Ohne Gesichtsbuch

Mamamotzt ist nicht mehr beim Gesichtsbuch.
Seit gut zwei Wochen dümpelt das Konto deaktiviert vor sich hin und muss von Herrn Süßhügel vorgehalten werden, bis sie wieder Laune hat.
Doch Tag für Tag vergeht und die Laune kehrt nicht wieder. Bzw.: Die Laune steigt, denn es bleibt Zeit!
Zeit für Menschen, Leben, Bücher.

Eigentlich nicht der Rede wert, hinge nicht Mamamotzts Beruf maßgeblich mit einer Präsenz im Gesichtsbuch zusammen.
Kann man so einen Beruf überhaupt ausüben, wenn man alle Jahre wieder einen Overkill an diesem Netzwerk hat?

However.
Fazit nach einem halben Monat ohne:
Vier von 500 „Freunden“ fiel auf, dass Mamamotzt weg war und sie fragten inzwischen herkömmlich nach. (Bei vorher täglich mehrfacher Interaktion …)
Ein angeblich bei FB nicht aktiver Bekannter fragte nach.
Ein „Freund“ dachte, er sei blockiert worden.
Kein Kunde meldete sich. (Aktuelle Kampagnen laufen nicht bzw. wurden komplett von Mamamotzt storniert.)

Die gemeinsame Zeit mit den Brillanten ist wieder nennenswert.
Der Stapel an gelesenen Büchern wächst.

Urlaub

Es soll sein und es muss sein: Mamamotzt und die Brillanten nehmen sich irgendwann demnächst einige Tage frei und fahren in einen richtigen Urlaub. Keine Klappcouch bei Freunden, richtigrichtiger Urlaub!

Ziel ist ein Ort, an dem sie schon mal waren, vor fünf Jahren, und an dem sich damals wertvolle, wenn auch unschöne Erkenntnisse Bahn brachen.

Möglicherweise bildet dieser Urlaub dann einen Abschluss zu den damals gewonnenen Erkenntnissen und dem Nachfolgenden.
Hohe Erwartungen. Aber nicht unwahrscheinlich.
Auch wenn klassisch sieben Jahre für Lebensphasen angesetzt werden.
Die endgültige Ablösung vom Ex, und zwar die der Brillanten.

Ex fuhr nicht mit damals, es war ein Urlaub mit Freundin und Kindern bei Freunden. Ohne Männer.

Zum Urlaub kommentierte er nichts, wünschte nichts, fragte nicht nach der Adresse etc.

Heute wie damals wird die unendliche Ruhe des Urlaubsziels die Mamamotzts laben und erquicken. Auch wenn sie ohnehin als Landbewohner nicht dem Großstadttrubel ausgesetzt sind, die langen Tage mit vielen Aufgaben zehren.
Die ewige Existenzangst als Freiberuflerin hat Mamamotzt extrem zermürbt.
Ruhe und Rückbesinnung auf die „Keimzelle der Gesellschaft“ wird auch jetzt gut tun. 😉

Entweder kann sich das Quartett innerlich durch den Urlaub sogar vom Thema Ex lösen, oder es erholt sich einfach gut.
Beides gleich gut!

Chemo in den Sommerferien

Mamamotzt wollte nicht nur unangenehme Stories schreiben, denn natürlich gibt es auch sehr viel schönes im Leben.
Aber irgendwie ist manchmal der Wurm drin.

Dieser Post sollte lauten: „Wie wir spontan das erste Mal richtig Ferien machten“.

Leider war er noch nicht fertig, und nun wird er eben anders heißen. Mal wieder.

In den Jahren als Schulkinderfamilie hat die Mamamotztfamilie erst einmal richtig Sommerferien gemacht. Fast eine ganze Woche, so mit Urlaubsplanung und so.
In den den ersten Jahren liefen parallel noch Kiga und Krippe, die Zeiten muss man als Alleinerziehende zum Arbeiten nutzen. Also nur rund drei Wochen, in denen alle Kinder zu Hause waren im Sommer. Für diese Zeit hatte Ex jedes Jahr angekündigt, er wolle unbedingt die Kinder für länger holen und melde sich, sobald er zeitlich einen Überblick habe.
Daraus wurde bis heute: Einmal total gezwungene drei Tage. Und die auch noch 30 Stunden zu spät begonnen.

Man arrangierte sich, es war saublöd. Mit den Kindern fuhr sie spontan Freunde mit kleinen Kindern besuchen, nicht länger als ein paar Tage, weil man mit drei Steppkes die Gastgeber schon strapaziert. Oder den Patenonkel ohne Kinder und ohne Platz besuchen, aber mit Verständnis. Und ansonsten: Jedes Angebot öffentlicher Ferienbetreuung nutzen und durcharbeiten. Denn als Alleinerziehende, Selbständige schafft man in der Medienbranche quasi nur mit straffem Durcharbeiten, lebenswürdiges Einkommen zu generieren. Vollzeit ist aufgrund der ausbaufähigen Betreuungsangebots nicht möglich.
Der Pflegefall kam dazu, Mamamotzt konnte wieder nicht planen. Da man nie weiß, wie es dem Pflegefall in bsp. einem halben Jahr geht, ist es nicht ratsam, zu buchen/planen. Fremdpflege verweigert der Patient bis zum äußersten. Das ist nicht mehr zu ändern, es lässt sich also kein „Pflegeersatz“ beschaffen.

Heute, am letzten Schultag, wollte Mamamotzt nach dem traditionellen Feiertagswampevollschlagen nun nach Last-Minute- oder Urlaubseinspringer-gesucht-Annoncen schauen, da steht fest:
Der Pflegefall bekommt ab Montag die Ferien über Chemo.
Und da es nicht das erste Mal bei diesem Patienten ist, sind die bekannten, gravierenden Nebenwirkungen zu erwarten.

Ehrlich! Sie wollte in diesem Jahr mit den großen Ferien anfreunden und sie mal nicht als Last sondern als rekreative Zeit genießen, tatsächlich mal den Patienten einfach Patient sein lassen, natürlich top versorgt, und ihm einfach aus dem Urlaub eine Postkarte schicken.
Die Zeit mit den Kindern ge-nie-ßen! Und nicht als puren Orgastress erleben.

Aber während einer Chemo gilt es immer wieder, nicht absehbare Notfallentscheidungen zu fällen (multimorbider Patient, kein junger, fitter Mensch!). Da ist ein 100 Kilometer-Ausflug eigentlich schon zu viel.
Mamamotzt hat Vollmacht für alles und als einzige den Überblick über die kuriose Krankengeschichte, eine Verantwortung.

Man hofft jetzt bloß, dass das Wetter patientengerecht ist, damit nicht noch wetterbedingte Wehwehchen alles verkomplizieren.
Egal, ob das Schwimmbad oder sechs Wochen Monopoly mit dicken Pullis bedeutet.

Meh.

Mamamotzt ist aber nicht der Patient. Nur die Pflegerin. Zum Glück.