Sozen-Siggi bestätigt: Rand der Gesellschaft

Sozen-Siggis Satz, dass aus der Mitte der Bevölkerung Unmut klinge („Für die Flüchtlinge tut ihr alles, für uns nichts!“), der heute, Freitag, 26. Februar 2016, durch die Medien gepeitscht wird, ist alt!
Mindestens schon im Dezember 2015 zitierte ihn evangelisch.de mit diesem Thema und diesem Zitat. (Erster Google-Treffer.)

Was soll eine Alleinerziehende da sagen:

Yeah! Jetzt seht ihr mal in der Mehrheit, was wir Alleinerziehende (1,6 Mio. Menschen oder mehr) schon seit Jahren betonen? 

Yeah! Jetzt fühlt ihr mal, wie wir uns fühlen? Leider ist das nicht so ein gutes Gefühl der Angst, Sorge, Unsicherheit. 

Yeah! Wir sind also nicht mal Mitte der Gesellschaft, weil das Thema, als wir es ansprachen, jahrelang keine Sau interessierte und die Mitte der Gesellschaft erst mucken musste? 

Mamamotzt kotzt

Natürlich hat Sozen-Siggi Recht, wenn er mehr sozialen Wohnungsbau fordert, das hätte schon lange Not getan. Kommunalpolitik sei Dank weiß Mamamotzt drum.

Natürlich würden davon besonders auch die Alleinerziehenden profitieren.

Natürlich wäre toll, wenn überhaupt mal was passierte in dieser Richtung.

Verlogene Scheinheiligkeit

Es macht einfach stinkewütend, wenn die Bedürfnisse einer ziemlich großen Personengruppe jahrelang, jahrezehntelang, nonchalant (=unbekümmert, lässig) übergangen werden, weil sie zu wenig wirtschaftseffektiv ist und kräftemäßig nicht stark genug ist, sich mit Massendemos und aufsehenerregenden Aktionen Gehör zu verschaffen.

Da kommt also die wirtschaftlich interessantere Mitte der Gesellschaft, – Danke, dass die 1,6 Mio. Alleinerziehenden demnach nicht dazu gehören, das obere Zehntel der Gesellschaft bilden sie auch nicht, daher keine weiteren Fragen – und dann geht es los.

Die machen ausreichend Druck, die könnten bei der nächsten Wahl falsch ankreuzen, die könnten für Unruhe sorgen. Die haben wirtschaftliche Macht.

Die usseligen Alleinerziehenden haben ja schon immer rumgezetert, aber die waren ja, hahaha, einfach nicht laut genug. Und (überwiegend) Frauen und Kinder, pff, was sind deren Meinungen, deren Bedürfnisse, deren Probleme schon wert?  Um die braucht man sich nicht kümmern, denn die sind keine Gefahr. (Vermeintlich, liebe Gesellschaft, vermeintlich. Andere haben sich über die vaterlose Kindergeneration und Kinder aus prekären Verhältnissen ausgelassen, bitte dort nachlesen. )

Mitfreuen

Dann freuen sich die Alleinerziehenden jetzt eben kräftig mit, FALLS im Zug der Mitte der Gesellschafts-Schadensbegrenzung auch sie vom sozialen Wohnungsbau etc. profitieren.

Danke, liebe Medien, dass ihr heute mal konzertiert Sozen-Siggis Parole so durchpeitscht!
Eure dankbaren 1,6 Mio. Alleinerziehenden

 

 

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