gruppe trauen sie es sich aber noch nicht.

Unerwartete Liebe

Mamamotzt liebt diese kleinen Fußballfreaks unerwartet sehr!

Bis zum ersten Spiel direkt nach den Sommerferien kannte sich die Mannschaft noch nicht, gemeinsames Training gab es nicht, dementsprechend uneingespielt ist der D-Jugend-Trupp immer noch. Eine Spielgemeinschaft aus vielen Dorf-Sportvereinen zusammengewürfelt.

Für Fußball kann Mamamotzt sich nicht wirklich erwärmen, die ersten Eindrücke beim Schnuppertraining bestätigten auch alle Vorurteile. Aber es kam anders …

Bunte Truppe

Doch die kleinen Jungs haben es ihr angetan und ihre Unterstützung gewonnen. Sie kommen aus unterschiedlichen Dörfern und auch aus unterschiedlichen Ländern. Von mehreren sprechen die Eltern kaum oder kein Deutsch.

In der Chat-Gruppe fragen diese Jungs dann: „Mein Vater kann nicht fahn. Wer kann misch mitnem?“

Andere Kinder werden zu jedem Training gefahren und besitzen eine komplette Bundesliga-Trainingsausrüstung. (1 Shirt ca. 75 Euro! ..)

Fußball als Integrationsprojekt

Bei einem Spiel trafen sie auf eine Mannschaft, in der zwei Spieler relativ kurz in Deutschland leben. Die beiden verschmolzen mit dem Ball, umtänzelteten jeden Gegner, waren immer präsent, schnauften nie, zeigten eine atemraubende Leichtigkeit im Spiel und hinterließen einen mundoffenstehenlassenden Eindruck bei allen Beteiligten, weil sie einfach schön spielten. Die gegnerische Mannschaft gewann, und einer der beiden fragte auf dem Weg in die Kabine: „Wir gewinnt, ja?“ (Auf der D-Jugendebene fallen noch viele Tore, aber die Schiedsrichter sind Laien und erkennen nicht jeden Treffer an. Das Ergebnis dieses Spiels kannte tatsächlich nur der Schiri, alle Zuschauer hatten anders gezählt, insofern eine berechtige Frage und mit wenig Sprachkenntnis alles wichtige angesprochen.)

In der Mannschaft vom Brillanten stehen Eltern an der Bande und feuern auf russisch und armenisch, deutsch, türkisch und arabisch an. Kleine, rothaarige Geschwister fiebern darauf, dass der große Bruder noch einen Schluck Sportgetränk für sie in der Flasche übrig lässt. Unbekannte Eltern rufen sich gegenseitig aus dem Stau an und bitten, ob man sehr spontan in einer Schleife fahren könne und das eigene Kind zum Punktspiel abholen. Fremde Eltern kontaktieren Jungen per Smartphone, von denen sie wissen, dass es mangels Sprache und Mobilität mit dem Einsatz beim Auswärtsspiel sonst schwierig wird.
Ziemlich herzerwärmend, denn: bis vor sechs Wochen waren sich alle fremd!

Im Moment wächst da eine wunderbare Spielgemeinschaft zusammen. Keine verbissenen Eltern, keine bösen Auseinandersetzungen mit Schiedsrichtern oder gegnerischen Teams am Spielfeldrand, sondern eine wirklich unerwartet hilfsbereite Truppe.

Sport als Lebenshilfe

Der geliebte Trainer verordnet den Jungs eine Dusche nach dem Sport. (Die könnten sonst auch gut ohne … 😉  ) Wehe, einer hat Handtuch oder Duschgel nicht dabei, es kommt ihm kein Stinker vom Platz! Mit Handschlag begrüßen und verabschieden, Körperhygiene und Mithilfe beim Auf- und Abbau. Der Verein weiß aus Erfahrung, dass bei Jungen in diesem Alter Weichen für´s Leben gestellt werden und dass ein Trainer oft mehr Einfluss hat als die eigenen Eltern zu Hause. Pubertät lässt grüßen. Wer nicht spurt, steht beim nächsten Spiel daneben. Das zieht!

Doch, dieses „Fußball“ gefällt Mamamotzt unerwartet gut.

Und dem Brillanten gefällt es so gut, wie erhofft. Er ist überraschend flink und ausdauernd und verblüfft durch dusseligen Gesichtsausdruck bei unerwarteter Sprintstärke. Mal um mal bleibt ein Gegenspieler verdutzt zurück, weil es nicht vorstellbar ist, wie schnell der Brillant den Platz gewechselt und ihm den Ball abgeluchst hat.
Technisch könnten weitere Trainingseinheiten allerdings nicht schaden …

Familienfreude am neuen Hobby

Bislang finden auch die anderen Brillanten dieses Fußball unerwartet interessant. Man findet in jedem Match einen Spieler, den man beobachten kann, beißt sich optisch am Schiri fest oder beschäftigt sich mit dem Warmhalten der Auswechselspieler usw. usf.

Ohne einen Satz zum Ex geht es nicht: wüsste er, wie prima der Brillant sich macht, würde er sich sicher gerne mit diesen Federn schmücken („sein Talent vererbt“). Die zeitraubenden Trainingseinheiten und Auswärtsspiele würde er sicher ohnehin „leider“ nicht begleiten können. Aber es ist ihm auch noch nicht eingefallen, mal zu fragen, wie es denn so läuft und wo und wann der Brillant spielt. Und wer nicht fragt, der erfährt eben nichts. Immerhin weiß er, dass der Brillant spielt. (Mitteilungspflicht erfüllt.)

Möge der Familie die Freude an diesem neuen Hobby lange erhalten bleiben!

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Therapie ja-nein?!

Das Blog, um Gedanken zu sortieren. Weil kein Vertrauter/r da ist, mitzusortieren. Auf, auf!

Ein Brillant hat eine LRS und könnte Therapie gebrauchen. Die Diagnose kam in den Sommerferien und für Mamamotzt überraschend. Das Kind hat eigentlich doch psychische Problem, ist meganiedergeschlagen. Es liest und schreibt flüssig, und dass die Generation „Schreiben nach Gehör“ da etwas hinkt, hat doch bis jetzt niemanden gestört.

Die Ärztin wirft seelische Behinderung und einen §35A (KJHG) in den Raum. Ja, das passt! Komplettblockaden, Verweigerungshaltung bis zum Maximum etc. In der Schule. Außerhalb immer seltener. In der Freizeit fast gar nicht mehr (Aufräumen zu Hause etc., das kennen doch bestimmt viele).

Da will man natürlich fördern, oder soll das Kind weiterhin den Leidensdruck verspüren? Also: Therapie!
Am besten einen Antrag stellen auf Kostenübernahme, denn eine Einheit ist dammisch teuer. Mindestens 50 Euro! Und in etwa kann man mit 50 Sitzungen rechnen. Wochentakt. Das sind rund 2500 Euro im Jahr. Heißa hoppsa!

Ahnungslos stellt Mamamotzt den Antrag auf Kostenübernahme und muss nach weiteren Wochen des Wartens in einer stundenlangen Sitzung erfahren, dass:

  • hier auch nochmal viele Anträge gestellt werden müssen.
  • unbedingt der Ex alles absegnen muss (Himmel, bloß nicht! Gibt nur Stress und Gerenne und sein Wichtigkeits-Getue, eine Unterschrift aber eher nicht oder erst seeehr spät.).
  • sehr enge Zusammenarbeit gefordert wird mit dem Elternhaus (sprich: dass Mamamotzt zu x Terminen antanzen muss, Buch führen muss, usw. Ex ist natürlich entschuldigt).
  • es mindestens ein Jahr dauert, bis über den Antrag entschieden wird, Unterbesetzung, UND viele weitere Untersuchungen im Vorfeld stattfinden. Die vorher schon in ebenfalls monatelanger Wartezeit für die Diagnose durchgeführt wurden. WTF?!
    Zeit verplempern ohne Ende!

Per Antragsstellung ist man zudem drin in der Überwachungsmaschinerie des überregionalen Jugendamts. Abgestempelt als: „unfähig“. Vielleicht ist es nicht so oder man sollte es nicht so sehen. In Mamamotzts Ohren klingt es aber so.
Allein ihre Nachfrage bezüglich der gemeinsamen Unterschriften wurde so barsch abgewiegelt, dass sie sich bereits als Querulantin wahrgenommen fühlt.
Danke, Ex!
Begründung für gemeinsame Unterschrift: Ex könnte ja nicht einverstanden sein.
SUPER! Tut nichts, macht nichts, kümmert sich nicht, aber so eine Einverständnisabsage (wie heißt das?!) ist dann mal wichtig?! *bückenddenKotzstrahlwegwisch

Beschleunigen

Es geht auch schneller, nämlich für Selbstzahler. Dann dauert der Therapiebeginn nur wenige Monate, bis irgendwo ein Platz frei wird.

Und vielleicht genügt ja der Nachteilsausgleich in der Schule, der zu gewähren ist. Allerdings: wenn die Schule findet, dass das nicht nötig ist, dann gibt es eben keinen. Entscheidungshoheit liegt bei der Schule.
Warum gibt es dann die Gesetze? Eine Schulleitung, die keinerlei Nachteile anerkennt, hat Mamamotzt schon erlebt. Der starke Autist solle sich halt mal zusammenreißen, hat da gehießen. Seine Eltern ließen nicht locker, am Ende gab es einen Ausgleich und eine Begleitung.

Gut informiert

Immerhin hat Mamamotzt jetzt wieder Neues gelernt, es war ein Eintauchen in eine völlig neue Sphäre, die Kinder- und Jugendförderung.

Ob das so gut ist, wie es ist, will sich ihr gerade nicht erschließen. Riesenapparat an Menschen und Gesetzen, Abläufen und Vorschriften, um einem Kind letztlich pro Woche eine Stunde an Qualitätszeit zukommen zu lassen, die sich positiv auf die weitere Entwicklung auswirken soll.

 Das Problem liegt woanders

Nette Sätze aus dem Lern-Förder-Kreisel sind:
„Akzeptieren Sie als Eltern, dass nicht jedes Kind ein späterer Nobelpreisträger wird.“
„Nicht jede unterdurchschnittliche Note ist krankhaft, manche Menschen haben einfach kein Talent für die Schule, was sie nicht daran hindert, ein erfülltes Leben zu führen.“
„Beschäftigen Sie sich mit Ihrem Kind!“
„Zuviel TV schadet einigen Kindern mehr als anderen.“
„Alle Kinder können Mathe, wenn sie denken können. Sie lernen aber nicht alle mit den gleichen Regeln gleich gut.“

Diese Sätze sind kunterbunt aus der Erinnerung geschrieben.

Aber das Lernproblem steht nach Mamamotzts Erachten nicht im Vordergrund. Das Kind ist nicht depressiv, weil es schlechte Noten schreibt, sondern aus anderen Gründen, UND es schreibt deswegen oder vielleicht auch noch dazu schlechte Noten.
Ihr Ansatz ist nach wie das Selbstwertgefühl dieses Kindes. Das schon fast immer auffallend gering ist, aber sich bereits sehr gut gefestigt hat. Durch Mutterpower. Rückhalt. Förderung. Ohne es laut als Problem samt Förderung zu benennen. („Tscheisson kann dies nicht und das nicht, nicht wahr, Tscheisson? Und dann hat er diese Therapie und jene Therapie und dann noch den Termin, nicht Tscheisson, aber es hilft alles nichts. Denn, Sie sehen ja, Tscheisson spricht ja nicht, wenn andere dabei sind, nicht, Tscheisson?!“ 1 zu 1 erlebt, nur das Kind heißt anders.)

Die Einordnung in eine seelische Behinderung und Therapieanträge etc. wurden auf einer von einer Kopie einer Kopie kopierten Kopie übergeben. Massendiagnose, offenbar.
Verlegenheitsdiagnose?
Kann ja nicht schaden?

Offene Fragen

Es bleiben in der ersten Panik, was für eine riesige Maschinerie angeschmissen wird für ein paar „Nachhilfestunden“, konfuse offene Fragen.

Was passiert, wenn Mamamotzt sich gegen Therapie entscheidet, auf Nachteilsausgleich in der Schule baut und sich (momentan wider Erwarten) die Probleme doch verschlimmern?

Muss sie dann als „nachlässige“ Mutter Sanktionen fürchten?

Ist es möglich, das Kind anders als mit der nicht passend zu scheinenden Lerntherapie zu unterstützen?

Kämpft sie nicht genug, wenn sie gleich bei so kleinen Anforderungen aufsteckt bzw. sich die Konsequenzen mehrfach überlegt? (Andere Familien meistern offenbar reihenweise die Anträge und bekommen die Kosten erstattet.)

Tendenz: nicht machen

Der Tenor dieser geschriebenen, öffentlichen Gedanken ist offenbar: erstmal keine Therapie anstreben. Denn eine kurzfristige Hilfe ist die für das Kind ohnehin nicht. Es würde sich derzeit vor Ort rund 9 Monate ziehen, bis es losgeht. Zeit, die das Kind hemmt, weil es denkt, ihm fehle etwas. Sonst bekäme man ja nicht einen Termin nach dem anderen für diverse Untersuchungen, Tests und Gespräche in einer besonderen Einrichtung.

Für das betroffene Kind passt irgendwie nicht. Mutterinstinkt.

Beim Sprechen darüber äußerten zwei Familien, sie hätten die Therapie abgebrochen, v.a. weil die Kinder nicht mitmachen, bei einer Familie hat es gut geklappt. Komplett verschiedene Settings, verschiedene Bundesländer.

Ach, liebes Internetz, danke für deinen Platz zum Gedanken sortieren!

Geburtstag

Mamamotzt ist stolz auf einen profanen Geburtstagskuchen. Leider ohne Foto, das Handy ist kaputt. Sonst macht es die besten und die meisten Fotos fürs Netz. Nusskuchen, rund, Smarties, Gummibärchen. U no wat I mean.

Es steht ein Geburtstag eines Brillanten an, an dem es keine Feier mit den Freunden gibt. Das Kind steht im Mittelpunkt, und die (mütterliche) Herkunftsfamilie.

Sonst gab es immer Freunde-Geburststage, weil Familie, mit der ist man das ganze Jahr über ziemlich dicke. Das schenkte man sich.

Diesmal ist es anders. Einen Geburtstag mit der Familie gab es schon heuer, da waren sogar Onkel und Tante samt Nichten und Neffen zufällig anwesend. Schön war´s. Alle sitzen, feiern und schnacken so unbekümmert, wie nur irgend möglich.

Diesmal sollte es schön werden,erstmals wird Mamamotzt eine Art Lagerfeuerabend veranstalten. (Sie freut sich ziemlich mega!)

Am Geburtstagsmorgen ist allerdings noch der eine Pflegling ins Krankenhaus zu verfrachten. Palliativbehandlung. Nicht wirklich schön. Es ist total offen, ob er wieder rauskommt. Mental sehr, sehr anfassend!
Der Pflegling war für die Feier eingeplant. Als „anwesend“. Mehr kann so ein Pflegling nicht mehr. Eventuell mal die Augen öffnen und etwas mitbekommen, das ist alles.

Hard times

Mamamotzt zieht sich derzeit aus allen Ehrenämtern zurück und verbringt beziehungsweise genießt die Zeit mit den Brillanten. Keine Politik mehr, keine Ortsentwicklung und schon dreimal keine schulischen Posten.

Pflege von Palliativpatienten ist kein Zuckerschlecken. Pflege von massiv Depressiven auch nicht. Pflege von multimorbiden Patienten auch nicht. Stichwort #Pflegebullshit, um den Begriff weiter zu pushen.

No more birthday

In diesem Jahr richtet Mamamotzt erstmals keine klassischen Kindergeburtstage mit allem Tamtam aus. Über 30 komplett allein organisierte Veranstaltungen (eine besser als die andere, ganz, ganz profan, wie üblich, aber dennoch) genügen. Jetzt ist Pause! Nur die Familie ist heuer dabei.

Und Geschenke. Und ein schön verzierter, runder Rührkuchen mit Schokoguss, der mangels Handy nicht gezeigt werden kann.

Ach

Es gehen so dermaßen viele Emotionen in einem um, wenn Jahrestage anstehen.

Mehr will kein treuer Leser wissen.

;o)

Vater

Den Ex habe ich darauf hinweisen, dass es nicht die beste Idee ist, nur mal zu einem Geburtstag eines Brillanten zu erscheinen. (Von dem er annimmt, dass dieser am besten zu beeinflussen sei …) Die Geschenkeübergabe ist auch per Post möglich und im Moment (keinerlei Kontakt) vermutlich am angezeigtesten.

Vielleicht versteht Ex das, vielleicht nicht.

Schöne neue Konsequenzen

So, dieses ist nun der 5. Versuch, einen Beitrag über die Erleichterung zu schreiben, die nach der Anhörung der Brillanten im Kopf von Mamamotzt einsetzte.

Die anderen Entwürfe waren Rechtfertigungen. Warum sie froh ist, dass endlich mal jemand zugehört hat, endlich die Fakten als die Fakten akzeptiert werden, endlich die Schaumschlägerei verpufft ist.
Dass Mamamotzt nun weniger schlechtes Gewissen hat, weil sie den gesetzlichen Ansprüchen des Ex, die er regelmäßig einfordert, nicht mit Herzensfreuden nachkommt. (Zeugnisse schicken, Ergebnisse von Arztbesuchen mitteilen, Siege von Sportwettbewerben etc. pp. Ganz normale Entwicklungsfragen interessierten ihn ohnehin nicht.)

STOP!

Da ist ein sogenannter Vater, der seit Jahren die Kinder verarscht! Dem anderes wichtiger ist. Der sich nur gelegentlich an die Kinder erinnert und keinerlei Konstanz im Kontakt/Umgang mit ihnen beweist.

Ein sogenannter Vater, der bei der Beistandschaft eine Lüge nach der anderen auftischt und vor allem alles dafür tut, mittellos zu sein und zu bleiben, um nur ja keinen Unterhalt zahlen zu müssen.

Ein Arsch, der sich nicht für die Kinder interessiert, sondern den nur interessiert, was sie für ihn tun können. Der seine Rechte stets gut vertrat und das auch weiterhin tun wird. Und alle Vorteile, die „Kinder haben“ beziehungsweise sogar „alleinerziehend sein“, wie er es gerne darstellt, mitnehmen wird, solange es irgend geht.

Die Konsequenzen

Im Kopf von Mamamotzt ist endlich ein Rechtfertigungsdruck raus, der da jahrelang war. Denn sie musste ja immer belegen, warum der arme Ex dieses und jenes nicht bekommen hatte, wie er es sich erträumt hatte. (Ein Fehler im System! B.t.w.!)

Das tut schon mal gut!

Ebenfalls ganz anders fühlt es sich an, wenn klar ist, dass zumindest in diesem Jahr keine Kollisionen von einem Umgangstermin mit anderen Plänen mehr vorkommen kann.

Und jetzt ist endlich klar, dass die Brillanten keine Lust haben, den Notnagel in Mamamotzts Kopf zu nutzen: im Notfall würden sie zur Zeit überall lieber hingehen, als zum Ex.
Müßig, denn er hatte in den schlimmsten Notfällen, die bisher vorkamen, ohnehin „nie Zeit“.

Es scheint die Freiheit zu sein, endlich ohne den Ex planen zu dürfen, die sich so anders anfühlt. Konsequenzen können ja auch positiv sein. 🙂

Einfach endlich keine Angst mehr, einem Arschvater rechtlich nicht gerecht zu werden und Sanktionen fürchten zu müssen.

Jahrelange Verteidigungsposition

Es ist bezeichnend, wenn der Alltagselternteil, der alles, wirklich alles!, alleine für die Kinder regelt, sich auch noch rechtfertigen muss gegenüber dem anderen Elternteil, weil die Gesetzeslage es so hergibt. Dass sich die Mutter in diesem Fall rechtfertigen muss, warum Ex nicht rechtzeitig von irgendwas erfahren hat, nicht involviert ist, weshalb der Umgang nicht klappt usw.

Das kann nicht sein! Ein vollkommen sorgeberechtigter Elternteil hat Rechte UND Pflichten. Auch das Recht und die Pflicht, sich selbst zu kümmern.
Er kann selbst für Elternabendseinladungen u.ä. sorgen, indem er sich drum kümmert und bereits zur Einschulung etc. erscheint.

Das Lügengerüst von Ex ist mit den zahlreichen Informationen der Brillanten gegenüber dem Jugendamt eingestürzt, es wurde endlich offenbar, dass Ex ganz alleine für die verkorkste Situation verantwortlich ist.

Möge die schöne neue Denke lange halten!

Gut oder böse ist nicht die Frage

Bald ist es soweit, dann wird sich Mamamotzt mit Ex und dem Richter unterhalten, warum es unbedingt nötig war, das Gericht zu bitten, ihr alleine zu erlauben, eine Therapie für ein Kind zu beginnen. (Anstelles des Ex, der sich nicht rührte.) Kein Weltuntergang, aber unschön und vermeidbar. Und sie ist bannig hibbelig, ui ui ui.

Man könnte meinen, vor Gericht ist immer einer gut und der andere eben böse. Die Filterblase von Mamamotzt würde sie vermutlich zu den Guten stecken. Aber darum geht es nicht. Es geht darum, dass sie seit Monaten versucht hat, vom Ex eine Zustimmung zu einer Therapie für einen Brillanten zu bekommen.

Und es wird darum gehen, ob ihr Bemühen darum ausreichend war. Ob sie dem Ex hätte auflauern müssen an seinen vermuteten Aufenthaltsorten. Eine Arbeitsstelle ist nicht bekannt, dort kann man ihm nicht auflauern. Auf Post an seine Meldeadresse reagiert er nicht, das lässt vermuten, dass er sich selten dort aufhält. Wie in der Vergangenheit mehrfach vorgenkommen, wochenlang abwesend.
Wo hätte sie ihn treffen können?
Zum Umgang ist er monatelang nicht erschienen. Sonst hätte man da mal fragen können, ob er zustimmen möchte.

Sie braucht für die Therapie eines Kindes seine schriftliche Zustimmung. – Der wievielte Post zu dem Thema ist das eigentlich inzwischen …?! – Obwohl er nicht wirklich eine Ahnung hat, warum das Kind eine Therapie benötigt. (Hat er schon irgendwie, weil sie ihn in Kenntnis gesetzt hat, bereits vor Jahren. Aber er hat nie wieder nachgefragt. Vor Jahren hatte er bloß angekündigt, er wolle sich um das Kind fortan selbst kümmern. Als der Satz ausgesprochen war, war die Luft wärmer und die Ankündigung bereits vergessen. Passiert ist: nichts.)

Sie hat ihn mehrfach geschrieben. Keine Reaktion. Streng genommen. Denn er soll in anständigem Ton und verständlich antworten. Was er, wenn er überhaupt reagiert, offenbar nicht vermag. (Siehe Beitrag Gehirnquark, PW auf Anfrage.) Zumindest hat sie keine sachdienliche Information vom Ex bekommen.

Sie hat ihn aber nicht angerufen. Anrufen bewirkt nichts, so ihre Erfahrung aus der Zeit mit ihm, Thema ist sogar egal. In einem anderen Gerichtsbeschluss ist festgehalten, dass die Kommunikation zwischen beiden Eltern schriftlich zu erfolgen hat. Doch das war ein anderer Bereich, strenggenommen. Wird das ihr Verhängnis? Ist das akzeptabel?

Geht es, neben der dingend ersehnten Unterschrift, überhaupt um mehr, als um einen eventuellen richterlichen Rüffel?

Gemäß urban legends umwuselt einen solchen Termin schon die Entziehung des Sorgerechts. Ganz oder in Teilen. Einem oder aller Kinder. Und nun der „Witz“: das droht ihm, ihr aber auch!
Weil der Richter finden könnte, sie spiele mit ihrer Sorgepflicht und informiere den Ex nicht ausreichend. Dabei ist es einigen RichterInnen nämlich gleich, wie sehr sich die Exen einbringen oder nicht einbringen in die angeblich gemeinsame Erziehung oder ob sie sich gar davor verstecken. Wie hier. Im Namen des Kindeswohls habe man sich abzusprechen und einer von beiden müsse eben kompromissbereiter sein. (Mamamotzt wohl?!?)

Sie stecken bereits drin in der Mühle der Gerichtsverhandlungen und Gesetzesauslegungen. Manchmal geht es längst nicht mehr um Recht und schon gar nicht um optimale Situationen für die Kinder. Es geht manchmal nur noch um Verfahrensfehler und persönliche Ideologien. Auch Richter sind Menschen mit Biographien und eigenen Lebenserfahrungen und hängen gewissen ideologischen Schulen an. Nicht alle abstrahieren amtsangemessen.
Es kam schon vor, dass in ähnlichen Fällen wie diesem ein Alltagselternteil das Gericht verließ und alle Rechte verloren hatte. Trotz umfassender Sorgeausübung in allen Bereichen. Und eben nicht mit der benötigten Unterschrift den Saal verließ.

Sie hofft auf das Beste.

Muttertag

Muttertag

Ehrentag. Glückstag. Freudentag.

Für Mamamotzt ist Muttertag ein wunderbarer Tag. Die Brillanten sind schon ziemlich groß geworden und ziemlich tolle Menschen. Und das ist ihr muttermäßiger Verdienst. Ganz alleine. *EmotionenEmotionenEmotionen*

Mu I

Ungefähr so schnell wie bei den kleinen Frischlingen kommt es ihr im Rückblick immer vor. Vor wenigen Wochen waren es kleine Matscheschweinchen, jetzt „kochen“ sie alle bereits mindestens drei Gerichte und könnten alleine überleben.

Sie werden es ihr morgen danken, dass sie ihre Mutter ist. Auch, wenn es über Ausgehzeiten und Verabredungshäufigkeiten, Schulnoten oder Mäkelei am Essen mal Differenzen gibt. Sie wissen: ihre Mutter ist immer für sie da, immer unsichtbar im Hintergrund, jederzeit bereit, sie zu verteidigen. Auf Leben und Tod.

Mu II

Schön, dass die Brillanten das zu schätzen wissen. Morgen wird gefeiert!

Mamamotzts eigene Mutter verbittet sich übrigens die Erwähnung des Muttertags. Da niemand (???!!!) an sie denke, das Jahr so über, könne sie auch an diesem einen Tag ganz gut drauf verzichten.

Lach, kein Problem!

Und nun tut Mamamotzt sich etwas Gutes und taucht mal kurz ab, bis später! Feiert schön!

Mu III

Eine Farce – Sorgerecht bei geschiedenen Eltern

Eines der Kinder hat ein Problem und benötigt eine Therapie. Bzw. eine Diagnostik erstmal.

(Wer nicht mehr leben will, bereits Anstalten macht, mitten im Winter auf die Straße zu ziehen und auch sonst immer mal einen todunglücklichen Eindruck vermittelt, fällt als Kind nicht mehr in den Bereich „es ist nur eine Phase“.)

Endlich ist die monatelange Wartezeit auf das Erstgespräch vorbei, da platzt in der Praxis die Bombe.

„Getrennt?! Gut, lassen sie den Ex bitte hier unterschreiben!“

Mamamotzt erklärt, dass sowas erfahrungsgemäß schwer wird, der Ex besonders zu solchen Momenten komischerweise nicht greifbar ist und er davon abgesehen aus freien Stücken lediglich die Rolle als fehlender Vater im Alltag einnähme. Von seiner Einwilligung könne doch die eventuelle Therapie nicht abhängen.

„Doch!“

BÄMM!
Bämm

Bitter!

Mamamotzt ist seit sieben Jahren komplett alleine mit den Kindern, ohne einen Handschlag an Unterstützung durch den KV, ohne einen Cent an Alimenten. Arbeitet sich krumm und gibt ihr letztes Hemd, bastelt und repariert, tröstet und gibt Nachhilfe, feiert und kämpft wie eine Löwin.
Aber weil das Gesetz so ist, hat der andere Elternteil trotzdem die Macht, alles mögliche zu verhindern.
Durch Nichtstun in diesem Fall, er muss noch nicht mal aktiv werden.

Und das ist völlig in Ordnung! Rein gesetzlich.

Nächster fataler Schritt: das Einschreiben

Mamamotzt schrieb also flugs einen Brief an den Ex und brachte ihn zur Post. Da der Ex öfter „keine Post erhalten“ hat, gab sie den Brief als Einschreiben auf. Und meinte Einwurfeinschreiben. Dummerweise muss man das extra sagen, das Einwurfeinschreiben kostet auch weniger als ein normales Einschreiben, es wird dann schlicht in den Briefkasten eingeworfen und gilt als zugestellt. Das Einschreiben wurde vom Ex nicht angenommen und liegt jetzt im Postamt (wahrscheinlich ist er länger nicht zu Hause, er hat es auch zwei Wochen lang nicht abgeholt). Der Brief müsste auch längst wieder zurück sein, weil er länger als sieben Tage nicht abgeholt wurde, aber irgendwas hakt wohl gerade bei der Post.
Ausgerechnet jetzt.

Warum keine Mail, kein Fax, kein sonstnichts?
Weil Ex nicht über einen Drucker verfügt. Und falls er inzwischen einen hätte, wäre Papier oder Farbe alle und er zu klamm, neues zu kaufen, oder, oder, oder.
Es war die vermeintlich leichteste Möglichkeit für ihn, dem Kind die benötigte Unterschrift zu gewähren.

Naja, falsch gedacht.

Und nun?

Alles ist möglich. Von der gerichtlichen Zustimmung, die Mamamotzt im schlimmsten Fall einholen wird, über viele Rügen, die sie garantiert wieder einstecken muss, weil sie den Ex nicht zur gemeinsamen Sorge motivieren kann, bis zur nicht stattfindenden Therapie.
!!!! *scheitschiebenScharenmmchtrrgrrrnichts!!!!

*Zähnewiederauseinander*

Mamamotzt hat keine Ahnung. Aber irgendwie muss es ja weitergehen. In einer äußerst knappen Woche sind da bestimmt noch irgendwo einige Fahrten und Stunden zu Ämtern und Behörden drin, um alles gesetzeskonform zu erledigen.

Blöde Gesetze, manchmal. Fühlen sich so oft wie Knüppel zwischen den Beinen an.