Tagebuch der letzten Jahre

5.45 Uhr: Tagesbeginn
6.15 Uhr – 8.00 Uhr: Kinder je nach Einrichtungsbeginn wecken, befrühstücken und an drei Orten abliefern.
8:00 Uhr: Arbeitsbeginn (Nicht zu schaffen, das muss abends wieder reingeholt werden!)
10 Uhr – 12.30 Uhr: Notfall mit Pflegefall
13.00 Uhr: K1 kommt hungrig nach Hause (Tagespensum an Arbeit wird eeeeng! Abends muss es jetzt aber flutschen)
14.00 Uhr: K2 + K3 müssen abgeholt werden, auf dem Land keine Synergien möglich, nix Netzwerk
14.30 Uhr: Hausaufgaben überwachen
15 Uhr: Kind hat Hobby, Taxidienst
16 Uhr: Taxi, keine Synergien möglich, die beiden anderen jeweils im Schlepptau (Heiliger Bimbam, der Auftrag!)
17.00 Uhr: Kaffee #15, ein Problem mit Pflegefall, Hobby anderes Kind (Müde! Starker Espresso wird, MUSS! die Abendschicht am Schreibtisch richten.)
19.00 Uhr: Abendbrot (Gesicht im Wurstbrot, aber wenn jetzt der Espresso … klappt das noch am Schreibtisch.)
20.30 Uhr: Kinder im Bett. Mamamotzt fertig.
20.35 Uhr: NEIN! Der Elternabend (der Lehrerin, die Alleinerziehenden nichts zutraut, sie für chronisch überlastet hält und der Mamamotzt deshalb unbedingt das Gegenteil beweisen muss) ist heute!
Beginn war: 19.30 Uhr …

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Ferienende

Es war der letzte Ferientag und die Erholung war bereits seit drei Tagen dahin.
Rückblick: Familie Mamamotzt hat es tatsächlich geschafft, sich für einige Tage loszueisen und war „weg“.
Es war so schön,  ein ganz einfaches Leben. Wind, Wellen, Meer, nicht mal Radioempfang, und nur ab und zu fand das Handy ein fremdes WLAN.
Einfach nur die Kinder und sie. Extraordinaire, um es wie ein Franzose zu sagen.
Doch am letzten Urlaubstag dann die gefürchtete Situation: Notfall bei den Pflegefällen, echt dumm gelaufen, überhastete Heimkehr statt geplantem, weiteren lazy Strandtag und dem ihnen wichtigen Familienzeitabschluss.
Am nächsten Morgen gleich weiteren Terminstress mit den Pflegefällen und die Brillanten mussten die Woche über weitgehend alleine klarkommen.
Vom Montag bis zum Sonntag war diese  Woche voll mit Verantwortung und Termindruck und anderen Unschönigkeiten.

Man will einfach zu viel und ist enttäuscht, wenn man es nicht bekommt. Und wenn es nur ein wenig Heiterkeit ist.

Arbeitstitel: Ohne Worte ;)

Auf Twitter hat Mamamotzt schon angerissen, wie der aktuelle Umgang verlaufen ist. Nämlich: Gar nicht!

Ex versuchte zweimal anzurufen in der letzten Zeit, leider war Mamamotzt samt Brillanten nicht daheim, und den AB nutzt Ex nicht, maximal sagt er, dass er dran sei.
Mamamotzt erinnerte ihn per Mail an die gemeinsam vereinbarte schriftliche Kommunikation (letzter Blogpost), was ihn zu diversen Drohungen und Beleidigungen verleitete.

Als Mamamotzt klar wurde, dass ein wichtiges WM-Spiel in die Umgangszeit fallen würde, wurde gleichsam klar, dass es mal wieder ein mindestens kompliziertes Wochenende werden würde.
Eine weitere Mail von Ex mit der Bestellung geschniegelter Kinder zur üblichen Abholzeit ließ aber doch vermuten, dass er sie trotzdem holen wolle.

Zur Abholzeit aber erreichte Mamamotzt die Nachricht, dass Ex leider nicht pünktlich sein könne (Ausrede No. 723, dummerweise zum zweiten Mal nacheinander benutzt, neu allerdings: Durch Dritte ausrichten lassen!) und sich unbestimmt verspäten würde.

Auftritt: Die trampelnde Nachtigall (geliehen bei @Mama_arbeitet).

Nach diversen offiziellen Gesprächen (JA, Gericht) lautet die Regel, dass die Brillanten nicht länger als 15 Minuten warten brauchen, wenn eine so unkonkrete Zeitangabe im Raum steht. Weil durchaus auch mehr als 24 Stunden aus „bisschen später“ geworden waren.

In diesem Fall wurden es nur rund 18 Stunden.

Während Mamamotzt sämtliche lang geplanten Aktivitäten und vor allem Auftragsarbeiten kinderkompatibel umwandeln musste, die Brillanten mal eben hier, da und dort mit einlud/ankündigte und sie tatsächlich vorsichtshalber mit auf einen Termin in 1,5 Stunden Autofahrt Entfernung mitnahm (Motivation und Zuwendung für bitter enttäuschte Brillanten, Verpflegung aus dem Boden stampfen und das definitive Zeitminus besser durch Rosaglas betrachten als real) erschien Ex tatsächlich wieder unangekündigt vor ihrem Haus.

Da auch das schon mehrfach vorkam und in hässlichen, wenn auch nicht körperlich physischen, Aktionen gegenüber Mamamotzt und Brillanten, endete, galt: vorbeugen!

Vorsicht, jetzt wechselt Mamamotzt in Gossenslang, weiterlesen könnte Ihr Empfinden empfindlich richtung Missfindung bewegen:
Wie Scheiße ist bitte ein Vater, der ein Fußballspiel seinen Kindern vorzieht, sie belügt, trotzdem sich noch „im Recht“ wähnt und genau den Stil weiterfahren wird?
Wie kriegt man eine solche Kackbratze bloß in den Griff?

Normalmodus wieder on:
Die Antwort lautet: Am besten eliminieren!
Nun sind auch die Brillanten wirklich angesäuert, ach was, – sauer!, dass sie so an der Nase herumgeführt werden.

Mamamotzt versteht das.

Nach 140 Sekunden schreibt die Tochter (12) von Mamamotzt

Heute Nachmittag ging das wunderbar gemachte und offensichtlich auch von ihr selbst gern gesehene 140 Sekunden Video von @mama_arbeitet online. Dort berichtet @mama_arbeitet über das Leben als alleinerziehende Mutter von drei Kindern, Schwierigkeiten bei der Jobsuche und wenig Geld. Und zwar sachlich, Mesdames et Messieurs, nicht locker dahingemotzt wie hier!

Diese Geschichte hinter dem Tweet haben spontan auch die Kinder von Mamamotzt zu sehen bekommen und waren erstmal wortlos baff, dann erstaunt und letztlich begeistert! Da gibt es eine andere Familie irgendwo im Land, die sich mit exakt den gleichen Schwierigkeiten rumschlägt wie die von Mamamotzt! Die Mutter so ähnlich, die Kinder so ähnlich, die Parallelen zum gescheiterten Familienmodell und auch dort der abwesende Vater so ähnlich. Auch Berufe und Alter passen, die Kinder konnten sich blendend identifizieren.

Obwohl im Hause Mamamotzt das Thema schon seit Jahren alltäglich, beherrschend und bedrückend omnipräsent ist, konnten die Kinder es überhaupt nicht thematisieren. Der Schmerz ist ungeheuer, doch sie sind wie paralysiert darob, schlucken nur und können es nicht ausdrücken. Kein Wort über den Vater, und so gut wie nichts über alles, was damit zusammenhängt. Selbst bei den täglichen Problemchen.

Da kommt ein kurzkleiner Film aus München daher und verleitet die Tochter von Mamamotzt dazu, erstmals in Worte zu fassen, was sie bewegt. Es ist ihr Wunsch, das auch gerne den anderen Müttern, die „da auf Twitter zusammen schreiben und bei denen es auch so ist“, zu zeigen. Und vielleicht auch einem Vater. Oder einem anderen.

Für Mamamotzt übrigens ziemlich berührend!
Bühne frei:

 

Ich bin die Tochter (12) von Mamamozt und finde es echt schlimm, dass meine Mutter solche Schwierigkeiten im Arbeitsleben hat, nur weil sie drei Kinder (alleine) erzieht. Ich habe schon den Eindruck, mein Vater bekommt eine Menge geschenkt im Leben und hat wirklich viele Freiheiten und wir leiden darunter. Zum Beispiel, aber nicht nur, wenn das Geld knapp wird.

Ich weiß inzwischen, dass es da draußen viele alleinerziehenden Mütter gibt und finde, ihr solltet das euch nicht länger gefallen lassen! Nur weil man Kinder hat, muss das doch nicht heißen, dass man nicht richtig arbeiten kann, weil Kinder angeblich immer krank sind. Wir alle haben zum Beispiel jedes Jahr null Fehltage im Zeugnis!

Ich bitte die Väter: Auch wenn ihr nicht mehr mit den Müttern eurer Kinder zusammen lebt, MÜSST ihr eure Kinder unterstützen. Ich finde: Mit allen Mitteln!
Ihr liebt eure Kinder doch immer noch! Oder etwa nicht?

Bei meinem Vater bezweifle ich das langsam.

Er vergisst uns, also meine zwei Brüder und mich, abzuholen, dabei ist das nur einmal im Monat.

Ich hoffe, egal ob Mann oder Frau (meistens seid da aber ihr Frauen betroffen), ihr lasst euch auch weiterhin nicht unterkriegen, bei der Arbeit und allem anderen!

 

 

 

Freude! Oder eher nicht? – Die Ferienwochen um Ostern

Heute, morgen und übermorgen noch, dann gilt es wieder, drei Wochen die Brillanten pädagogisch hochwertig zu bespaßen oder wenigstens sinnvoll „wegzuorganisieren“. Oder das Büro zu schließen. Mamamotzt hat ja die Wahl …

Es gibt mal wieder ausgiebige Schulferien zu genießen, und es ist mal wieder Mamamotzt an der Reihe, das für die Kinder spannend und ausgefüllt zu planen. Entweder muss man wissen, dass genug Freunde vor Ort sind, mit denen einigermaßen unfallfreie Verabredungen klappen, oder man bucht Ferienbetreuung (aber nur bis Klasse 4, danach brauchen Kinder ja anscheinend über Nacht keinerlei Betreuung mehr über Wochen) oder man stückelt die betreuten Tage einzeln zusammen. Die Stadt bietet ja auch etwas. Von 11 Uhr bis 14.30 Uhr, Kinder zu bringen und abzuholen am Bahnhof St. Nirgendwo.

 

Im speziellen Fall von Mamamotzt wurde vor nicht allzu langer Zeit wenigstens ein einigermaßen regelmäßiger Umgang erreicht, per Gerichtsvergleich. (Auf ihr Bestreben!) Während der Umgangselternteil zwar plötzlich (oder wie immer) ganz viel Zeit mit seinen Kindern verbringen wollte, empfahl der Richter nach der langen Umgangspause (fast halbes Jahr, Umgangselternteil hatte keine Zeit) erstmal langsame Eingewöhnung.

Ferienumgänge sind allgemein üblich, wurden auch in diesem Fall empfohlen und der Umgangselternteil wollte ja auch un-be-dingt. Die Kinder probierten es da aber erstmals überhaupt, denn in den ungezählten Jahren vorher hatte der Umgangselternteil in den Ferien nie Zeit. Am zweiten Tag der geplanten Woche dort wollten die Kinder partout zurück und nur die totale Abwesenheit von Mamamotzt verhinderte das. Seitdem: Keine Aufenthalte beim Umgangselternteil bis auf maximal ein Wochenende im Monat. Ferien: Bitte nie wieder!

Wer würde seine Kinder zwingen? Der Umgangselternteil hatte, btw, anscheinend keinerlei Probleme, seine heiß geliebten und angeblich dauervermissten Kinder umgehend ziehen zu lassen.

Also müssen drei Monate Ferien pro Jahr organisiert werden. Man könnte sagen, je mehr Kinder, desto komplizierter. Und teurer, selbstverständlich. Durchaus ein Problem, auch bei Selbständigen!

Kosten teilen? Fehlanzeige. Der Umgangselternteil ist seit Jahren finanziell unpässlich, kann sich „leider gerade nicht beteiligen“.
Und so wird Mamamotzt auch ab dieser Woche wieder eine gelungene Melange aus Freizeit/Freiheit (Gott sei Dank, sie werden größer und brauchen keine Komplettbetreuung mehr!), etwas Organisiertem und einer Woche Urlaub (Freunde im anderen Teil der Republik heimsuchen!) kreieren. Und beten, dass der dicke Auftrag nicht gerade in dieser unkonzentrierten Woche anklopft.

(Die Großelternbetreuung steht auch, soweit keine Löcher vergessen sind. Yieha!)

 

So wird auch dieser Ferienzeitbrocken hoffentlich als wieder mal „einmaliges“ – tolles!- Erlebnis ins Familiengedächtnis eingehen. Und obwohl jetzt noch Beine, Arme, Haare und sonstiges schlottern ob der Herausforderung, wird es bestimmt hinterher heißen: „Wie schön, schade, dass es schon wieder vorbei ist!“

 

In diesem Sinn schon jetzt allen Eltern mit Ferienkindern: Frohe Ostern wünscht Mamamotzt!

Langsam wieder die Alte? Oder: Die Rückkehr der Kreativität!

Heute morgen ist Mamamotzt ungeheuer früh gut gelaunt aufgewacht und hat im Bett schon angefangen, zu recherchieren. (Gut, weil sie am Vorvortag sehr lange auf war, lag sie bereits um 20.30 Uhr längs und ist eingenickt, aber dennoch.)

Tägliche Knackpunkte wie der Morgen und der Abend waren lange nicht ihre liebsten Tageszeiten. Ob sich das endlich wieder ändert? Morgens muss sie seit über einem dutzend Jahren aufstehen, weil die Kinder zu versorgen sind. Und ab dem Weckerklingeln bedeutete das einen ungeheuer vollgepackten, pausenlos langen, meist anstrengenden Tag. Gerne mit unerwarteten Hindernissen, für deren Beseitigung nur sie zuständig ist. Abends das gleiche, nur umgekehrt. Das muntere Kraft-Bächlein ist längst gegen Mittag irgendwo in des Tages Todeswüste versiegt, über den Nachmittag mit Kindertransporten, Arztterminen, Kinderhobbies usw. hat sie sich irgendwie gerettet, die Kinder mit einer Nachtspeise gesättigt und ins Bett verfrachtet, um dann einen der immer geballt auftretenden Elternabendtermine wahrzunehmen.

Wenn sie dann im Bett liegt, fahren die Gedanken und Sorgen munter Karussell und spiralen sich bis in den frühen Morgen durch ihren Kopf. Das abendliche Bett, ein Ort des Grauens, an dem alles nochmal aufbrandet, was am Tag nicht geschafft wurde (zu viel), was mit der Selbständigkeit verdient wurde (zu wenig), und was der Vater der Kinder zuletzt gegeben hat. (NIX!)

Beruflich vor einer Dekade hoch motiviert hatten die ewigen Rückstöße („Als Mutter hier arbeiten? Nein! Aber wir bieten Ihnen sehr gerne ein kostenloses Praktikum für ein halbes Jahr an, denn Sie sind ja gut!“) über die Maßen an Mamamotzt gezehrt. Die Selbständigkeit im Mediensektor ist ohnehin hart und wird mit Kleinstkindern nicht einfacher. Ein nichtunterstützender Vater, der aber flott genug ist, sich alle Boni einzuheimsen, die es für Kinder gibt, ist schätzungsweise genauso angenehm wie eine schlimme Krankheit. Und schlimme Krankheiten gibt es auch, so dass durch das Bekümmern schwerstkranker Großeltern nochmal viele Stolpersteine hochschossen.

Kurze Zusammenfassung der letzten Jahre also: Wille und wirtschaftlicher Zwang, erwerbstätig zu sein, aber ausgebremst geworden durch das Muttersein (dass so etwas im Jahr 2014 immer noch möglich ist …) und die Pflege der Großeltern. Den ganzen Tag gerackert, aber oft kaum etwas verdient. Kunden durch Geschäftsaufgaben verloren. Abends nicht nutzlos und dämlich gefühlt, weil Existenzängste trotz der Schufterei zum Brotbelag wurden. Da versiegt einfach irgendwann auch die größte Kreativität und der Mut verlässt den Menschen.

Vor zwei Jahren war das Ausbrennen schon mal ganz schlimm, doch damals wollte Mamamotzt noch keine „harten“ Medikamente nehmen. Die reine Alltagsfunktionabilität stellte sie mit eisernem Willen wieder her. Also die lückenlose Versorgung der Kinder. Für viel mehr reichte es nicht. Jedes Extra war zu viel. Blei lag auf ihr, bei allem was sie tat.

Noch gar nicht lange her war es wieder so weit, dass selbst das Schneiden einer Scheibe Brot zur unüberwindlichen Aufgabe wurde. Kein Scherz!  Wo ist das Brot überhaupt, oder ist keines mehr da? Wo ist das Brotmesser? Wie rum muss das Brot gelegt werden? Wohin gehören nochmal die Finger für sicheren Halt? Und warum, zur Hölle, muss Mamamotzt über sowas überhaupt nachdenken, da ist doch vermutlich etwas falsch?

Nun ist sie mit einem Antidepressivum eingestellt, schlief die ersten Wochen wirklich wahnsinnig viel, und arbeitet sich mit dem gewohnten eisernen Willen zurück ins Leben. Ins Leben, wie es ihrer Meinung nach sein sollte. Mit ihren Ideen, ihrer Freude und überhaupt: Mit ihr!

Auf geht´s!

Wer motzt hier?

Mama motzt, weil es ihr manchmal bis zur Nase reicht, wie sie seit Jahren (oder auch schon immer) alles, aber auch alles, als verantwortliche und verantwortungsbewusste Mutter ihrer Kinder alleine stemmen muss.

Inzwischen sind wieder beide Hände frei zum Arbeiten, können die Kinder auch mal den Tisch decken oder über Nacht alleine zu Hause bleiben, sprich: sind die Brillanten aus dem Gröbsten raus.

Sobald sie sich mal wieder Luft verschaffen und Dampf ablassen muss, wird sie das hier tun. Denn ihr selbst hätte es sicher geholfen, wenn sie früher schon gehört hätte, was für abstruse Lebenswege es geben kann und dass sie nicht alleine ist.
Mit dem Ex und mit der Arbeitswelt.