Nach 140 Sekunden schreibt die Tochter (12) von Mamamotzt

Heute Nachmittag ging das wunderbar gemachte und offensichtlich auch von ihr selbst gern gesehene 140 Sekunden Video von @mama_arbeitet online. Dort berichtet @mama_arbeitet über das Leben als alleinerziehende Mutter von drei Kindern, Schwierigkeiten bei der Jobsuche und wenig Geld. Und zwar sachlich, Mesdames et Messieurs, nicht locker dahingemotzt wie hier!

Diese Geschichte hinter dem Tweet haben spontan auch die Kinder von Mamamotzt zu sehen bekommen und waren erstmal wortlos baff, dann erstaunt und letztlich begeistert! Da gibt es eine andere Familie irgendwo im Land, die sich mit exakt den gleichen Schwierigkeiten rumschlägt wie die von Mamamotzt! Die Mutter so ähnlich, die Kinder so ähnlich, die Parallelen zum gescheiterten Familienmodell und auch dort der abwesende Vater so ähnlich. Auch Berufe und Alter passen, die Kinder konnten sich blendend identifizieren.

Obwohl im Hause Mamamotzt das Thema schon seit Jahren alltäglich, beherrschend und bedrückend omnipräsent ist, konnten die Kinder es überhaupt nicht thematisieren. Der Schmerz ist ungeheuer, doch sie sind wie paralysiert darob, schlucken nur und können es nicht ausdrücken. Kein Wort über den Vater, und so gut wie nichts über alles, was damit zusammenhängt. Selbst bei den täglichen Problemchen.

Da kommt ein kurzkleiner Film aus München daher und verleitet die Tochter von Mamamotzt dazu, erstmals in Worte zu fassen, was sie bewegt. Es ist ihr Wunsch, das auch gerne den anderen Müttern, die „da auf Twitter zusammen schreiben und bei denen es auch so ist“, zu zeigen. Und vielleicht auch einem Vater. Oder einem anderen.

Für Mamamotzt übrigens ziemlich berührend!
Bühne frei:

 

Ich bin die Tochter (12) von Mamamozt und finde es echt schlimm, dass meine Mutter solche Schwierigkeiten im Arbeitsleben hat, nur weil sie drei Kinder (alleine) erzieht. Ich habe schon den Eindruck, mein Vater bekommt eine Menge geschenkt im Leben und hat wirklich viele Freiheiten und wir leiden darunter. Zum Beispiel, aber nicht nur, wenn das Geld knapp wird.

Ich weiß inzwischen, dass es da draußen viele alleinerziehenden Mütter gibt und finde, ihr solltet das euch nicht länger gefallen lassen! Nur weil man Kinder hat, muss das doch nicht heißen, dass man nicht richtig arbeiten kann, weil Kinder angeblich immer krank sind. Wir alle haben zum Beispiel jedes Jahr null Fehltage im Zeugnis!

Ich bitte die Väter: Auch wenn ihr nicht mehr mit den Müttern eurer Kinder zusammen lebt, MÜSST ihr eure Kinder unterstützen. Ich finde: Mit allen Mitteln!
Ihr liebt eure Kinder doch immer noch! Oder etwa nicht?

Bei meinem Vater bezweifle ich das langsam.

Er vergisst uns, also meine zwei Brüder und mich, abzuholen, dabei ist das nur einmal im Monat.

Ich hoffe, egal ob Mann oder Frau (meistens seid da aber ihr Frauen betroffen), ihr lasst euch auch weiterhin nicht unterkriegen, bei der Arbeit und allem anderen!

 

 

 

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Kein Umgang mehr

Mamamotzt hat die Faxen dicke!
Beim letzten Umgang hat der Umgangselternteil sich gleich gar nicht gemeldet und ist auch nicht erschienen. (Sonst gab es immer rührende Lügengeschichten, warum er nicht kommen konnte oder hoffnungslos zu spät war.)

Nun gibt es also keinen Umgang mehr. Keinen, ganz richtig!

Gut fünf Jahre hat sie versucht zu verstehen, warum andere Dinge immer wichtiger waren als die eigenen Kinder. („Ist für die Zukunft, mache ich nur für die Kinder!“) Hat jeden Versuch gestartet, die Umgänge irgendwie überhaupt und am besten regelmäßig zu ermöglichen. Ob der Ex monatelang in der Ferne weilte, spontane Seminare besuchen musste oder an äußerst fiesem Männerschnupfen (demonstratives Husten an unpassenden Stellen im Absagetelefonat eine Stunde vor Umgangsbeginn) lebensgefährlich erkrankt war: Verständnis und nochmal Verständnis brachte Mamamotzt dem Vater der Brillanten entgegen.

Nicht jeder ist mit der stoischen Gesundheit von Mamamotzt ausgerüstet, für Spontaneität hat eine berufstätige Mutter und Pflegefallbetreuerin natürlich Verständnis und vor allem Plan B in der Hinterhand usw. Das ist selbstverständlich, geschenkt!

Dass sie sich immer wieder rechtfertigen muss, warum der Umgangselternteil nur so wenig Kontakt zu den Kindern hat, warum der Umgangselternteil nie einen Cent für seine Kinder gezahlt hat, warum es ihr nicht gelingt, den Sozialschmarotzer dingfest zu machen, geschenkt!

(In Wahrheit kotzt Mamamotzt jetzt eine Runde. Excuse my English! Alleine, arbeitend und vom Ex gedisst und trotzdem noch die Schuldige? – Da muss etwas falsch sein im System!)

 

Warum hat Mamamotzt das überhaupt so lange mitgemacht?
Den Kindern zu Liebe! Die zwar nicht wissen, was ein Vater ist, weil sie ihren nie als solchen erleben durften, aber die trotzdem eine starke Sehnsucht zu dem Mann hatten, der ihnen bei jedem Besuch, etwa 5x jährlich (!), eine große Tüte ekliger Bonbons spendierte und sonst kaum ein Wort mit ihnen sprach. Jedes Kind will einen Papa – selbst so einen.
Einen, der sich nie eine Geschichte aus ihrem Mund anhörte, der immer sehr mit sich selbst oder anderen Dingen beschäftigt war und trotzdem auch dort keine Wunder vollbrachte, der sie als Zahlvieh missbrauchte, um in den Genuss von elternschaftsabhängigen Vergünstigungen zu kommen, die Personen zustehen, die tatsächlich durch Kindererziehung bei der Erwerbsarbeit beeinträchtig sind usw. usf.

Und weil, ganz unter uns, Mamamotzt seit einigen Jahren auch einen schweren Pflegefall betreut und zwei Senioren versorgen muss und ihr dazu noch branchenbedingt mehrfach die Hauptkunden ihrer Selbständigkeit wegbrachen. Da ist ihr gelegentlich aus den Augen gekommen, wenn vor lauter Ruhe, zack, wieder ein halbes Jahr kein Umgang stattfgefunden hatte und einfach nur Ruhe herrschte. Bis der Herr „Ich habe als Vater Rechte!!!“ wieder auf der Bildfäche erschien. Selbst Schuld, das hätte man einfach konsequenter handhaben sollen.

Nun aber sind auch die Kinder endgültig enttäuscht, standen wieder einmal umsonst gestiefelt und mit gepackten Taschen bereit, als niemand kam. Einmal zu viel in den letzten Jahren.
Sie wollen nie wieder tolle, spannende, lustige Verabredungen unterbrechen, um einen Mann zu besuchen, der sich das ganze Wochenende ohnehin kaum bis wohl eher gar nicht mit ihnen beschäftigt. Es war einmal zu oft in den letzten Jahren.
Auf seine leere Versprechen, die so gut wie nie eingehalten wurden, wollen sie jetzt nicht mehr warten. Es war das Mal zu viel in den letzten Jahren.
Und sie finden inzwischen nicht mal mehr Gründe vor ihren Freunden, warum sie den Mann noch nicht längst in den Wind geschossen haben. Es gibt einfach nichts mehr, was sein Verhalten nachvollziehbar macht.

 

Fazit: Warum Kinder zu einem Umgangselternteil schicken, der offensichtlich selbst nicht daran interessiert ist? (Von der Heuchelei des Gegenteils abgesehen.)

 

UPDATE 11.03.2014
In der Zwischenzeit gab es einen Rüffel vom betreuenden Jugendamt für diese Gedanken!
Umgang darf nicht vereitelt werden, dafür wird Mamamotzt sich ggf. gerichtlich verantworten müssen. (Zitat!) Ein Vermittlungsgespräch sei angebracht.
Wenn der Vater halt nicht wolle oder könne, könne man nichts machen, grundsätzlich ist der Umgang sehr wichtig für Kinder und muss zu jeder sich bietenden Möglichkeit stattfinden. Also, wenn der Ex mal auftaucht. Und wenn nicht, dann natürlich nicht. Mamamotzt muss den Umgang weiterhin mit allen Mitteln unterstützen, sonst … !
DA LÄUFT DOCH WAS FALSCH?!

Seit dreieinhalb Jahren versuchte Mamamotzt mit Hilfe des Jugendamtes, den Vater zum regelmäßigen Umgang zu motivieren, davor alleine. In aller Freundlichkeit und nur auf das Kindeswohl bedacht. Nichts fruchtete.

Dem Kerl sind seine Brillanten augenscheinlich total egal! GESCHISSEN AUF WEITERE VERMITTLUNG!

Sorgerecht, vom Haben und Teilen müssen

Einem Freund wurde das Sorgerecht entzogen. Unverheiratet konnten sich beide Eltern nach der Trennung über diverse Themen nicht einigen, es gab viele Auseinandersetzungen vor Gericht. Teilweise spielte bei beiden verletzte Eitelkeit eine Rolle, der andere sollte mit seinen Ansichten nicht durchkommen, teilweise hatten sie einfach konträre Meinungen. Aber: Beide haben sich immer gut um die Kinder gekümmert. Er würde das gerne auch weiterhin tun. Nun darf er es nicht mehr.

Manchmal träumt auch Mamamotzt von mehr Autonomie als erziehender Elternteil oder wahlweise mehr Pflichten für den Umgangselternteil. Jede Unterschrift, die vom Ex eingeholt werden muss, verursacht Bauchweh und verzögert den betreffenden Prozess enorm. Die Einschulungen hat er unterschrieben, Mamamotzt musste ihn vergleichsweise wenig drum bitten (naja, ihn halt überhaupt erstmal suchen und finden!), damit sind die Kinder in der Schule. Bankkonten das gleiche, die Kinder bekamen Konten, die er unterschrieben hat, als sie ihn mal erwischte. Ausweise, als sich ein Urlaub im Ausland abzeichnete und es ratsam schien, Ausweisdokumente für die Kinder zu besitzen, klappten nicht mehr.

Es fühlt sich ungeheuer schlecht und ungerecht an und erzeugt ein Ohnmachtsgefühl, dass ein Elternteil, welches sich kein Mü um die Kinder kümmert, außer ab und an seine Elternschaft plakativ zu betonen, theoretisch immer und praktisch oft genug in Entscheidungsfindungen oder Prozesse die Kinder betreffend eingebunden werden muss/sollte und vor allem jederzeit eine Menge davon blockieren kann. Vieles entscheidet Mamamotzt inzwischen einfach alleine. Wohl wissend, dass es anfechtbar ist und sie sogar gerichtliche Verfahren riskiert und die sogar verlieren würde.

Als Beispiel die Wahl der weiterführende Schule: Es wurde die Unterschrift eines Erziehungsberechtigten verlangt, die tätigte Mamamotzt. Also weiß der Ex bis heute nicht, auf welche Schule das älteste Kind geht. (Fragt auch nicht.) Warum auch, er ist durch seine Vaterschaft an sich schon so gestresst. Er weiß nicht, welche Fremdsprachen die Kinder wählen, ihre Lieblingsfächer, ihre Hobbies, wo die Schulen sind etc. Wenn ihm einfallen würde, dass er ja auch ein Wörtchen hätte mitreden dürfen, kann er sich immer noch beschweren und klagen. Zu Recht. Was für ein Generve!

An einer früheren Schule hat er Mamamotzt mit Wonne wortgewandt und lautstark diskreditiert, lässt sich seitdem alle schulischen Infos schicken, hat sich dann aber nie wieder dort gemeldet. Die Schule hat die heiße Luft inzwischen durchschaut, die er gemacht hatte, und sich bei Mamamotzt entschuldigt. Wenn er sich leider nicht kümmern kann, aus welchen Gründen auch immer, braucht er das gesetzlich abgesichert nicht. Aber Mamamotzt muss ihm trotzdem alles andere hinterhertragen. Denn Rechte hat der Mann nunmal.

 

So zerstreiten wie der Freund will Mamamotzt sich übrigens nicht, nur um das alleinige Sorgerecht zu bekommen. Zu viel Aufwand und ungesund, soviel Streit. Letztlich hat sie sich mit der heißen Luft der letzten Jahre ganz gut arrangiert und fährt einfach ihre OneWoman-Show weiter. Einigermaßen ungestört und dennoch bewusst, das ihr jederzeit eine Anklage droht.

Freude! Oder eher nicht? – Die Ferienwochen um Ostern

Heute, morgen und übermorgen noch, dann gilt es wieder, drei Wochen die Brillanten pädagogisch hochwertig zu bespaßen oder wenigstens sinnvoll „wegzuorganisieren“. Oder das Büro zu schließen. Mamamotzt hat ja die Wahl …

Es gibt mal wieder ausgiebige Schulferien zu genießen, und es ist mal wieder Mamamotzt an der Reihe, das für die Kinder spannend und ausgefüllt zu planen. Entweder muss man wissen, dass genug Freunde vor Ort sind, mit denen einigermaßen unfallfreie Verabredungen klappen, oder man bucht Ferienbetreuung (aber nur bis Klasse 4, danach brauchen Kinder ja anscheinend über Nacht keinerlei Betreuung mehr über Wochen) oder man stückelt die betreuten Tage einzeln zusammen. Die Stadt bietet ja auch etwas. Von 11 Uhr bis 14.30 Uhr, Kinder zu bringen und abzuholen am Bahnhof St. Nirgendwo.

 

Im speziellen Fall von Mamamotzt wurde vor nicht allzu langer Zeit wenigstens ein einigermaßen regelmäßiger Umgang erreicht, per Gerichtsvergleich. (Auf ihr Bestreben!) Während der Umgangselternteil zwar plötzlich (oder wie immer) ganz viel Zeit mit seinen Kindern verbringen wollte, empfahl der Richter nach der langen Umgangspause (fast halbes Jahr, Umgangselternteil hatte keine Zeit) erstmal langsame Eingewöhnung.

Ferienumgänge sind allgemein üblich, wurden auch in diesem Fall empfohlen und der Umgangselternteil wollte ja auch un-be-dingt. Die Kinder probierten es da aber erstmals überhaupt, denn in den ungezählten Jahren vorher hatte der Umgangselternteil in den Ferien nie Zeit. Am zweiten Tag der geplanten Woche dort wollten die Kinder partout zurück und nur die totale Abwesenheit von Mamamotzt verhinderte das. Seitdem: Keine Aufenthalte beim Umgangselternteil bis auf maximal ein Wochenende im Monat. Ferien: Bitte nie wieder!

Wer würde seine Kinder zwingen? Der Umgangselternteil hatte, btw, anscheinend keinerlei Probleme, seine heiß geliebten und angeblich dauervermissten Kinder umgehend ziehen zu lassen.

Also müssen drei Monate Ferien pro Jahr organisiert werden. Man könnte sagen, je mehr Kinder, desto komplizierter. Und teurer, selbstverständlich. Durchaus ein Problem, auch bei Selbständigen!

Kosten teilen? Fehlanzeige. Der Umgangselternteil ist seit Jahren finanziell unpässlich, kann sich „leider gerade nicht beteiligen“.
Und so wird Mamamotzt auch ab dieser Woche wieder eine gelungene Melange aus Freizeit/Freiheit (Gott sei Dank, sie werden größer und brauchen keine Komplettbetreuung mehr!), etwas Organisiertem und einer Woche Urlaub (Freunde im anderen Teil der Republik heimsuchen!) kreieren. Und beten, dass der dicke Auftrag nicht gerade in dieser unkonzentrierten Woche anklopft.

(Die Großelternbetreuung steht auch, soweit keine Löcher vergessen sind. Yieha!)

 

So wird auch dieser Ferienzeitbrocken hoffentlich als wieder mal „einmaliges“ – tolles!- Erlebnis ins Familiengedächtnis eingehen. Und obwohl jetzt noch Beine, Arme, Haare und sonstiges schlottern ob der Herausforderung, wird es bestimmt hinterher heißen: „Wie schön, schade, dass es schon wieder vorbei ist!“

 

In diesem Sinn schon jetzt allen Eltern mit Ferienkindern: Frohe Ostern wünscht Mamamotzt!

Exemplarisch für viele Alleinerziehende

Mama motzt sich hier ihre höchstpersönliche schlechte Laune aus dem Leib, die sie ihren Brillanten nicht zumuten mag. Gegrübelt hat sie für sich alleine lange genug, gestresst war sie oft, Hürden stehen immer wieder mal auf dem Weg. Der Dampf muss raus. Hindernisse existieren.
Ginge es Mamamotzt darum, persönlich diskreditieren zu wollen, würde sie das anders tun. Hier werden bloß Fakten aus dem Alltag repliziert. Exemplarisch für Viele.

Ihr Grunddilemma ist nicht das Alleinsein, nicht das Alleinsein mit Kindern, nicht die Elternschaft, nicht das Vereinbaren von Arbeit und Kindern. Alles gar kein Problem. Ihr stößt auf, dass der Umgangselternteil sie ziemlich komplett alleine lässt, was die Verantwortung für die gemeinsamen Kinder betrifft. Obwohl er gehirnwäscheartig das Gegenteil behauptet. Und damit für seinen Teil erfolgreich ist.

Sie sieht nicht, wann er sich um die Kinder kümmert, obwohl er sagt, er tue das ausgiebig.

Sie findet keine gemachten Hausaufgaben bei den Kindern, obwohl er das doch gerne macht, wie er sagt.

Sie bemerkt nicht, wann er die Kinder zu ihren Hobbys transportiert, obwohl er das natürlich tut, behauptet er doch.

Sie fragt sich, ob er jemals finanzielle Verantwortung übernehmen wird, obwohl er seit Jahren davon spricht und seither keinen Cent übrig hatte.

Achso, zuletzt habe sie ihn all das nicht tun lassen. Sagt er. Er wolle das alles und noch viel mehr so unbedingt, doch sie verhindere das einfach. Der Arme, er wird dafür von seinem gesamten Umfeld sehr bemitleidet. Quasi alleinerziehender Vater ist er und Mamamotzt schmeißt ihm einen Knüppel nach dem anderen zwischen die Beine. Das Leben ist so hart.

Die Kinder warten übrigens auf all das, seit Jahren, und können sich nicht mal einer Premiere entsinnen.

Wenn die Post nicht ankommt

Wichtige Post erreicht den Ex leider regelmäßig nicht, Murphys law. Es ist immerhin die beste Ausrede, sich um nichts zu kümmern, dass man ja auch nichts davon gewusst habe. Mamamotzt listet hier mal einige der „besten“, wirklich geäußerten Ausreden von Ex, warum Einschreiben und Co. ihn nicht erreichten. (Mündliche Absprachen funktionieren nicht, und einige Angelegenheiten laufen eben nur schriftlich, bsp. Dokumente unterzeichnen etc.)

– Böse Nachbarn: Die gehen tatsächlich an den Briefkasten und fischen Post raus, besonders Einschreiben und Benachrichtigungen über postgelagerte Sendungen! (Er überlegt ja auch schon, deswegen umzuziehen! Wer will denn in so einer Umgebung wohnen?!)

– Nichts angekommen, sonst hätte er sich doch sofort gekümmert!

– Angekommen, aber da war nur so ein Schmierpapier drin. Muss Mamamotzt falsch eingetütet haben. Hat er aber natürlich Verständnis für, sie ist ja total überlastet. Soll sie halt nochmal schicken.

– Angekommen? Kann nicht sein! Da waren ausschließlich Prospekte im Briefkasten, seit bestimmt drei Wochen! Wanderte natürlich sofort ins Altpapier.

– Einschreiben mit Rückschein? Er war nicht da, eine Benachrichtigung hat er auch nicht bekommen. Bestimmt wieder die komischen Nachbarn. Naja, er will ja eh ausziehen.

– Post? Aber er war doch zuletzt drei Monate nicht in seiner Wohnung! Da konnte er doch nicht an seinen Briefkasten, das gilt nicht! Soll sie halt nochmal schicken. Er ist jetzt empfangsbereit!

– Der Briefzusteller muss unzuverlässig sein. Die Nachbarn klagen auch. (Ja, genau, die besagten Nachbarn!)

– Häh? Post? An die Adresse? Aber er ist doch umgezogen. (Und hat es nicht gemeldet.) Dann gilt das nicht, wenn die Post nicht an seine richtige Adresse geschickt wird.

Weil das vermutlich übertrieben wirkt, plant sie soeben weitere Listen mit den „besten“ Ausreden von Ex auch zu anderen Themen. Seine Phantasie ist unerschöpflich und Mamamotzts Erstaunen gleichfalls immer wieder.

Wer übrigens meint, das nachahmen zu wollen und hier eine klasse Anleitung gefunden zu haben: Nix is! 😛
Darauf hat Ex erstens das Patent (was Mamamotzt sicher nicht verteidigt) und zwotens bedeutet so ein Verhalten nichts anderes als: „Kinder, ihr könnt mich mal! Ihr seid mir völlig wumpe!“ Das verstehen Kinder.  Gute Eltern benehmen sich nicht so.

Langsam wieder die Alte? Oder: Die Rückkehr der Kreativität!

Heute morgen ist Mamamotzt ungeheuer früh gut gelaunt aufgewacht und hat im Bett schon angefangen, zu recherchieren. (Gut, weil sie am Vorvortag sehr lange auf war, lag sie bereits um 20.30 Uhr längs und ist eingenickt, aber dennoch.)

Tägliche Knackpunkte wie der Morgen und der Abend waren lange nicht ihre liebsten Tageszeiten. Ob sich das endlich wieder ändert? Morgens muss sie seit über einem dutzend Jahren aufstehen, weil die Kinder zu versorgen sind. Und ab dem Weckerklingeln bedeutete das einen ungeheuer vollgepackten, pausenlos langen, meist anstrengenden Tag. Gerne mit unerwarteten Hindernissen, für deren Beseitigung nur sie zuständig ist. Abends das gleiche, nur umgekehrt. Das muntere Kraft-Bächlein ist längst gegen Mittag irgendwo in des Tages Todeswüste versiegt, über den Nachmittag mit Kindertransporten, Arztterminen, Kinderhobbies usw. hat sie sich irgendwie gerettet, die Kinder mit einer Nachtspeise gesättigt und ins Bett verfrachtet, um dann einen der immer geballt auftretenden Elternabendtermine wahrzunehmen.

Wenn sie dann im Bett liegt, fahren die Gedanken und Sorgen munter Karussell und spiralen sich bis in den frühen Morgen durch ihren Kopf. Das abendliche Bett, ein Ort des Grauens, an dem alles nochmal aufbrandet, was am Tag nicht geschafft wurde (zu viel), was mit der Selbständigkeit verdient wurde (zu wenig), und was der Vater der Kinder zuletzt gegeben hat. (NIX!)

Beruflich vor einer Dekade hoch motiviert hatten die ewigen Rückstöße („Als Mutter hier arbeiten? Nein! Aber wir bieten Ihnen sehr gerne ein kostenloses Praktikum für ein halbes Jahr an, denn Sie sind ja gut!“) über die Maßen an Mamamotzt gezehrt. Die Selbständigkeit im Mediensektor ist ohnehin hart und wird mit Kleinstkindern nicht einfacher. Ein nichtunterstützender Vater, der aber flott genug ist, sich alle Boni einzuheimsen, die es für Kinder gibt, ist schätzungsweise genauso angenehm wie eine schlimme Krankheit. Und schlimme Krankheiten gibt es auch, so dass durch das Bekümmern schwerstkranker Großeltern nochmal viele Stolpersteine hochschossen.

Kurze Zusammenfassung der letzten Jahre also: Wille und wirtschaftlicher Zwang, erwerbstätig zu sein, aber ausgebremst geworden durch das Muttersein (dass so etwas im Jahr 2014 immer noch möglich ist …) und die Pflege der Großeltern. Den ganzen Tag gerackert, aber oft kaum etwas verdient. Kunden durch Geschäftsaufgaben verloren. Abends nicht nutzlos und dämlich gefühlt, weil Existenzängste trotz der Schufterei zum Brotbelag wurden. Da versiegt einfach irgendwann auch die größte Kreativität und der Mut verlässt den Menschen.

Vor zwei Jahren war das Ausbrennen schon mal ganz schlimm, doch damals wollte Mamamotzt noch keine „harten“ Medikamente nehmen. Die reine Alltagsfunktionabilität stellte sie mit eisernem Willen wieder her. Also die lückenlose Versorgung der Kinder. Für viel mehr reichte es nicht. Jedes Extra war zu viel. Blei lag auf ihr, bei allem was sie tat.

Noch gar nicht lange her war es wieder so weit, dass selbst das Schneiden einer Scheibe Brot zur unüberwindlichen Aufgabe wurde. Kein Scherz!  Wo ist das Brot überhaupt, oder ist keines mehr da? Wo ist das Brotmesser? Wie rum muss das Brot gelegt werden? Wohin gehören nochmal die Finger für sicheren Halt? Und warum, zur Hölle, muss Mamamotzt über sowas überhaupt nachdenken, da ist doch vermutlich etwas falsch?

Nun ist sie mit einem Antidepressivum eingestellt, schlief die ersten Wochen wirklich wahnsinnig viel, und arbeitet sich mit dem gewohnten eisernen Willen zurück ins Leben. Ins Leben, wie es ihrer Meinung nach sein sollte. Mit ihren Ideen, ihrer Freude und überhaupt: Mit ihr!

Auf geht´s!