Vom Warten und Kokeln, Geburtstag und Palliativpflege

Ein Brillant hat Geburtstag.

Es gibt den traditionellen Geburtstagsmorgen im Wohnzimmer von Mamamotzt. (Sonst wird morgens immer in der Küche gefrühstückt.)

Kerzen, Geschenke auspacken, das Frühstück für alle besteht aus Bonbons, Schoki und was man sich an ungesundem Zeug nur denken kann. Pro Kind einmal im Jahr ist das erlaubt, jawoll!

Trotzdem fährt der Schulbus früh und die Mannschaft verlässt das Haus entsprechend zeitig.

Der Pflegling muss ins Krankenhaus, die Situation ist zu Hause nicht mehr haltbar. Mamamotzt übernimmt den Transport und erfährt mal wieder, dass auch trotz ordentlicher Anmeldung über den Hausarzt und mit Überweisung auf Station etc., die Aufnahme im Krankenhaus nur über die Notaufnahme läuft. Und der Patient, bei dem bereits mehrere Ärzte das Problem eindeutig diagnostiziert haben und bei dem es wirklich um Stunden geht, sich einreiht in die Reihe derjenigen, denen es erst an diesem Morgen einfiel, sich die Finger zu verstauchen oder vor ein Auto zu laufen oder in eine Wespe zu treten.

Stundenlang sitzt Mamamotzt mit dem Patienten, der bereits grau angelaufen ist, die Augen ganz tief in die Augenhöhlen gesunken, dessen Brustkorb sich nur noch mühsam und wenig hebt und senkt, der gar nicht mehr sitzen kann sondern nur für den Transport in seinen maßangefertigten Rollstuhl geklemmt wurde, in der dunklen, stickigen Notaufnahme.

Die Rettung so nah und doch so weit

Um sie herum wuseln x Menschen, die nur mal das entsprechende Präparat geben müssten, aber: das geht nicht, das muss laut Vorschrift in einer anderen Etage passieren.
Grausam. Denn physikalisch ist die Etage egal. Aber die Notaufnahme verabreicht nur erste Hilfe und hier steht das Problem ja schon fest, wie die Eingangsuntersuchung auch erneut bestätigt hat. Ein Wirkstoff ist zu verabreichen. Bitte warten, bis auf der richtigen Etage eine richtige Behandlung losgehen kann.

Der Patient haucht, er lege sich nur noch auf das Bett und das wäre es dann. Er kann nicht mehr. Der Zustand sei bereits mehr Himmel als Erde. Um einen herum die Menschen, die helfen könnten und es nicht tun (dürfen).
Grausam.

Die Stunden vergehen, Mittag, weit entfernt vom Krankenhaus wird der Geburtstagsbrillant gleich alleine vor der verschlossenen Tür stehen. Nie hätte Mamamotzt sich vorgestellt, dass die Übergabe im Krankenhaus so lange dauert.

Mamamotzt holt Essen für den Patienten, eine weitere, überwiegend eingeschränkte Begleitperson und sich. Der Patient hat keine Kraft mehr. Nichts mehr essen, nichts mehr trinken. Nur noch einmal hinlegen, für immer. Nicht mehr im schmerzverursachend harten Rollstuhl hängen. Nichts mehr. Nie wieder. Schluss. Ende.
Grausam. Es fehlt nur ein Wirkstoff, ein Tropf, der endlich, verdammt nochmal angehängt werden müsste. Alle wissen es, keiner macht was. Falsche Etage.
In der richtigen Etage ist noch kein Zimmer frei.

Was ist Zeit, was ist Leben, was ist wichtig?

Die Zeit verrinnt, und damit das Leben des Patienten unter ihren Händen, und zu Hause steht in Kürze der Brillant vor verschlossener Tür und wie es eben ist, sind auch alle Notfallnachbarn just an diesem Tag nicht erreichbar. Sapperlot.
Großartiges Geburtstagsfeeling.

Nach etlichen weiteren Wirren, – oh, der Patient ist schwer pflegebedürftig?!  na, das geht ja gar nicht auf der normalen Station, auf die solange gewartet wurde – , gibt es auf einer ganz anderen Station ein Einzelzimmer am Ende des Gangs. Ganz weit weg vom Schwesternzimmer. Für einen hilflosen Patienten, der kräftemäßig kaum noch in der Lage ist, den roten Knopf zu drücken.

Geben Sie dem Patienten keine Chance mehr? Es wirkt wie ein Zimmer zum Sterben. Dabei würde die Infusion helfen. Und wann kommt die endlich, verdammt noch eins???
Einsam und alleine im Krankenhaus sterben, das, was der Patient sich immer gewünscht hatte. Das, weshalb Mamamotzt überhaupt pflegt. Seit Jahren inzwischen. Um genau DAS zu vermeiden.

Himmel, Arsch und Wolkenbruch! Was für ein beschissener Geburtstag!

Die Würde des Menschen am Lebensende

Der Patient möchte sich erleichtern, die einweisende Schwester schiebt den Rolli vor das Badezimmer und fragt munter: „Den Rest schaffen Sie alleine?!“
Schon mal mehr gelacht!
Es braucht eigentlich zwei Personen, um den Pflegling aufs Klo zu hieven und dort zu halten, weil gar keine Körperspannung mehr vorhanden ist. Nein, Pampers sind keine Alternative! Besonders nicht, wenn der Patient sehr klar ist und das eigenmächtige Verrichten der Notdurft (per Ansage und mit viel Hilfe zwar, aber trotzdem) das einzige ist, was noch „selbst“ geht. Eine Frage der Würde.

Nach weiteren, dusseligen Aufnahmegesprächen auf der richtigen Etage (warum muss es denn so oft gefragt werden, allein in diesem Krankenhaus war der Patient schon oft in den letzten Jahren, alles bestens bekannt) kommt endlich der Tropf mit dem richtigen Medikament.

Brillanten vor der Tür

Schnell nach Hause, dort sitzen tatsächlich bereits seit Stunden inzwischen, und inzwischen auch im Treppenhaus seit zehn Minuten zwei der drei Brillanten. Der dritte hätte einen Schlüssel gehabt, aber hatte überraschend Langtag. Neues Schuljahr, immer Chaos.

Mamamotzt ist bereits völlig fertig und könnte einfach nur noch Chillen. Aber der Brillant hat doch Geburtstag, die Party geht doch jetzt erst richtig los!

Ein alter Freund vom Geburtstagsbrilli meldet sich, er würde gerne kurz persönlich gratulieren. – Perfekt! Der kommt eh nie alleine sondern immer mit Geschwistern und Mutter, sollen sie ruhig kommen. Die können das Mamamotztsche Chaos ab! Der Kuchen wird in kleinere Stücke geschnitten, mehr Kaffee gekocht, die Sonne kommt raus, die Kindertruppe spelunkert über das große Grundstück der Großeltern.

Es gibt gar kein Programm an diesem Geburtstag, kaum Vorbereitung außer Geschenken und Kuchen. Ein Programm hätte ohnehin nicht durchgezogen werden können.

Und es ist wunderschön, so, wie es ist. Weil da Leben ist, lachende Kinder, eine sagenhafte Enge am Esstisch, Improvisation in Vollendung, Freude über das glimpfliche Ende des schrecklich begonnenen Tages, ein Lagerfeuer, was der uralte Opa für die Kinder „leitet“. Der sich dabei nochmal Chef sein kann, so wie er es früher war.

Ab und an sticht es, dass der Pflegling nicht dabei sein kann und alleine weit weg im Krankenhaus liegt. Die medizinische Versorgung ist dort sicher prima, aber pflegerisch wird es mangeln. Ist bedauerlicherweise so.

Zwei gezauberte Bleche Pommes und halbe Würstchen machen den Abend rund. Irgendwie reicht das Essen auch für doppelt so viele Leute wie gedacht und Improvisieren geht ja offenbar ganz einfach.

Ein außergewöhnlich herzlicher, schöner, erinnerungswürdiger, Brillantengeburtstag war das.
Wer braucht schon Deko und Topfschlagen?!

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Man(n) übernachtet

Vor nicht allzulanger Zeit stellte sich Mamamotzt noch die Frage, ob und wann jemals eine gemeinsame Übernachtung mit Mr. Wow möglich seien. Da sie nie kinderfrei hat und die Kinder ziemlich untermittelbegeistert auf männlichen Übernachtungsbesuch reagieren.

Es half Komissar Zufall und ermöglichte, dass Mr. Wow doch ab und an bei Mamamotzts übernachten kann. Nicht die ganz groß romantische Nummer, aber hat trotzdem was. (Vor allem hat er Mamamotzt dabei geholfen, dass sie vorher gar nicht richtig drüber nachdachte. Dieses ewig verkopfte Wesen … sie hätte alles wieder kaputt gedacht.)

Konkret hatten die Brillanten das Wohnzimmer belegt und wichen nicht, so dass die Erwachsenen sich ins ´Separee´ zurückziehen mussten. Und spontan beschlossen, dass Mr. Wow am nächsten Tag von dort in aller Frühe zur Arbeit fahren würde. Noch bevor die Brillanten erwachten. Und so kam´s: man(n) übernachtet also inzwischen doch.
Die Brillanten nahmen es ziemlich gelassen. Die Übernachtung hatte auf ihren Tagesablauf keinen Einfluss gehabt, also konnten sie nicht nachträglich dagegen sein. Bei vorheriger Ankündigung wären ihnen hanebüchene Gegenargumente eingefallen, und grundsätzlich wird dann im Haus Mamamotzt diskutiert. Auch die Meinung kurzer Menschen zählt ganz.
Glück gehabt, hehe.

Schrittchenweises Annähern. Aller Beteiligten. Schön.

Muttertag

Muttertag

Ehrentag. Glückstag. Freudentag.

Für Mamamotzt ist Muttertag ein wunderbarer Tag. Die Brillanten sind schon ziemlich groß geworden und ziemlich tolle Menschen. Und das ist ihr muttermäßiger Verdienst. Ganz alleine. *EmotionenEmotionenEmotionen*

Mu I

Ungefähr so schnell wie bei den kleinen Frischlingen kommt es ihr im Rückblick immer vor. Vor wenigen Wochen waren es kleine Matscheschweinchen, jetzt „kochen“ sie alle bereits mindestens drei Gerichte und könnten alleine überleben.

Sie werden es ihr morgen danken, dass sie ihre Mutter ist. Auch, wenn es über Ausgehzeiten und Verabredungshäufigkeiten, Schulnoten oder Mäkelei am Essen mal Differenzen gibt. Sie wissen: ihre Mutter ist immer für sie da, immer unsichtbar im Hintergrund, jederzeit bereit, sie zu verteidigen. Auf Leben und Tod.

Mu II

Schön, dass die Brillanten das zu schätzen wissen. Morgen wird gefeiert!

Mamamotzts eigene Mutter verbittet sich übrigens die Erwähnung des Muttertags. Da niemand (???!!!) an sie denke, das Jahr so über, könne sie auch an diesem einen Tag ganz gut drauf verzichten.

Lach, kein Problem!

Und nun tut Mamamotzt sich etwas Gutes und taucht mal kurz ab, bis später! Feiert schön!

Mu III

Happy Birdsday!

Tätää, Tusch und Konfetti!
Mamamotzts Blog wird frische 1!

 Happy Birdsday

Vor rund einem Jahr hatte sie genug davon, nur als perfekter Mensch zu funkionieren. Zu arbeiten, aber dort nie ein Wort über die Brillanten zu verlieren. Denn Mütter sprechen da nicht über ihre Kinder. Und schon gar nicht über Vereinbarkeit.

Sie hatte mehr als genug davon, immer die gleichen, dämlichen Konfrontationen mit dem Ex wieder und wieder durchzuexerzieren. Ohne irgendeine Aussicht auf Erfolg, aber mit enormen Ärger-Potential.

Mamamotzt musste sich Luft verschaffen und nutzte dazu in klassischer Bloggermanier ein Blog. Als Tagebuch, öffentlich.

Happy Birdsday III

Sehr viel wunderbares ist seitdem passiert. Teilweise hängt es direkt mit dem Blog (samt Gezwitscher auf Twitter) zusammen, teilweise passierte es einfach so. Am schönsten und blogbasiert ist die wärmende Bekanntschaft mit vielen tollen Frauen und auch einigen Männern im Netz. Rein virtuell. Versteht sich.
Die Wut auf den Ex ist seit Blogstart allmählich und irgendwie verraucht. Schwer zu sagen, ob Mamamotzt einfach persönlich durch ist mit dem Thema oder sich ihre Haltung verändert hat und damit die Reaktionen, die Ex vielleicht provozieren wollte und nun nicht mehr bekam. Oder ob Ex selbst sich verändert hat und einfach keine provokanten Aktionen mehr inszeniert.

Sein Verhalten ist nach wie vor nicht nachvollziehbar. Warum sollte sich auch jetzt ändern, was sich in Jahren zuvor nicht änderte?!
Er hat kein Versprechen gegenüber Mamamotzt und Brillanten eingehalten, er zahlt nach wie vor keinen Pfennig Cent Unterhalt.
Dennoch hat sich sein direkter negativer Einfluss in diesem Jahr stark reduziert. (Ein fehlender, desinteressierter Vater natürlich trotzdem dauerhaft ein negativer Einfluss auf die Entwicklung der Brillanten.)
Happy Birdsday IV

Definitiv das schönste Ereignis seit Blogstart ohne Einfluss des Blogs ist Mr. Wow! Das Kennenlernen läuft weiterhin auf hoher Flamme, es gibt zarte gemeinsame Unternehmungen mit wechselnder Besetzung (seine und ihre Kinder) und alles ist weiterhin einfach „wow“!

Mehrfach zwischendurch überlegte Mamamotzt, die verdeckte Bloggerei hier einfach sein zu lassen. Am Ende des Wollens ist nur noch so wenig Tag über. (Wann schreiben die anderen bloß ständig?!)

Aber: es ist ihr Blog, ihre Party, ihr öffentliches Tagebuch. Ihr Rhythmus ist richtig, wenn er ihr passt.

Natürlich liegen auch hier begonnene und nie vollendete Beiträge im Archiv. Wo sie liegenbleiben werden. Als Mahnmal an sie selbst.

Liebes Blog, zu deinem 1. Geburtstag gratuliert Mamamotzt dir ganz herzlich und stellt fest: ein Blog ist, was man draus macht. Für einen hilfreich, den anderen stresst´s, manche inspirieren die Welt, andere reihen sich ein in die me-too´s.
Happy Birdsday II
Die gemeinsame Zeit war schön und somit wird noch ein Stück des Weges gemeinsam verbracht.

Ganz großes Kleinerdrei!

 

 

Für´s Herz

Also gut, da ist nun Mr. Wow.
Mamamotzt und er befinden sich im Stadium der halbverdeckten Ermittlung.

Da gab es so einige Sorgen ganz zu Beginn, vor allem zeitlich. „Passt ein Mann überhaupt in den Tagesablauf?“
Es liegt Mamamotzt einfach nicht, einen Mann so zu vereinnahmen, dass er die Hälfte ihrer Geschäfte (Taxi, Hausaufgaben-Controlling, Cleaning usw.) übernimmt und sich nützlich macht. Davon abgesehen hat Mr. Wow ja seinen eigenen Terminkalender, rappelvoll.
Ein Mann ist demnäch zunächst also nichts als ein weiterer Termin im Kalender.
IMG_9709Oder: Wenn sich Mamamotzt zu ihrem Partner bekennt, erwartet dann nicht automatisch das gesamte Umfeld, dass sie wieder ganz, ganz viel Zeit hat? Weil: So ein Partner entlastet doch ungemein! (Obwohl: Viel Mitleid hat sie bis jetzt auch nicht gerade geerntet.)

Oder auf seiner Seite: Was werden seine ziemlich präsenten Kinder von Mamamotzt (nebst Brillanten) erwarten? Wird seine recht enge Familie unangenehme Ansprüche stellen? (Die erste, nennenswerte Schwiegerfamilie für Mamamotzt, weia …!)

Praktisch ist ein neuer Partner überhaupt keine Entlastung, im Gegenteil.
Die Verwendung muss in das fein aufeinander abgestimmte Familienunternehmen integriert werden, es gilt, mechanische Rädchen komplett neu zu justieren. Jahrelang arbeitete die Motztfamilie an der männerlosen Perfektion, nun soll es plötzlich anders werden?! Allein schon die halbverdeckten Ermittlungen, gar nicht so einfach!

Eine neue Partnerschaft zweier Familien ist mehr was für´s Herz. Für den Alltag nicht so, irgendwie. Aber gut für´s Herz ist ja nicht das schlechteste!

Frisches Design

Bin im Café - nicht ganz, aber ein Kaffee steht hier.
Bin im Café – nicht ganz, aber ein Kaffee steht immerhin hier.

Ein wenig frisch gemacht präsentiert sich der Blog vom Mamamotzt. Nach langer Zeit mit Bildern nur auf Twitter zieht etwas Farbe jetzt auch ins Blog.
Etwas plastischer will Mamamotzt es haben. Hübscher. Weniger Trist.

Zu schön, dass inzwischen so viele Menschen den Blog kennen! Eine Ehre, dass so viele Leser immer wieder kommen! Ein Wahnsinn, wie der Blog sich ohne jede SEO-Maßnahme in den Suchmaschinen etabliert hat. (Suche nach Mutter-Ex-motzen-alleinerziehend-Überlastungsdepression-Ferien-Sorgerecht Kombinationen führen laut Suchbegriffen direkt hierher.)

Als Dank dafür bekommen die Leser ab sofort mehr Bilder.

Merci à tous!

Der Weg führt nach vorn!
Der Weg führt nach vorn!

 

Keine Zeit für Mama

„K3 war noch nie weg von dir!“

Bämm! – Das saß! K3 ist immerhin gute acht Jahre alt.
Der lapidar dahinsinnierte Satz von K1 skizziert eine ziemlich lange Episode ziemlich prägnant.
Ohne, dass Mamamotzt bislang und sicher auch demnächst nicht dieser Gedanke gekommen wäre.

Ganz korrekt ist es nicht, K3 war bestimmt schon 15 mal bei Ex, und davon oft 48 Stunden. In acht Jahren, denn von Zusammenleben war schon seit vor der Geburt keine Rede mehr.
Aber es bedeutet, dass Mamamotzt seit der Geburt von K3 offenbar keine geilen Projekte außer Haus gemacht hat. Weder für zwei Wochen noch für zwei Monate.
Schock der Erkenntnis!

Es war schwer, eine gemeinsame Betreuung für drei Brillanten zu finden. Die beiden Großen waren öfter bei den Großeltern gewesen, solange die fit genug gewesen waren. Aber dann drei Brillanten packten die engagierten Großeltern nicht mehr. Und alleine wollte keiner der drei je „verreisen“, – es gibt sie eigentlich nur im Trio. (Ausnahmen bestätigen …)
Und wie alle wissen: Ex als Betreuung fiel natürlich regelmäßig bei Anfragen aus! Natürlich wollte er total gerne, aber es ging beim ersten Mal nicht, weil .. Beim zweiten Mal hätte er wirklich gerne geholfen, aber .. Beim dritten Mal war er dann auf unbestimmte Zeit nicht zu erreichen, immerhin mit Ansage.
Und danach wurde er nie mehr gefragt.

Kein Wunder, dass Mamamotzt sich dermaßen „draußen“ fühlt. Sie ist es einfach. Punkt. Keine Messe, kein Projekt, keine Forschungsreise, kein Abenteuer, nichts. Nur noch Kleinkunden.

Die Jahre der Pflege zuletzt waren ohnehin so anstrengend, dass nur jeden Neujahrsmorgen eine weitere Kerbe in den Türstock geschnitzt wird, damit das Zählen nicht durcheinander kommt.
Berufliche Ambitionen können nicht bloß sterben, sie können anscheinend auch aussterben. Tot, töter, am mausetotesten.

Schockierend war sicher vor allem die Erkenntnis, dass es K3 schon so lange gibt, dass ein Leben ohne unvorstellbar ist. Kann es ein Leben ohne K3 (K2, K1) geben? NEIN!
So lang aber, d.h. unvorstellbar lang, kriecht sie ziellos dahin und badet aus, was täglich auszubaden ist. Und verfolgt für sich keine großen Dinge mehr.
Außerdem glaubt sie auch, dass ein Abend beim Sport oder bei/mit Freunden ohne Kinder bereits eine wahnsinnig lange, kinderfreie Zeit sei. Plus natürlich die kinderfreien Vormittage in den knapp neun Monaten Schule pro Jahr.
Da kommt ihr die ewige Anwesenheit gar nicht so ewig vor.
(Wer hat sich noch nie selbst beschummelt???)

K3 muss durch diese Erkenntnis nicht zwingend sofort auf mehrmonatige Weltreise gehen. Auch in den viertägigen Sommerurlaub zu Verwandten gehen traditionell nur die beiden Großen, und mehr als zwei können dort nicht unterkommen, auch das wird sich nicht ändern. (Alleine verreist wiederum K3 nicht.)

Die Erkenntnis, dass die Zeit im Nest nun lang genug ist, wird das ihrige tun und sich auswirken. Good things will come along the way.
Da muss Mamamotzt nichts forcieren. Nimmt sie einfach mal an.