Freude! Oder eher nicht? – Die Ferienwochen um Ostern

Heute, morgen und übermorgen noch, dann gilt es wieder, drei Wochen die Brillanten pädagogisch hochwertig zu bespaßen oder wenigstens sinnvoll „wegzuorganisieren“. Oder das Büro zu schließen. Mamamotzt hat ja die Wahl …

Es gibt mal wieder ausgiebige Schulferien zu genießen, und es ist mal wieder Mamamotzt an der Reihe, das für die Kinder spannend und ausgefüllt zu planen. Entweder muss man wissen, dass genug Freunde vor Ort sind, mit denen einigermaßen unfallfreie Verabredungen klappen, oder man bucht Ferienbetreuung (aber nur bis Klasse 4, danach brauchen Kinder ja anscheinend über Nacht keinerlei Betreuung mehr über Wochen) oder man stückelt die betreuten Tage einzeln zusammen. Die Stadt bietet ja auch etwas. Von 11 Uhr bis 14.30 Uhr, Kinder zu bringen und abzuholen am Bahnhof St. Nirgendwo.

 

Im speziellen Fall von Mamamotzt wurde vor nicht allzu langer Zeit wenigstens ein einigermaßen regelmäßiger Umgang erreicht, per Gerichtsvergleich. (Auf ihr Bestreben!) Während der Umgangselternteil zwar plötzlich (oder wie immer) ganz viel Zeit mit seinen Kindern verbringen wollte, empfahl der Richter nach der langen Umgangspause (fast halbes Jahr, Umgangselternteil hatte keine Zeit) erstmal langsame Eingewöhnung.

Ferienumgänge sind allgemein üblich, wurden auch in diesem Fall empfohlen und der Umgangselternteil wollte ja auch un-be-dingt. Die Kinder probierten es da aber erstmals überhaupt, denn in den ungezählten Jahren vorher hatte der Umgangselternteil in den Ferien nie Zeit. Am zweiten Tag der geplanten Woche dort wollten die Kinder partout zurück und nur die totale Abwesenheit von Mamamotzt verhinderte das. Seitdem: Keine Aufenthalte beim Umgangselternteil bis auf maximal ein Wochenende im Monat. Ferien: Bitte nie wieder!

Wer würde seine Kinder zwingen? Der Umgangselternteil hatte, btw, anscheinend keinerlei Probleme, seine heiß geliebten und angeblich dauervermissten Kinder umgehend ziehen zu lassen.

Also müssen drei Monate Ferien pro Jahr organisiert werden. Man könnte sagen, je mehr Kinder, desto komplizierter. Und teurer, selbstverständlich. Durchaus ein Problem, auch bei Selbständigen!

Kosten teilen? Fehlanzeige. Der Umgangselternteil ist seit Jahren finanziell unpässlich, kann sich „leider gerade nicht beteiligen“.
Und so wird Mamamotzt auch ab dieser Woche wieder eine gelungene Melange aus Freizeit/Freiheit (Gott sei Dank, sie werden größer und brauchen keine Komplettbetreuung mehr!), etwas Organisiertem und einer Woche Urlaub (Freunde im anderen Teil der Republik heimsuchen!) kreieren. Und beten, dass der dicke Auftrag nicht gerade in dieser unkonzentrierten Woche anklopft.

(Die Großelternbetreuung steht auch, soweit keine Löcher vergessen sind. Yieha!)

 

So wird auch dieser Ferienzeitbrocken hoffentlich als wieder mal „einmaliges“ – tolles!- Erlebnis ins Familiengedächtnis eingehen. Und obwohl jetzt noch Beine, Arme, Haare und sonstiges schlottern ob der Herausforderung, wird es bestimmt hinterher heißen: „Wie schön, schade, dass es schon wieder vorbei ist!“

 

In diesem Sinn schon jetzt allen Eltern mit Ferienkindern: Frohe Ostern wünscht Mamamotzt!

Exemplarisch für viele Alleinerziehende

Mama motzt sich hier ihre höchstpersönliche schlechte Laune aus dem Leib, die sie ihren Brillanten nicht zumuten mag. Gegrübelt hat sie für sich alleine lange genug, gestresst war sie oft, Hürden stehen immer wieder mal auf dem Weg. Der Dampf muss raus. Hindernisse existieren.
Ginge es Mamamotzt darum, persönlich diskreditieren zu wollen, würde sie das anders tun. Hier werden bloß Fakten aus dem Alltag repliziert. Exemplarisch für Viele.

Ihr Grunddilemma ist nicht das Alleinsein, nicht das Alleinsein mit Kindern, nicht die Elternschaft, nicht das Vereinbaren von Arbeit und Kindern. Alles gar kein Problem. Ihr stößt auf, dass der Umgangselternteil sie ziemlich komplett alleine lässt, was die Verantwortung für die gemeinsamen Kinder betrifft. Obwohl er gehirnwäscheartig das Gegenteil behauptet. Und damit für seinen Teil erfolgreich ist.

Sie sieht nicht, wann er sich um die Kinder kümmert, obwohl er sagt, er tue das ausgiebig.

Sie findet keine gemachten Hausaufgaben bei den Kindern, obwohl er das doch gerne macht, wie er sagt.

Sie bemerkt nicht, wann er die Kinder zu ihren Hobbys transportiert, obwohl er das natürlich tut, behauptet er doch.

Sie fragt sich, ob er jemals finanzielle Verantwortung übernehmen wird, obwohl er seit Jahren davon spricht und seither keinen Cent übrig hatte.

Achso, zuletzt habe sie ihn all das nicht tun lassen. Sagt er. Er wolle das alles und noch viel mehr so unbedingt, doch sie verhindere das einfach. Der Arme, er wird dafür von seinem gesamten Umfeld sehr bemitleidet. Quasi alleinerziehender Vater ist er und Mamamotzt schmeißt ihm einen Knüppel nach dem anderen zwischen die Beine. Das Leben ist so hart.

Die Kinder warten übrigens auf all das, seit Jahren, und können sich nicht mal einer Premiere entsinnen.

Wenn die Post nicht ankommt

Wichtige Post erreicht den Ex leider regelmäßig nicht, Murphys law. Es ist immerhin die beste Ausrede, sich um nichts zu kümmern, dass man ja auch nichts davon gewusst habe. Mamamotzt listet hier mal einige der „besten“, wirklich geäußerten Ausreden von Ex, warum Einschreiben und Co. ihn nicht erreichten. (Mündliche Absprachen funktionieren nicht, und einige Angelegenheiten laufen eben nur schriftlich, bsp. Dokumente unterzeichnen etc.)

– Böse Nachbarn: Die gehen tatsächlich an den Briefkasten und fischen Post raus, besonders Einschreiben und Benachrichtigungen über postgelagerte Sendungen! (Er überlegt ja auch schon, deswegen umzuziehen! Wer will denn in so einer Umgebung wohnen?!)

– Nichts angekommen, sonst hätte er sich doch sofort gekümmert!

– Angekommen, aber da war nur so ein Schmierpapier drin. Muss Mamamotzt falsch eingetütet haben. Hat er aber natürlich Verständnis für, sie ist ja total überlastet. Soll sie halt nochmal schicken.

– Angekommen? Kann nicht sein! Da waren ausschließlich Prospekte im Briefkasten, seit bestimmt drei Wochen! Wanderte natürlich sofort ins Altpapier.

– Einschreiben mit Rückschein? Er war nicht da, eine Benachrichtigung hat er auch nicht bekommen. Bestimmt wieder die komischen Nachbarn. Naja, er will ja eh ausziehen.

– Post? Aber er war doch zuletzt drei Monate nicht in seiner Wohnung! Da konnte er doch nicht an seinen Briefkasten, das gilt nicht! Soll sie halt nochmal schicken. Er ist jetzt empfangsbereit!

– Der Briefzusteller muss unzuverlässig sein. Die Nachbarn klagen auch. (Ja, genau, die besagten Nachbarn!)

– Häh? Post? An die Adresse? Aber er ist doch umgezogen. (Und hat es nicht gemeldet.) Dann gilt das nicht, wenn die Post nicht an seine richtige Adresse geschickt wird.

Weil das vermutlich übertrieben wirkt, plant sie soeben weitere Listen mit den „besten“ Ausreden von Ex auch zu anderen Themen. Seine Phantasie ist unerschöpflich und Mamamotzts Erstaunen gleichfalls immer wieder.

Wer übrigens meint, das nachahmen zu wollen und hier eine klasse Anleitung gefunden zu haben: Nix is! 😛
Darauf hat Ex erstens das Patent (was Mamamotzt sicher nicht verteidigt) und zwotens bedeutet so ein Verhalten nichts anderes als: „Kinder, ihr könnt mich mal! Ihr seid mir völlig wumpe!“ Das verstehen Kinder.  Gute Eltern benehmen sich nicht so.